Beiträge von flying-paws

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    Tagsüber spielt unser Kleiner immer total ausgelassen mit uns, den Nachbarshunden und wird schön gefordert (Leckerlis verstecken, kleine Spielchen).

    Fordern kann man in dem Alter auch schnell zu einem Überfordern werden lassen. In dem Alter benötigt ein Hunde keine zusätzliche Beschäftigung zum Alltag. Oder noch schärfer: Es ist kontraproduktiv.

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    Abends, d.h. so ab halb zehn, rastet der Köter aber immer vollkommen aus.

    Abends auszurasten ist typisch für Hunde, die tagsüber körperlich und mental überfordert wurden.

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    Es scheint so, als ob er Aufmerksamkeit sucht, die wir ihm zum Teil extra nicht geben, damit er sich mit sich selbst beschäftigt. Er klettert auf's Sofa, was absolutes Tabu ist, hüpft anfangs noch witzig durch die Bude, aber dann fängt er an uns wirklich laut und wild anzubellen und nach den Füßen und Beinen zu schnappen (und das nicht zu zaghaft - kein Vergleich zu seinem Spiel am Tag). Auf "Nein" oder "Pfui" reagiert er überhaupt nicht mehr und wird immer wilder, wenn wir ihn abweisen. Wenn ich dann versuche, mich durchzusetzen (Schnauzen-Griff, Pinning) wird's eigentlich nur noch schlimmer. Der Hund ordnet sich dann noch viel weniger unter und wird noch wilder mit seinen Gesten und dem Schnappen. Er ist wie ein wilder Teenager, der immer noch einen drauf setzen muss: ich drücke ihn auf den Boden, lasse ihn los und schwupps macht er wieder einen Satz auf mich zu und schnappt.

    Ganz klar: Er weiß nicht wohin mit seinem Stress und kann sich alters- und rassebedingt nicht zurücknehmen. Das, was Du da machst, ist der Versuch die Symptome auszuschalten für ein anderes Problem. Und das funktioniert nicht - wie Du ja selbst feststellen musst.

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    Für mich hat das nichts mehr mit Spielen zu tun, für ihn vielleicht doch.

    Nein, für ihn ist das auch kein Spiel. Aber er kann nicht anders.


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    Sonst ist der Welpe schon recht weit. Er hört schon auf Kommandos "Sitz", "Platz", "Hier" und "Bleib" und hat schon eine starke Bindung zu uns beiden aufgebaut.

    Das ist zuviel für das Alter. Ich habe mich zu dieser Zeit auf Rückruf beim Gassi, Leinenführigkeit und Verbotswort beschränkt.

    Ihr habt Euch eine Rasse zugelegt, die keine natürlichen Grenzen kennt im Bezug auf Belastung bzw. Überlastung. Daher solltet Ihr schleunigst viele Gänge runterschalten und ersteinmal das üben, was der Hund gar nicht kann: Ruhen.

    Ein normaler Welpe verschläft in dem Alter die meiste Zeit seines Tages. Und genauso muss es auch sein.

    Viele Grüße
    Corinna

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    Vielleicht ist das zu wenig?

    Ich denke eher es ist zuviel und vor allem zuviel durcheinander.

    Ich würde das Ballspielen weglassen, mal Tage mit nur normalem Gassi einführen und mir Beschäftigungen überlegen, die ruhig und sinnvoll sind. Diese würde ich dann ca. drei Mal die Woche machen.

    Von diesen Punkten erfüllt der Toller nur die oberen zwei...

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    Der Chinchillakäfig steht bei uns im Wohnzimmer, Hundi ist am beobachten und geht hin, sobald sie wild rumflitzen, lässt aber die Pfoten weg und schaut nur neugierig, jault manchmal.. wenn ich die Käfigtür aufmache, zum Sauber machen oder um sie flitzen zu lassen, habe ich eine 1,20m hohe PVC_Trennwand, damit die Chins nicht abhauen können bzw. der Hund nicht zu ihnen kann.. er legt sich dann immer aufmerksam vor die Trennwand, denn er kann sie so durch die Minischlitze beobachten.. er hat also keine Chance seinem Trieb nachzugehen,

    Er geht seinem Trieb bereits die ganze Zeit nach. Das Beobachten ist ein Teil des Jagdverhaltens ("Vorstehen" - also die Sequenz, in der der Hund die Beute sichtet und kurz taxiert, um die richtige Hetztaktik zu wählen) und damit selbstbelohnend.

    Ich arbeite bei der Kontrolle des Jagdtriebes damit, dass der Hund bei Wildsichtung an der Stelle des Vorstehens eben nicht ins Hetzen fällt, sondern darin verharrt und lernt sich selbst zu kontrollieren. Das sieht dann so aus: Der Hund sichtet Wild, bleibt erstarrt stehen bis ich ihn anspreche bwz. bis er selbst herumdreht und zu mir läuft.

    Da ich selbst gerne mal vor mich hinträume beim Gassi, ist das Signal für dieses Verhalten für meine Hunde die Sichtung von Wild.

    Da nun Deine Chinchillas immerzu zu sichten sind, würde ich in der Wohnung ganz anders trainieren. Dadurch, dass die Beute ja auch immer verfügbar ist - also ganz anders als draußen - würde ich schlicht über Verbot arbeiten.

    1,20 m sind übrigens keine Höhe für einen jagdwilligen Hund...

    Viele Grüße
    Corinna