Wir haben hier einen etwas ungewöhnlichen Weg zurück gelegt.
Sinja, Sheltie, knapp 10 kg
Sie hatte von Anfang an eine super Entwicklung gemacht. Es war einfach nur toll gewesen!
Dann, ganz plötzlich, so mit etwa anderthalb Jahren würde ich mal sagen, machte sie eine krasse Wesensänderung durch. Hatte plötzlich nur noch Streß, wurde geräuschempfindlich.
Wir waren eh beim TA gewesen, weil ich sie eigentlich noch röntgen lassen wollte. Doch vorher wollte ich den mdr-1 Test machen lassen, und wenn wir ohnehin schon dabei waren, auch gleich das große Blutbild mit ALLEN Schilddrüsenwerten.
Denn ich fand diese Veränderung in ihrem Wesen schon sehr krass! Hatte die Hormone im Verdacht gehabt, weil sie bis dato noch nicht einmal läufig gewesen war! Dem wurde mir sogar vom TA zugestimmt, oder halt Schilddrüse - welches ja auch Einfluß auf Hormonhaushalt übt. und ich wollte es halt auch checken lassen. Einfach nur mal zur Sicherheit.
Ich hatte diese drei Dinge dann einfach immer und immer wieder betont.
Zur Erklärung, zu diesem Zeitpunkt war ich auch noch halb taub unterwegs gewesen und die andere Seite hatte nur schwach Sprachverstehen gehabt. Der TA wußte das auch. Trotzdem neigte er stets dazu, leise, und dann noch mit dem Rücken zu mir zu sprechen. Keine Ahnung, ob er mir was gesagt, oder nur zum Hund beruhigend gesprochen hatte. Daher meine x-mal Wiederholungen. Extra betont, was ich alles haben wollte.
Am Ende kam halt raus, daß er NICHT das große Schilddrüsenprofil hat machen lassen. mdr-1 hatte er auch noch glatt vergessen, oder wie der dreist behauptet hatte, daß wir uns da wohl beide mißverstanden hätten.
Da hatte ich echt schon so einen Hals gehabt!
Und als ich dann nachgefragt hatte, WANN die denn den zusätzlichen Test machen würden, kam als Antwort, nur, wenn die anderen Blutwerte (zeigt auf dem Blatt) nicht so ganz in Ordnung wären, oder, wenn eine unerklärliche Verhaltensänderung beim Hund aufgetreten sei.
Nun ja, wir hatten die Verhaltensveränderund als Thema gehabt, bevor die das Blut abgenommen hatten 
Nun denn, mir war bereits klar gewesen, daß ich diesem Hund nicht noch einmal die Blutabnahme zumuten wollte, es war schon beim ersten Mal eine Tortur für den Hund gewesen. Und praktischerweise war die letzte Probe kurz vorm Anruf mit der Nachfrage vom TA schon entsorgt worden, denn sonst hätte man das Ganze noch nachholen können.
Ehe ich es mich versah, war der Hund schon wieder auf dem Tisch, Blut wurde abgezapft - so schnell konnte ich nicht reagieren - und dann wurde mir auch noch zeitgleich gesagt "ich solle, wenn die nichts finden würden, den Hund bitte wie einen normalen Hund behandeln".
Das hatte mich echt sprachlos gemacht!
Und mir war halt klar, daß die dann nach so einem Satz auch nichts finden würden! Was auch der Fall gewesen war! So nebenbei bemerkt, es wurde immer noch den mdr-1 Test vergessen! Ich habe sie dann auch nicht mehr röntgen lassen!
Wie dem auch sei, ich hatte die Nase voll, und wir haben erst einmal so weiter gemacht. Sinja hatte so komisch gelernt, wenn überhaupt, daß ich schon vermutet habe, sie könnte eventuell autistisch sein. Und nein, das habe ich nicht untersuchen lassen. Ich habe einfach alles hingenommen, was sie betraf.
Statt dessen habe ich gelernt, mit ihrer speziellen Art klar zu kommen. So langsam wurde es dann auch wieder. Aber sie war trotzdem noch ein bißchen gestreßt in bestimmten Situationen, und halt eben die Geräusche.
Ein paar Jahre später habe ich dann mal wieder, diesmal bei einem anderen Arzt, ein Blutbild machen lassen. Ab einem gewissenen Alter lasse ich meine Hunde eh regelmäßig checken. Also habe ich mir gedacht, frag direkt mal wegen dem Schildddrüsenprofil nach.
Diesmal wurde meinem Wunsch auch entsprochen.
Was kam raus.
Joah, der Wert war ganz nah an der Grenze. Reichte aus, um nicht unbedingt dem Hund Tabletten geben zu müssen, aber es hätte auch nicht geschadet, dem Hund was zu geben. Man könnte es also testen, und ich habe dem sofort zugestimmt. Es galt halt auch nur für einen bestimmten Zeitraum, und dann sollte noch mal nachgeprüft werden.
Sinja bekam alle 12h eine viertel Tablette. Klingt echt nicht viel, und war auch echt komisch, diese Tabletten in regelmäßigen Abständen vierteln zu müssen. Dann gab es alle 12h eine winzige Tablette. Sinja hatte sie auch brav angenommen.
Und es war tatsächlich ein komplett neuer Hund gewesen! Ganz anders drauf, auch was das Lernen von neuen Dingen betrifft, das ging auf einmal flotter voran, und nicht nur das, sie zeigte sogar von sich aus bereitwillig Vorschläge an, was man noch üben könnte.
Es zeigte mir, daß ich mit meinem Verdacht am Anfang richtig gelegen habe. Auch der Arzt sagte dann, daß jetzt mit den Werten alles tipptopp in Ordnung ist! Sinja hatte also ihre Tabletten weiterhin bekommen, und ich habe mich einfach an den "neuen" Hund erfreut.
Ich denke mir mal, das Ganze ist recht spät erfolgt, so daß sie ihre "Macke" mit den Geräuschen nicht mehr abgebaut hatte. Sie hatte weiterhin auf Geräusche reagiert. Aber der Rest war einfach nur toll gewesen!