Ich denke, es sind die falschen Erwartungen, die die Spitze zu so einem schlechten Ruf haben kommen lassen. Gerade die weißen Spitze sehen ja eigentlich total süß aus - doch es wird gerne vergessen, dass es sich um einen Wachhund handelt, der sich in erster Linie an eine Person bindet, das Hab und Gut seines Besitzers verteidigt - auch mit Zähnen, wenn es drauf ankommt und er mit fremden Menschen nix anfangen kann. Er neigt außerdem dazu ein Einzelgänger zu sein.
Nicht verwunderlich, wenn man es mal andersherum betrachtet: Ein "tauglicher" Hofwächter soll hoftreu sein (weder Hund noch Mensch nachrennen, die vorbeikommen) und keinen drauf lassen, außer die eigene Familie. Und sie sollen Fremde durch Bellen anzeigen - schließlich war so ein Bauernhof recht groß - wie sollte der Bauer sonst mitbekommen wo da grad ein Fremder rumturnt!
Ich denke, der Spitz ist immer dann problematisch, wenn er in den falschen Händen ist (=falsche Erwartungen an den Hund).
Mein Bobby war im Herzen ein echter Spitz und ich liebe diese Art von Hund. Weder kläffte er sinnnlos herum, noch attackierte er Menschen. Aber das war nicht immer so. Als ich ihn bekam tat er genau das! Und ich denke, es lag daran, dass irgendeiner der Vorbesitzer die Distanz, die er zu Fremden haben wollte nicht akzeptiert hat. Ich habe kein Problem damit gehabt Besuch zu bekommen. Der wurde gemeldet, begutachtet und aus dem Hintergrund beobachtet (während die Border Collies sich über die neuen streichelnden Hände freuten wie Bolle). Ich musste mir aber auch keine Sorgen machen, dass mir einer an den Kragen gehen würde, denn dann wäre er sofort zur Stelle gewesen!
Ich liebe Spitze. Sie sind genial. Eigenwillig, distanziert und lassen sich nicht einfach so um den Finger wickeln.
Viele Grüße
Corinna