Beiträge von flying-paws

    Ich würde mal davon ausgehen, dass das Hundekind bei Euch zum ersten Mal einen Tierarzt gesehen hat. Also bestimmt auch keine Wurmkur, keine Impfung oder sonstiges stattfand.

    Mir tut es immer wahnsinnig für die Hunde leid.

    Die Unkosten, die den neuen Besitzern entstehen, halte ich allerdings für eine gerechte Strafe.

    Ich wünsche Eurem A.J. alles Gute. Welche Rasse ist es denn überhaupt? Oder hab ich das überlesen?

    Viele Grüße
    Corinna

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    Der Kanaan wird sehr oft als misstrauisch gegenüber Fremden beschrieben, was aber wie gesagt überhaupt nicht auf Shiloh zutrifft.

    Wie würde sich denn misstrauisches Verhalten bei einem souveränen und gut sozialisierten Hund äußern, Deiner Meinung nach?

    Wenn ich das so lese, dann denke ich, dass genau diese Charaktereigenschaft so langsam zum Tragen kommt. Sie zeigt sich ja oft erst recht spät und der Hund beginnt seinen Individualdbereich (für den Besitzer plötzlich) abzugrenzen.
    Ich lege meine Hand dafür ins Feuer, dass er diese Attacken lange ankündigt. Vielleicht sind die Signale recht fein, so dass man sie als Mensch leicht übersieht, aber sie sind ganz bestimmt da.

    Bei einem solchen Hund ist es wichtig ihm beizubringen, dass es Situationen gibt, in denen er über seinen Indivudualbereich nicht bestimmen darf. Das ist z.B. in der Öffentlichkeit.

    Beispiel Restaurant: Ich würde ihm dafür immer einen Bereich hinter mir zuweisen, den er nicht verlassen darf. Dort kommt kein anderer hin, aber er darf dort auch nicht weg.

    Ansonsten rate ich Dir während des Trainings dringend zu einem Maulkorb, bevor tatsächlich etwas passiert.

    Viele Grüße
    Corinna

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    Ok, ich muss mich korrigieren. Es gibt befriedigende Tätigkeiten, die entspannend wirken. Es gibt aber auch solche, die euphorisierend wirken. Man weiss da recht gut, was im Körper passiert. Und dann gibt es das alles in verschiedenen Abstufungen, das ist nicht Alles oder Nichts.

    Meine Rede.

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    nie geht mir eine Aufgabe so leicht von der Hand wie dann, ohne jede Anstrengung ist die Balance zwischen Anspannung und Entspannung perfekt, und ich fühle mich lieber gut als indifferent. :smile:

    Daher liebe ich die Hütearbeit mit meinen Hunden so sehr. :smile:


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    PS: Zurück zum Hund, eine Frage an die Hund-hat-keine-Freude-am-Ball-jagen-Fraktion: Warum tut er es dann (und ich rede nicht vom Balljunkie)? Es gibt ja Hunde, die tun es nicht, finden es doof. Andere tun es, ohne Aufforderung, ohne Belohnung irgendeiner Art. Freude sollen sie ja in eurer Sicht nicht haben daran. Warum setzen sie dann soviel Energie ein dazu? Warum bringt so mancher Hund lieber einen Ball als den hochbelohnten Dummy? Warum haben Hunde überhaupt Präferenzen? Woran macht ihr "Freude" bzw. ihr Fehlen überhaupt fest?

    Das habe ich schon einige Male in diversen Threads geschrieben. Daher zitiere ich mich gerne immer wieder selbst ;)

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    Ballspiele werden besonders von Hunden, die recht "hochtriebig" sind, übertrieben. Meist handelt es sich dabei um Rassen, die in einem bestimmten Bereich echte Workaholics sind. Dies begünstigt natürlich die Entstehung einer Sucht. Aber es gibt einen ganz einfachen Grund, warum es ausgrechnet das Bällchen- bzw. Stöckchenspiel ist.

    Dazu muss man sich einfach mal das komplette Jagdverhalten von Hunden/Wölfen in "Einzelteile" zerlegen. Ich tue das jetzt hier nicht, weil das ziemlich aufwändig ist. Nur den Teil, um den es hier geht: Nämlich um das Simulieren des Beute nachhetzen und Erlegens, manche Hunde "töten" danach sogar ihren Ball/das Stöckchen noch. Da bei dieser Jagdsequenz der Erfolg sozusagen direkt greifbar ist, stellt der Körper dafür sämtliche Energien plötzlich frei. Der Hund bekommt einen Hormoncocktail-Kick, der ihn alles vergessen lässt - außer den Ball. Das führt soweit, dass diese Hunde plötzlich z.B. "Erzfeinde", die vorbeilaufen ausschalten können und vor allem auch dazu, dass das Schmerzempfinden enorm herabgesetzt ist. Das ist ja auch sinnvoll, denn - nehmen wir mal an es wäre echte Beute - der Hund kann nur erfolgreich beim Jagen sein, wenn er sich jetzt von nichts (!) beeinflussen lässt.

    Normalerweise findet eine solche Hetzjagd recht selten statt - sie dient ja der Ernährung. Der Hund/Wolf bekommt seine Hormone, fängt das Tier in der Regel erfolgreich und ist dann ersteinmal mit Heimtragen und/oder Fressen beschäftigt. Es kommt dabei selten bzw. gar nicht vor, dass er eine solche Hetzjagd zig mal hintereinander macht.

    Wenn man das nun mal beim Ballspielen betrachtet, dann bekommt der Hund einen Dauerbeschuss mit einer ganzen Masse an Hormonen, die eine Menge Energie bereit stellen und andere Körperfunktionen runterschrauben. Wird der Hund dem ständig ausgesetzt, wird er süchtig danach. Dazu kommt noch, dass der Hund keinen normalen Hormonstatus mehr erreicht und dadurch zig Körperfunktionen nicht mehr normal laufen. Alles ist im Ungleichgewicht...

    Deshalb sollte man sich gut überlegen, ob und wann man seinem Hund einen Ball wirft.

    Im Grunde sind das ja zwei verschiedene Schuhe, die Du da willst.

    Auf dem Hundeplatz übst Du, dass er mit den anderen Hunden nicht kommuniziert, sondern Dich anschaut.

    Bei den Spaziergängen willst Du, dass er mit den anderen Hunden kommuniziert.

    Beides sind wichtige Übungen, aber Du musst Dir bewusst sein, dass das Training auf dem Platz nichts mit dem Üben von Sozialverhalten der Hunde untereinander zu tun hat und sich daher das Verhalten im direkten Kontakt zu Artgenossen wahrscheinlich nicht geändert hat dadurch.

    Viele Grüße
    Corinna

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    Ausserdem würde ich mir die Freude, die er beim Ballspielen hat, auch öfter mal bei der Arbeit wünschen!

    Freude... mmh, wie mach ich fest, dass mein Hund sich freut?

    Ich erlebe oft Hundebesitzer, die gar nicht unterscheiden können, ob ihr Hund gerade total aufgekratzt ist (- lassen wir hier mal den Begriff positiv oder negativ weg) oder ob er wirklich freudig ist.

    Die Mimik und Gestik eines aufgekratzten (gestressten) Hundes scheint bei den meisten Menschen auf Freude zu deuten. Es könnte an den zurückgezogenen Lefzen liegen, die damit dem menschlichen Grinsen nah kommen. Die glänzenden, großen Augen. Das Herumgehüpfe. Und für die meisten Menschen entsteht ein freudiges Gefühl, weil der Hund die volle Aufmerksamkeit auf seinen Menschen ( :hust: Ball) richtet.

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    Wenn ich einer äusserst befriedigenden Tätigkeit nachgehe, die ich wirklich toll finde bin ich nicht entspannt, ich bin high!

    Täglich? Morgens und abends?

    Nee, das wär nix für mich. Da braucht man dann ja ewig bis man wieder runterkommt. Ich finde sowas auch mal ganz nett, aber jeden Tag - nein danke. Damit könnte ich nicht umgehen. Das wär mir zu stressig.

    Viele Grüße
    Corinna

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    Hallo Corinna!

    Hm meinst du so krass könnte es sein dass unser Problem ganz wo anders liegt?

    Hier geht es ja nicht darum, dass Dein Vater was über Hundeerziehung lernt, sondern dass er Regeln, die Du aufstellst für Deinen (!) Hund akzeptiert.

    Er macht ja bewusst genau die Dinge, die Du ihn Minuten vorher gebeten hast nicht zu tun. Das mal ganz unabhängig vom "Aufhänger Hund"...

    Ich denke, hier trägt Dein Vater mit Dir einen Zwist aus, der auf einer anderen Ebene entstanden ist. Ist ja nicht unüblich, dass sowas auf dem Rücken von Haustieren oder Kindern geschieht...

    Vermutlich helfen da Tipps aus diesem Forum nicht. Da muss wahrscheinlich professioneller Hilfe her.

    Viele Grüße
    Corinna