Hallo!
Für mich liest sich Deine Beschreibung nach einer Übersprungshandlung.
ZitatWir sind im Garten, mein Sohn geht auf die Schaukel und schaukelt los, keine 2 min später dreht Jacko ab, er möchte meinen Sohn von der Schaukel zerren. Erst schnappt er die Schaukel bekommt er die nicht zu fassen zerrt er wie wild an den Kleidern des Jungen.
Kind auf der Schaukel,
das Ganze bewegt sich "komisch",
Bewegung animiert ohnehin die meisten Hunde dazu, mitzulaufen,
eventuell macht die Schaukel dabei noch komische Geräusche,
eventuell macht sogar Dein Sohn dabei komische Geräusche (immer aus Sicht des Hundes),
der Hund weiß nicht, wie er die ganze Situation einschätzen soll.
Also dreht er dann ab.
ZitatNun eile ich schnell hin und möchte den Hund da weg nehmen durch z.B. Blocken.
Er lässt auch sofort von dem Kind oder der Schaukel ab geht dabei aber mich an! Springt an mir hoch, bellt und schnappt. Maßregele ich ihn dabei verbal wird er noch wilder, dreht richtig ab als ob er Geistes abwärtig sei und in sowas wie einem Beißwahn verfallen. Meine Arme sind schon richtig Blau Blut ist Gott sei dank noch nicht geflossen.
Jetzt geht es weiter aus der Sicht des Hundes:
Er ist ja ohnehin schon aufgekratzt, weil er wohl etwas überfordert ist.
Jetzt kommst Du, Du blockst den Hund.
Er steht ohnehin schon "unter Strom", muß sich ja irgendwie abreagieren können.
Also zeigt er seine (gesteigerte) Übersprungshandlung nun bei Dir.
Jetzt kann er nichts mehr aufnehmen.
Er bekommt nur mit, daß Du was sagst. Eventuell bist Du auch lauter mit ihm?
Eventuell berührst Du ihn dabei?
Er kann dies nicht aufnehmen.
Für ihn sind es einfach nur weitere Inputs, die Streß auslösen, wo er ohnehin schon gestreßt ist.
Da hilft nur eines: mit dem Hund raus aus der Situation!
Das "Problem" mit dem Radfahren hast Du sicherlich auch, wenn Du, oder Dein Sohn, mit dem Hund an der Leine losrennst, oder?
Das ist noch (in dem Alter vom Hund) normal!
Er mußt erst einmal in Ruhe lernen.
Solange er die Situation noch nicht richtig einschätzen kann, verfällt er in seine Übersprungshandlung.
Er läßt nicht wirklich seine Wut an Dir aus, er weiß nur halt nicht, wohin mit seiner "überschüssigen Energie", die er sich in der Streßsituation aufgebaut hat.
Zitat
Was ich bisher unternommen habe sieht so aus:
Schaukeltraining
Erstmal ist er nur noch am Geschirr mit Halterung das ich ihn wegnehmen oder festhalten kann "ohne" das er an mir Frust ablassen kann.
Jacko und ich sitzen in der Wiese in sicherem Abstand von der Schaukel-Hund ist relaxt
Wir machen UO im Garten-Kind schaukelt-alles in Ordnung
Das klingt gut!
Und so ähnlich würde ich das auch aufbauen wollen.
Man muß mit dem Hund üben, daß ein schaukelndes Kind "normal" ist.
Wenn er noch ansprechbar ist, machst Du dann alles richtig.
Belohne ihn auch ruhig für das richtige Verhalten.
"Tickt" er aus, bist Du dann zu nah am "Objekt" (also schaukelnder Sohn, oder Radfahren). Dann vergrößere die Distanz, bis er wieder ansprechbar ist und mitarbeiten kann.
ZitatSobald ich ihn aber eine Sek nicht beschäftige hängt er wieder an der Schaukel oder an Kind
Sichere ihn ab, und mach es Dir in der Nähe (Distanz "bestimmt" der Hund) gemütlich.
Lese ein Buch, oder relaxe einfach in der Sonne.
Sei selbst ruhig.
Ist er auch ruhig, belohne das.
ZitatRadtraining
Das Fahrrad alleine schön gefüttert-kein Problem-Rad wird ignoriert
Der Junge schiebt das Rad-kein Problem-Hund läuft freudig neben an her
Der Junge fährt "hinter" uns mit dem Rad-auch kein Problem-Junge wird völlig ignoriertDer Junge fährt vor uns mit dem Rad-Hund ist gestresst!
Auch hier lesen sich die Trainingsansätze ganz gut.
Könnte sein, daß Du noch viel zu schnell voran gegangen bist.
Probiere doch mal aus, was ist, wenn der Sohn mit dem Rad fährt, aber Eure Distanz zum radelnden Sohn recht groß ist. Was macht er dann?
Ist er ruhig?
DAS kannst Du dann belohnen!
Zitat
Meine Frage nun an Euch:
Jacko und mein Lütte sind ein super Gespann keine Frage aber in diesen 2 Situationen dreht er vollkommen ab.
Es wird nun wärmer und wir wollen mehr Zeit draußen verbringen.
Ich könnte jetzt Hund und Kind getrennt bespaßen was aber nicht Sinn und Zweck ist.
Nein.
Es ist nur normal, daß schnell bewegende Familienmitglieder den Hund etwas "hochputschen".
Da muß einfach nur geübt und dem Hund ein Alternativverhalten aufgezeigt werden, was er stattdessen machen darf!
Das dauert halt so seine Zeit.
Schöne Grüße noch
SheltiePower