Beiträge von SheltiePower

    Hallo,

    es klingt ein wenig so, als ob Dein Hund mit der neuen Situation Streß hat.
    Hat sich denn, außer dem Umzug, noch etwas anderes geändert?

    Er wird sich erst in der neuen Situation einfinden müssen.
    Es kann sein, daß die neuen Geräusche "unheimlich" sind.
    Es kann sein, daß die Gerüche etwas "merkwürdig" sind.


    Gibt es einen Bereich im Haus, oder draußen, wo er sich definitiv wohlfühlt und sich auch sichtbar entspannt?
    Wie ist er sonst so drauf?
    Eher neugierig, oder doch eher schüchtern?


    Schöne Grüße noch
    SheltiePower

    Hallo!

    Das ist ein wenig so, wie bei kleinen Kindern.
    Manche werden recht schnell "trocken", bei anderen dauert es etwas länger.

    So mit einem halben Jahr können die Hunde so in etwa die Blase "kontrollieren".
    Das bedeutet aber nicht unbedingt, daß ab da keine "Unfälle" mehr passieren können.
    Da spielen viele Faktoren noch eine Rolle.

    Ist der Hund noch schnell abgelenkt und "vergißt" dadurch seine Geschäfte zu machen, können sie in entspannten Situationen leichter "einfach laufen lassen". Besonders, wenn der Druck recht groß ist.

    Hat der Hund nicht richtig verstanden, daß nur "draußen" gemacht werden darf, hat er auch keine Probleme damit, öfters drinnen rein zu machen, eben, weil es ja "okay" und "richtig" ist.

    Ist der Hund häufiger Streß ausgesetzt (das ist jetzt nicht negativ gemeint!), sprich viel Besuch im Haus, viel Action um den Hund herum, Angst vor was auch immer, dann regt dies die Darmtätigkeit an. Dann kann, auch wenn schon die Stubenreinheit vom Prinzip her verstanden wurde, noch "Unfälle" in der Wohnung passieren, eben, weil die Blase so schnell wieder voll wird und drückt.


    Da hilft es echt nur, die "Auslöser" zu finden und den Hund richtig "lesen" zu lernen.
    Nur so kann man dies "abstellen".
    Je mehr "Erfolgerlebnisse" draußen der Hund hatte, desto eher wird er verstehen, daß es drinnen nicht so schön ist.


    Schöne Grüße noch
    SheltiePower

    Zitat

    Mich wundert allerdings schon, dass er mit seinen 16 Wochen schon so heftig reagiert. Man hört so oft: Das ist ein Welpe, das ist nur eine Phase :???:

    Das kann auch "nur" eine Phase sein.
    Trotzdem würde ich da jetzt schon reagieren wollen, damit sich das später nicht verselbstständigt.

    Zitat

    Ich hoffe mal, dass wir noch rechtzeitig gegensteuern können. Ich finde es nämlich absolut furchtbar, einen Kläffer an der Leine zu haben. :sad2:

    Ohne es böse zu meinen,
    aber von Shelties ist es schon bekannt, daß es einige gibt, die schnell zum Kläffen neigen.


    Viel Spaß noch mit dem Kleinen!

    Schöne Grüße noch
    SheltiePower

    Zitat


    Das stimmt, wir haben es tatsächlich ignoriert. Ich hab immer gelesen, dass man ängstliches oder unsicheres Verhalten ignorieren soll um es nicht zu bestätigen... Aber das ging wohl nach hinten los :/

    Das ist oft so, wenn man alles ignoriert, was der Hund da so macht.
    Es gibt Situationen, da bringt es weder dem Hund, noch seinen Halter weiter.
    Genau in solchen braucht der Hund eine Art Hilfestellung, eine "Erklärung", was man sich als Halter so wünscht.
    Nur dann weiß der Hund, was er machen soll.

    Ist ein Hund ängstlich, unsicher, was ja in der sogenannten "Unsicherheitsphase" verstärkt auftritt, wäre eine bessere Hilfe, dem Hund zu zeigen, daß das Objekt der Angst nicht "gefährlich" ist.

    Beispiel: Hund bellt eine Mülltonne an, die an der Straße steht.
    Ich habe in so einer Situation erst einmal die Distanz zum Objekt vergrößert.
    War meine dann ruhig und wieder lernfähig, konnte ich sie belohnen.
    Dann habe ich die natürliche Neugier meiner Shelties ausgenutzt. Wir sind also gemeinsam zum "bösen Objekt" gegangen. Solange sie dabei ruhig blieb, sind wir weiter gegangen. Das Tempo habe ich allerdings meine Hunde bestimmen lassen.
    Hatte sie die Mülltonne erreicht. Durfte sie daran schnüffeln, diese umrunden, und so weiter.

    Bei etwas gefährlicheren Gegenständen (fahrenden Autos, Rasenmäher) oder halt anderen Lebewesen (Menschen, andere Hunde, generell andere Tiere) geht dies nicht so einfach.
    Da habe ich einfach Distanz zu den Objekten erhöht, bis meine Hunde ruhiger wurden, für das ruhige Verhalten bestätigt und nur abgewartet.
    War der Junghund entspannt, konnte ich einen Schritt nach vorne gehen.
    Blieb sie entspannt, konnte ich dies bestätigen.
    Auf diese Weise wurde langsam, quasi schrittweise, zum "bösen Objekt" herangetastet, allerdings ohne am Ende direkt daran zu gehen.
    Das "Kennenlernen" erfolgte auf Abstand.


    Zitat

    Aber wie schaff ich es denn, dass er mich überhaupt anschaut? Sobald andere Hunde in Sichtweite sind, bin ich total abgeschrieben. Da bekomm ich absolut keinen Blick von ihm, den ich belohnen könnte :sad2:

    Jetzt kommt es ein wenig darauf an, wie Du mit dem Hund arbeiten willst,
    bzw. was Eure Trainerin lieber hat.
    Ich will ja nicht den Anweisungen Deiner Trainerin widersprechen, oder gar stören.


    Ich persönlich arbeite da wieder über Distanz.
    Denn, je näher die "Objekte" sind, desto größer ist die Ablenkung für den Hund.
    Taucht dann noch Streß auf (Angst, Unsicherheit, Zorn), so kann der Hund nichts dabei lernen.

    Ich gehöre zu den Leuten, die ihren Hunden für das richtige Verhalten bestätigen. Dies kann man über einen Clicker machen, oder mit einem sogenannten Markerwort.
    Da bekommt der Hund seine Bestätigung "das, was du jetzt machst, ist total gut und richtig", und ist gleichzeitig ein Versprechen auf eine Belohnung (Futter, Spiel).

    Klappt dies auf Distanz gut, wird diese etwas verkleinert.
    Wieviel "entscheidet" der Hund.
    Gehst Du zu schnell voran, hast Du wieder einen Hund an der Leine, der Rabatz macht.
    Wählst Du den Abstand richtig, wird er das neu erlernte weiterhin übertragen und Du kannst ihn weiterhin schön bestätigen.


    Schöne Grüße noch
    SheltiePower

    Hallo!

    Zitat

    Das einzige was uns von Beginn an aufgefallen ist, dass er sehr ruppig im Umgang mit uns ist, sehr selbstbewusst, kein bisschen ängstlich. Eigentlich ist das für seine Rasse ja eher untypisch. Es kam am Anfang schon mal vor, dass er uns Hosenbeine zerfetzt hat und meine Hände waren fast die ganze Zeit blutig gebissen

    Das von Dir beschriebene ist teilweise typisch für einen Welpen.
    Er kennt Euch ja, bzw. lernt Euch im täglichen Umgang immer besser kennen.
    Und Welpen "testen" die Umwelt nun einmal gerne mit den Zähnchen und im spielerischen Umgang.

    Ist es allerdings einen Ticken zu heftig, kann dies ein Zeichen der Überforderung sein. Der Hund weiß nicht, wohin mit der überschüssigen Energie, weiß nicht, wie er "das Problem" lösen soll, und verfällt in Übersprungsaktionen.

    Das scheint mir bei Euch der Fall zu sein.
    Da hilft nur eines, in einer ruhigen Phase, wo er lernbereit ist, wichtige Begriffe wie NEIN und/oder AUS beibringen.
    Wenn die Übersprungsaktionen etwas überhand nehmen, würde ich mal schauen, ob tagsüber nicht doch etwas zu viel war für den Hund, und gegebenfalls diese etwas kürzen.


    Zitat


    Nun zu meiner Frage: Seit ca. einer Woche prescht Paul nach vorne in die Leine und kläfft wenn wir andere Hunde treffen. Als er noch kleiner war hat er mal ein unsicheren Wuff in Richtung des anderen Hundes angegeben aber das hat sich schlagartig verändert. Er rennt wirklich nach vorne und hängt kläffend in der Leine. Ich frage mich wirklich ob das normal ist für einen Welpen :hilfe:

    Das mit der Unsicherheit kann hinkommen.
    Jetzt ist die Frage, was habt Ihr gemacht, als er nur einmal unsicher gewufft hat?
    Wenn Ihr es eventuell ignoriert habt, könnte dies eine Erklärung für diese "Steigerung" sein. Der Hund weiß nicht, was er tun soll, bekommt von Euch keine Hilfe, oder ein Alternativverhalten gezeigt, hatte mit dem ersten Wuff eventuell noch einen "Erfolg" gehabt, also hilft er sich jetzt selbst weiter, indem er sich in seinem Tun hineinsteigert.
    Hinzu kommt noch, daß das Bellen eine Selbstbelohnung ist.
    Und Shelties gehören schon zu den Hunden, die sich in Rage bellen können.


    Zitat

    Wenn wir weit genug weg sind schaff ich es ihn mit Leckerli abzulenken aber oft kommen Hunde unverhofft um die Ecke und dann ist es zu spät.

    Ich persönlich halte von Ablenkung nichts.
    Ich würde eher versuchen wollen, den Hund für das richtige Verhalten zu belohnen.
    Der Unterschied dabei ist, daß da nicht mit einem Leckerchen vor der Nase "herumgewedelt" wird, und beim "erfolgreichen Vorbeigehen" dieses als Belohnung bekommt. Sondern der Hund bekommt ein positives Feedback vom Halter (es könnte zum Beispiel ein Clicker sein), daß das, was der Hund gerade tut, toll ist und dafür bekommt er eine Belohnung (was ein Leckerchen sein kann, oder eine Runde spielen).

    Dabei würde der Hund lernen, daß es sich für ihn eher lohnt, bei Fremdhundesicht, still vorbei zu gehen, eventuell sogar seinen Halter dabei anzuschauen.


    Zitat


    Ich lass ihn an der Leine natürlich nicht zu anderen Hunden hin und ich mach ihn auch nicht los wenn er so verrückt in der Leine hängt.

    Das ist gut so!
    Es gibt auch Halter, die schon mal gerne ihren Hund beim Rabatz an der Leine losmachen, damit diese mit anderen Hunden spielen können. Der Nachteil dabei ist, daß sie somit, oft aus Versehen, das negative Verhalten ihres Hundes belohnt haben.
    Ich persönlich würde eh nur, wenn überhaupt, Hundekontakt ohne Leine erlauben.

    Zitat

    In der Hundeschule hab ich die Trainerin darauf angesprochen und sie meinte dass es zu einem ernsten Problem werden könnte, wenn er in diesem Alter schon so heftig reagiert.

    Kommt ein wenig darauf an, aus welchen Gründen der Hund bellt.
    Wichtig ist aber eher, daß sie Dir gezeigt hat, wie Ihr in solchen Situationen mit Eurem Hund arbeiten sollt. Sie wird Dir sicherlich Lösungsansätze gezeigt haben.

    Zitat


    Ist das wirklich so? Entwickelt Paul in diesem Alter schon eine Leinenaggression? Und wie kann ich rechtzeitig Abhilfe schaffen? Bin wirklich etwas verzweifelt...

    Es kann, ja.
    Es kommt immer darauf an, aus welchen Gründen der Hund bellt.
    Ursache gibt es so einige:
    Hunde bellen, weil sie unsicher sind.
    Hunde bellen, wenn sie Frust schieben, weil sie etwas wollen, aber nicht können, bzw. dürfen.
    Hunde bellen, weil sie sich "stärker machen" wollen, als sie sich eigentlich fühlen.
    Hunde bellen, weil sie "Erfolg" mit ihrer Methode hatten (Briefträger verschwindet wieder).
    Der Nachteil dabei ist, Bellen ist selbstbelohnend!

    Da gilt es, herauszufinden, was die Ursache ist, und dem Hund zu "erkären", daß dieses Verhalten nicht so gerne gesehen wird. Dafür sollte man diesem aber auch zeigen, was für ein Alternativverhalten in so einer Situation erwünscht ist.
    Dieses kann man dann trainieren.
    Mit der Zeit wird der Hund merken, daß es für ihn viel lohnenswerter ist, das Alternativverhalten zu zeigen.


    Schöne Grüße noch
    SheltiePower

    Das "Problem" ist, daß jeder einen anderen Punkt zum Inhalt des Futters für wichtig, oder nicht zumutbar hält.
    Es gibt welche, die wollen absolut kein Getreite im Futter haben.
    Dann gibt es welche, denen ein hoher Fleischanteil im Trockenfutter wichtig ist.
    Wieder andere achten darauf, daß der Rohaschewert einen bestimmten Wert nicht überschreitet.
    Und so weiter und so fort.


    Ist dies dann "geklärt" und das Futter ausgesucht, kommt die "Testphase".
    Man sollte am eigenen Hund schauen, ob dieser das Futter auch gut verwertet, bzw. es gut verträgt.
    Da kann sogar "das beste Futter der Welt" (so etwas gibt es ja nicht!) eben falsch für den einen Hund sein.


    Wenn ein Hund es vertragen sollte, kann man sogar verschiedene Marken im Wechsel geben.
    Paßt dann ganz gut, wenn man mehrere Futtermarken für gut empfindet.
    Und etwas Abwechslung im Napf schadet dem Hund auch nicht, solange er damit klar kommt.


    Schöne Grüße noch
    SheltiePower


    Nur, weil ein Hund ständig rammelt, heißt es nicht unbedingt, daß es immer einen sexuellen Hintergrund hat.
    Zu häufige Rammelei kann auch ein Ausdruck von Streß sein. Der Hund ist mit irgendetwas überfordert und sucht nun einen Ventil, um diesen inneren Druck wieder los zu werden.
    Auslöser können verschiedene Ursachen sein.
    Bei Dir könnte es zum Beispiel sein, daß eventuell zu oft, zu viel und zu lange gespielt wurde.


    Schöne Grüße noch
    SheltiePower

    Hallo!

    Ich tendiere auch eher in diese Richtung:

    Zitat

    Ich versteh das eher so, dass du im Grunde dem Hund ständig nachgegeben hast und er bisher nicht lernen konnte, mit Frust umzugehen. Ihr habt die beiden scheinbar recht hemmungslos machen lassen in der Vergangenheit.

    Ihr hättet ja bereits vorher daran arbeiten können, dass die Hunde lernen, sich zurück zu nehmen.

    Wenn der Hund bereits zu Hause solch ein Palawer macht um unbedingt zu der besagten Wiese und seinem Kumpel
    Zu gelangen, wäre das für mich der Grund, da NICHT hinzugehen.

    Jetzt schiebt der Hund Frust und ist auf " Entzug".

    Ich würd erstmal Normalität einkehren lassen, und solchen enormen Dauerstress vermeiden.


    All das, was Du vorher mit Deinem Rüden machen konntest, also streßfrei ohne Leine laufen lassen, zusammen spielen, Leckerchen suchen, und was auch immer, hast Du "ausgetauscht", und zwar zum täglichen, gemeinsamen Gassi gehen mit einem anderen Team.
    Das wurde dann für Deinen Hund wohl der "Höhepunkt des Tages", das gemeinsame Spielen mit dem anderen Hund.

    Er scheint nur "verlernt", oder "vergessen" zu haben, daß es auch mit dem eigenen Menschen schön sein kann.
    Ich nehme mal an, daß Du während der gemeinsamen Gassi Zeit mit dem anderen Team nicht mehr wirklich viel was mit dem Hund gemacht hast, da er durch das "Spielen" und Laufen mit dem anderen Hund genug "ausgelastet" war.
    Somit wurde eben der andere Hund zum absoluten "Höhepunkt" für den Deinen.

    Nebenbei hat er sich auch stets "selbst belohnt".
    Da ist der andere Hund - Rabatz an der Leine, oder gar schon an der Haustür.
    Und er hatte damit auch Erfolg gehabt! Er durfte ja ständig zum anderen Hund.


    Die Erwartungshaltung und auch das ständige "Spielen" kann Streß auslösen.
    Das erklärt sich auch in der "Steigerung" beim Zusammentreffen der beiden Hunden.
    Es wurde heftiger!
    Da wurde halt ein Ventil gesucht, wie der Hund den hohen Druck wieder abbauen kann.


    Schöne Grüße noch
    SheltiePower