Beiträge von flying-paws

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    Bei Raufereien unterwarf er sich entweder recht schnell, oder nach kurzer Zeit, er war noch nie derjenige, der unbedingt gewinnen wollte oder so.

    Aber er hat sich auf die Rauferei eingelassen.

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    Weibchen leckte er die Ohren und spielte mit manchen. Die Weibchen fanden ihn toll (laut Besitzerkommentaren) weil er nicht so aufdringlich war (bis auf das Ohrenlecken, aber das mochten die meisten).

    Im großen Auslaufgebiet mit richtig vielen Hunden spielte er entweder immer irgendwo mit oder hielt sich in meiner Nähe auf. Wenn ein leckeres Weibchen dabei war, leckte er sie ab.
    Mit kastrierten Rüden spielte er sehr gern, aber war schon immer sehr interessiert am Lecken bei denen.

    Lecken ist ein Zeichen von Stress und der Anfang vom Besteigen wollen. Vor dem Deckakt wird die Hündin hintenrum intensiv beleckt und viele Rüden lecken auch an den Ohren und im Nacken vor dem Aufsteigen.

    Und nochwas zu Hundebegegnungen generell: Es hört sich so an, als ob es sehr viele Begegnungen bei Euch gäbe. Ich habe zu dem Thema hier mal was geschrieben: https://www.dogforum.de/fpost8726949.html#8726949

    Viele Grüße
    Corinna

    So ist es auch gemeint.

    Du bringst ihm bei, dass er zum Stressabbau rammeln darf und soll. Und nun wunderst Du Dich, dass er das ganze ausbaut.

    Mich wundert das wenig.

    Außerdem schreibst Du, dass er ja vorher gut mit anderen Hunden konnte. Wie genau sahen denn die Hundebegegnungen aus?

    Zitat

    Für Stressabbau hat er zuhause extra ein großes Kuscheltier. Kommen wir heim und wir haben auf dem Spaziergang einen sorry :abgelehnt: getroffen, oder bellt draußen ein sorry :abgelehnt: während er daheim ist, schnappt er sich das Kuscheltier und reitet. Nach einiger Zeit ist dann gut und er legt sich hechelnd hin.

    Da muss man kaum noch ein Kommentar schreiben... eigentlich.

    Dazu noch ein Beispiel von gestern: Ich habe mich mit ein paar Leuten zum Dummytraining getroffen. Meine Hunde kannten deren Hunde noch nicht. Mein Lisko - Spitz und gerne spitz, weil ja ein Spitz :D - begutachtet die Hunde und sucht sich ein Opfer aus, dass er besteigen wird, sofern in keiner davon abhält. Er rennt hinterher, schmeißt sich in Pose und ich sage ihm, er möge es bleiben lassen. Die Besiterin des anderen Hundes sieht mich erstaunt an: "Der hat doch gar nichts gemacht."

    Das nicht zu sehen bei dem kleinen Macho, was er da plant, da muss man schon fast blind sein :roll:

    Viele Grüße
    Corinna

    Zitat

    Und hier habe ich immer das Gefühl,
    daß die Leute ihren eigenen Hund nicht so richtig einschätzen können.
    Sie sehen oft nicht, daß dieser grad am Fixieren ist, und das dies eigentlich für den fremden Hund, der grad kommt, nicht "so schön" ist.

    Schöne Grüße noch
    SheltiePower

    Selbst, wenn der Hund zum Jagen neigt, erkennen viele Hundebesitzer nicht, dass das Fixieren ein Teil der Verhaltenskette ist. Bei den meisten Hundebesitzern beginnt Jagen mit dem Loshetzen. Das vorher sehen die alles nicht... erlebe ich immer wieder in meinem Kurs zur Kontrolle des Jagdinstinkts. Nicht selten erzählen mir die Besitzer, dass ihr Hund "plötzlich" losrennt. Bisher gab es aber noch keinen Hund bei dem man vorher nix gesehen hätte, wenn man mal genau hinschaut ;)

    Ich vermute eher, dass es sich als Verhaltensweise so einschleicht, weil es eigentlich gar nicht den "genetisch verankerten Plan" dafür gibt fremden Hunden zu begegnen.

    Im Grunde ist es doch so (gewesen): Der Hund hatte den Zweck als Arbeitshund, Wachhund auf dem Hof etc. zu leben. Gassigehen ist ja eigentlich ein Phänomen der Hobby- bzw. Familienhundehaltung. Bei Gebrauchshunden ist das nicht üblich. Der Hund muss sich also mit fremden Artgenossen kaum auseinandersetzen. Höchstens in der Form, dass ein neuer Hund integriert wird oder, dass er als Feind vertrieben wird von den Schafen, dem Hof etc...

    Der gassigeführte Hund muss nun also ständig Argenossen begegnen und hat keine Idee, was er tun soll. Klar, als Welpe macht man die soziale Begrüßungsnummer oder meidet ganz. Nun kommt die Pubertät und man ist ja kein Welpe mehr. Folglich gehört sich ein Welpenverhalten nicht mehr. Gleichzeitig springen viele instinktiv verankerte Verhaltensweisen aus anderen Bereich an in dieser Zeit. Allen voran der Jagdtrieb. Da viele Hunde Sichtjäger sind, fallen sie gerne ins Fixieren. (Klassiker sind hierbei ja Labrador Retriever und Border Collie.) Nun machen diejenigen, die von Arbeitsnaturell her eher wenig aggressiv gezüchtet wurden eine Spielaufforderung daraus, weil sie ja nicht so gerne ins aggressive Verhalten verfallen. Diejenigen mit mehr Aggressionpotential leben die Anspannung dann eben aggressiver aus.

    Im Grunde sieht man massenweise Übersprungsverhalten bei Hundebegnungen und verzweifelte Versuche des Hundes es in irgendeine bekannte Verhaltensweise reinzubekommen. Nicht selten leben manche Rüden das ganze ja auch mit Stressabbau im Sexualverhalten aus (der besteigende Terrier ist da auch ein Klassiker).

    Manche Hunde versuchen es über Revierverhalten zu lösen, indem sie einen bestimmten Radius um den Besitzer zum Revier erklären (sieht man gerne mal bei Aussies und Terrier).

    Manche Hunde versuchen es auch so zu lösen, indem sie den anderen sofort sozial Kontrollieren, so wie es wäre, wenn ein neuer in ein Rudel integriert wird.

    Im Grunde gibt es kaum Hunde, die mit dieser Situation einigermaßen stressfrei umgehen können, weil ihr Instinkt und Naturell das nicht zulässt.

    Fast jeder fällt in eine Übersprungshandlung zum Stressabbau.

    Und nochmal die Kurve zurück zum Fixieren: Oft wird dem Hund an diesem Punkt nicht beigebracht, dass das nicht erwünscht ist. Da er keine andere Idee hat, bleibt er (zeitlebens) darin hängen.

    Viele Grüße
    Corinna