Super Thema, Christine.
Als mein erster ganz ganz eigener Hund bei uns einzog, war ich 14. Daher eigentlich nur aufgeregt, aber nicht gestresst. Meine Mutter war schon immer cool und gelassen, und so blieb uns Aufregung, die Du beschreibst, erspart.
Ich wollte schon immer immer immer einen Hund. Hab auch mit 4 Jahren den ersten Hund geklaut. Einfach vorm Laden abgebunden und gassi geführt. Meine Mutter dachte, sie sieht nicht richtig, als ich mit dem ankam. Danach hab ich im Dorf alles ausgeführt, was mir anvertraut wurde.
Da ich aber ein Allergieproblem hatte (Asthma), blieben wir eher bei Meerschweinchen und Wellensittichen, Fischen, Blindschleichen, Krähen, Spatzen, usw.
Dann zog im Nachbarhaus eine Familie mit Hund ein. Für die Kinder gekauft, kein Interesse mehr. Es war ein DSH, wunderschön. Damals hatten die noch gerade Rücken und normales Fell. Der war kurzhaarig. Weil der niemals gassi geführt wurde, kümmerte ich mich eben jahrelang darum. Da verschwand dann auch mein Asthma auf nimmerwiedersehen.
Dann wollte ich aber nun auch meinen eigenen Hund. Also wünschte ich mir erst mal ein Pony 
Als meine Eltern dann dem Pony so halbwegs zustimmten, aber kein Hof im Dorf es unterstellen wollte, gab ich mich schliesslich eben 'nur' mit einem Hund zufrieden. Mein Vater war super erleichtert und stimmte zu. Unter der Bedingung, dass ich erstmal einen Ferien-Pflegehund zu mir nehme. Das war Gela, Deutsche Wachtel, jagdlich geführt, und 12 Jahre alt. Ich war überglücklich und hab mich 6 Wochen lang um sie gekümmert.
Danach dann, endlich endlich, suchten wir uns Gina aus einem Wurf Appenzellerli aus. Damals, 1982, hatte man noch recht derbe Erziehungsmethoden in den Hundeschulen. Wir haben die VB gemacht (so hiess damals die BH) und Breitensport. Gina wohnte im Haus, schlief in meinem Bett, suchte sich spontan meine Mutter als Bezugsperson aus, und lebte 14 Jahre, bis sie an Leberkrebs starb. Trotz vieler Fehler in der Erziehung war sie ein toller Familienhund - eben völlig verzogen, mein Vater gibt mir heute noch die Schuld daran. Ich dagegen bin davon überzeugt, dass sie aufhörte zu folgen, als ich auszog :augenauf:
Gina blieb bei meinen Eltern, da sie meine Mutter abgöttisch liebte.
Wenn ich mich nur daran erinnere, dass bei uns nienich niemand mittags seinen Teller leer essen durfte, da alle Teller mit einem klitzekleinen Restchen nach dem Essen auf den Boden gestellt wurden, damit Gina sie sauberlecken konnte. Wir haben das einmal fast reflexartig bei einem Familienessen im Restaurant getan. Alle gleichzeitig

Wenn ich dann später bei meinen Eltern zu Besuch war und aus Vergesslichkeit den letzten Bissen in den Mund steckte, blieb der mir meist angesichts der Blicke meiner Eltern im Hals stecken........
Und vom Butterbrot hatte man ihr gefälligst auch ein Eckchen abzugeben, da bestand Gina und auch meine Mutter drauf. Sie trank ausschliesslich Wasser mit einem Schuss Milch, frass nur feinstes Dosenfutter mit Matzinger Flocken, bekam jeden Tag als Leckerli eine Walnuss, die sie fein säuberlich knackte............. usw. usw.
Sie hatte uns alle perfekt erzogen 
LG
Chrissi