Zitat
Ein komplexes Thema!
Mit dem "Abstumpfen" funktioniert es so, dass der Hund die Erfahrung macht: "Ach, passiert (doch) nichts, ich überleb die Situation. Ist vielleicht etwas unangenehm, aber geht." DAS ist der Lerneffekt. Den kann man (nur) erreichen, wenn der Hund OHNE Panik aus der Situation rausgeht. Also auch eine Frage des Timings. Man muss den Hund dazu durch die Situation durchführen (ggf die Panikmacher abstufen) und ihn ggf an der Flucht hindern. Denn: Endet die Situation für den Hund panisch, verstärkt das die negative Verknüpfung!
Das ist einer der wichtigsten Punkte bei so einem Training. Wenn ich die "Durchstehtaktik" wähle, dann muss ich sie in aller Konsequenz durchziehen, sonst entsteht tatsächlich genau die gegenteilige Verknüpfung.
Das heißt z.B. bei der Unterführungssituation, dass man solange da unten drin bleibt, bis der Hund sich nicht mehr in die Leine hängt, sondern deutlich ruhiger wird. Das kann manchmal ganz schön lange dauern. Am besten ein Buch mitnehmen und viel Zeit
Das ist aber auch die effektivste und nachhaltigste Methode einen Angstauslöser zu trainieren auf dessen Anwesenheit man Einfluss hat.
Ansonsten wäre Desensibilisierung eben auch noch eine Möglichkeit. Das heißt, man nähert sich dem Objekt der Angst immer gerade soweit, dass der Hund noch ruhig bleibt und belohnt dann. Man meidet hierbei, im Gegensatz zu dem anderen Weg, dass der Hund überhaupt richtig Angst bekommt. Er soll den Angstauslöser grad mal wahrnehmen, aber noch nicht ängstlich reagieren.
Ich muss sagen, dass ich mittlerweile die erste Methode bevorzuge, weil sie schneller geht und die Gefahr für Fehlverknüpfungen geringer ist. Wo ich nichts bestätige, kann ich auch nichts falsch bestätigen 
Viele Grüße
Corinna