Also ich gestehe, ich bin skeptisch bei Aussagen wie "Keiner meiner 10 Hunde hat einen Mehrwert von Spaziergängen mit mir allein oder nur einem der anderen Hunde zusammen!" Vor allem wenn die Hunde es gar nicht groß anders kennen. Wie will man das als Mensch denn letzten Endes beurteilen? Und wenn von 10 Hunden 4 mit Einzelrunden glücklicher sind, kriegt man das dann auch dauerhaft so gewuppt...?
An der Stelle muss ich sagen, dass es wohl davon abhängt welchen Hundetyp man hat und wofür man die Spaziergänge nutzt. Für meine Hunde ist es in der Tat egal, ob ich die Runden mit allen zusammen gehen oder einzeln. Das ist Zeitungslesen-Seelebaumel-Zeit. Und das machen die so oder so. Für mich ist es mit allen anstrengender, weil ich meine Augen überall haben muss. Vor allem jetzt im Dunkeln ist es manchmal echt anstrengend, wenn einer der Senioren falsch abbiegt oder meint mich verloren zu haben und dann plötzlich rumdreht und in die falsche Richtung davon rennt ... dann muss ich entscheiden, ob ich den anderen Senior da stehen lasse und hoffe, dass er nicht abhaut, während ich den anderen einfange oder drauf hoffe, dass der andere sich besinnt. Zweiteres ist allerdings im Dunkeln eigentlich keine Option mehr, weil die mich einfach nicht mehr finden.
So etwas passiert aber auch im Hellen immer häufiger. Heute morgen hat sich mein Spitz plötzlich herumgedreht und ist im Stechschritt zurück gelaufen, weil er mich nicht mehr gesehen hat - wir reden hier von zehn Metern! - und meinte, ich sei bestimmt rumgedreht. (Was ich dort noch nie gemacht habe und auch immer in die gleiche Richtung gehe.) Zeitgleich war rennen eine doofe Option, weil ich meine Aina an der Leine hatte, deren Bein gerade wieder etwas zickt und sie deshalb nicht rennen sollte ...
Was ich tatsächlich aufwändig finde, ist alle Hunde ausreichend zu bespaßen und zu pflegen. Da hätte ich gerne mehr Kapazitäten, vor allem für die Oldies. Gut, ich mache halt einfach gar nichts anderes mehr und stecke die Zeit in sie. Um mich selbst kümmere ich mich deshalb auch weniger als ich sollte. (Übungen für den Rücken mache ich schon ewig nicht mehr, weil ich in der Zeit lieber die Oldies zur Muskelkräftigung turnen lasse und dann muss ich auch irgendwann mal ins Bett.)
Was ich wirklich bestaune bei Leuten die so viele oder noch mehr Hunde haben, sind die finanziellen Kapazitäten. Meine Hunde haben die letzten Jahre viel von meinem Erspartem aufgebraucht, weil jetzt im Alter so viel zusammengekommen ist. Gut, da könnte man auch weniger ausgeben, wenn man nicht immer zu Spezialisten rennt und alles noch behandeln und operieren lässt. Viele gehen dann einfach nur zum Haustierarzt und geben Medikamente. Da bin ich anders gestrickt.
Das ist aber ein Grund, warum bei mir alle zukünftigen Hunde eine Krankenversicherung bekommen werden UND ich weniger Hunde anstrebe. (Eigentlich war mein mir selbst gesetzten Limit eh vier, da möchte ich auch wieder hin.)