Tja, aber stellt sich dann nicht auch die Frage: muß ich ne Rasse auf Teufel komm raus am Leben halten, obwohl es den Einsatzbereich so gar nicht mehr gibt? Muß ich dann neue "Sportarten" und "Hobbies" erfinden, nur damit diese Rasse noch beschäftigt werden kann? Oder wäre es dann nicht durchaus auch sinnvoll, die Zuchtziele zu überdenken und eben ne Rasse "anzupassen"?... Vernünftig versteht sich....
War dies nicht im Grunde schon immer so? Wie sahen denn die ersten Schäferhunde aus? Was war denn deren frühes Zuchtziel? War es nicht ursprünglich automatisch so, daß echte Gebrauchshunde und deren Zucht an die Verwendung angepaßt wurden? Da hat sich keiner Gedanken gemacht: ochGottchen, der Hund/die Rasse muß doch eigentlich so oder so sein...
Da ging es darum: ich brauche den Hund für dieses oder jenes und so wird selektiert. Aussehen beispielsweise spielte eine sehr untergeordnete Rolle, im Gegensatz zu heute....
Brauchen wir denn heutzutage wirklich überhaupt noch "Gebrauchshunde"? oder ist das nicht vielmehr nettes Hobby? Schöne Tradition? Lustige Beschäftigungstherapie für Hund und Halter? Wer braucht nen Vorsteh-Hund? Wer braucht nen Apportierhund? Wer braucht nen Schutzhund? Ist ein Polizeihund wirklich unverzichtbar? Sind Hütehunde heutzutage wirklich unabdingbar? .....
Wieso bekommen "Ottonormal-Verbraucher" überhaupt nen "Spezialisten".....
Polizeihund... Ja unverzichtbar .. Absolut, grade im Suchbereich da frag gerne mal beim THW im Bereich "Bergung" nach es gibt Maschinen die die Arbeit erledigen, allerdings nie so gut wie der Hund
Da fielen mir noch viele Fragen ein.... Gerade die sogenannten Spezialisten sind doch heutzutage oft genug regelrechte "Wesenskrüppel" und das auch oft genug, wenn sie "überprüft" werden. Weil die ganzen Prüfungen und Einsatzgebiete nur noch Show sind. Es wird künstlich eine Überprüfung hergestellt um künstlich eine bestimmte Rasse am Leben zu erhalten. Kann da wirklich was vernünftiges bei raus kommen? .....
Nunja n DSH der mehrmals die 3 gemacht hat, als Beispiel, wird ja nicht nur aufn Kopf untersucht sondern auch auf Gesundheit
Nur ein einziges winziges Beispiel, das auf keinen Fall repräsentativ sein kann, aber vielleicht ein wenig zum Nachdenken anregen kann:
Eine Bekannte von mir hat nen jungen Mali. Aus Leistungszucht. Die Eltern sehr erfolgreich, scheint alles prima zu sein. Der junge Mali soll nun in der Familie mit Familienanschluß und 2 weiteren Hunden aufwachsen UND im Schutzdienst geführt werden. Der Hund ist ein einziges Nervenbündel. Für ihn ist BEIDES zusammen einfach zu viel. Das hält sein Nervenkostüm nicht aus. Seine Geschwister und die Eltern zeigen diese Probleme nicht. Wie auch. Sie leben recht abgeschieden, wenig Reize, fast NUR der Sport. DA glänzen sie dann und stecken eventuell seltenen Alltagsstreß recht locker weg. Ist ja nicht jeden Tag.... Was hat das mit vernünftiger Selektion zu tun? Grenzt es nicht an Qualzucht einen Hund zu züchten, der im Grunde für die "Arbeit" gemacht wird und dann aber außer Arbeit mit nix klar kommt? Wozu? Um sagen zu können: Wah, was sind wir gute Züchter? Wir haben den perfekten Spezialisten? Was super, man hat nen Hund, der ohne großes Zutun perfekt im Sport (!!!! Hobby!!!) läuft, aber mit dem normalen Alltag nicht klar kommt. Tierquälerei sage ich da
Ich könnte jetzt ganz ketzerisch sagen die habens versaut
so isses zumindestens bei den Hunden die ich kenne die eben solche Nervnbratzen sind, meine Kleene war auch "Ausschuss" ( DSH aus der Leistung) weil zu wuselig, Nervenbündel, zum VPG nicht zu gebrauchen, schnappt nach der Züchterfrau etc. hier isse unauffällig vom ersten Tag an und muss das volle Programm mitmachen ... Büro.. VPG-Training, Familie, Besuch man muss so Hunde eben "können"
.... Wozu soll solche Zucht gut sein? Profilierung der sogenannten Züchter? Und die gleichen Leute regen sich dann über Mops und Bulldogge auf. Denen sieht man das Leid wenigstens an.
Heute wird künstlich versucht etwas am Leben zu erhalten, was kein Mensch mehr wirklich braucht. Die Polizei hat heute so viele andere Möglichkeiten, so viel technische Unterstützung, so viel KnowHow... braucht es da wirklich noch den Diensthund? den mannscharfen Hund, der zubeißt? Kanonenfutter oder wie? .... Sollte der Mensch seine Probleme, die er mit seinesgleichen hat nicht ohne tierische Opfer lösen? Hat das nicht auch etwas mit zivilisiert sein zu tun? Daß man nicht andere Lebewesen, die abhängig und unschuldig sind, einfach vorschickt? ...
Wer braucht wirklich noch einen Jagdhund? Müssen Enten geschossen werden? Hasen? Füchse? Braucht man da wirklich nen Hund? Kann man doch genauso vom Hochsitz aus machen.... Aber ist dann wohl nicht so "cool"....
Spürhunde.... ob zur Nachsuche, zur Kontrolle, zur Spurensuche... ok, kein Thema, aber suchen kann ja eigentlich jeder Hund... Und da fiele mir nun nix ein, was an Verhalten in einem normalen Alltag problematisch werden könnte, was in Verbindung mit Suchen stünde...
Oh, ich weiß.... das will kein Rassefreund hören.... Da stellt sich mir nur die Frage, um was es dann überhaupt noch geht... Geht es wirklich um das Tier? den Hund? das Individuum? Die Spezies? Die Liebe dazu? Oder geht es nur um die Liebe zu einem bestimmten Zuchtziel? Einer bestimmten Verwendung? Geltungssucht? Hobby? Ehrgeiz? ......