Beiträge von flying-paws

    Der Koller entsteht dann, wenn die Zwerge vom Tagesprogramm überfordert sind. Es "sammelt" sich über den Tag die durch den Stress bereitgestellte Energie - der Hund hat abends noch ein erhöhtes Hormonniveau der Stresshormone. Diese sorgen dafür, dass dem Körper Energie zur Verfügung steht, die weg muss, damit er überhaupt eine Chance hat Ruhe zu finden. Das müssen die Hunde abbauen, indem sie die Sau rauslassen.

    Das ein Welpe mal wilder spielt, ist normal. Wenn aber sowas in sturer Regelmäßigkeit vorkommt und der Hund gar nicht mehr ansprechbar ist, dann ist das Stressabbau und kein normales Verhalten.

    Ich habe bereits mehrere Welpen großgezogen - und das auch "aktiver" Rassen - und bei allen waren solche "Ausraster" Zeichen von zuviel Tagesprogramm. Das kam immer dann vor, wenn wir mal einen aufregenden Tag hatten, an dem zuwenig Ruhe herrschte.

    Zwei Spaziergänge von 20 Minuten sind völlig ausreichend. Einzeln Sitz, Platz etc. üben würd ich weglassen - das ergibt sich beim Gassi ja eh. In dem Alter üb ich eh noch kein Platz und Sitz auch nur alle Schaltjahr mal. Leinenführigkeit und Rückruf ist da völlig ausreichend. Und ein Abbruchsignal. Ballspiele oder sowas würd ich gar nicht machen.

    Viele Grüße
    Corinna

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    Dein Hund scheint ähnlich gestrickt zu sein wie meine Lucy. Wenn ich es richtig gelesen hab ist da nichts mit großartig vorstehen, bevor er losrennt.

    Von selber kommt das nicht. Das muss man trainieren.

    Und wie schon geschrieben: Strafe nutzt nix, wenn der Hund nicht gelernt hat, was er eigentlich tun sollte. Wenn der Hund also keinen Plan dafür im Kopf hat, dann wird wahlweise die Strafe völlig ignorieren oder total verwirrt sein...

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    Klar, leben wir davon nicht.
    Aber es gibt Hundeschulen, Trainer die bei weitem nicht so eine fundierte Ausbildung haben, wie Ausbilder in einem Verein. :-) es gibt überall schwarze Schafe.

    Achso - jetzt versteh ich. Ihr seid die Guten, die anderen die Schlechten. Also Werbung quasi...

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    Na wir wollen ja nicht den leuten das Geld aus der Tasche ziehen ;-) wir legen sehr viel wert auf den Alltag mit Hund. Wenn jemand mehr zahlen will, bitte, darf er doch auch!
    Wir sind ein Verein und arbeiten ehrenamtlich für die Gesellschaft.

    ...dann kann man auch derartige Preise machen. Jemand, der davon leben will, hat ein paar mehr Ausgaben im Hintergrund als ein Verein, der ja gar keinen Gewinn erwirtschaften darf!

    Man kann also weiterhin Äpfel mit Birnen vergleichen und immer wieder feststellen, dass die Birne einfach nicht nach Apfel schmeckt ;)

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    So, nun aber: Mein kleiner Fureto (Spanier, 7 Jahre alt, der junge Mann in meinem Profilbild) hat Jagdtrieb. Allerdings hält sich dieser in Grenzen. Wenn er eine Fährte in der Nase hat, ist er (wenn ich schnell genug bin) noch abrufbar, sieht er allerdings etwas, ist er weg - und kommt in der Regel nach spätestens 2-3 Minuten wieder (ich glaub, sein Maximum überhaupt lag bei etwa 10 Minuten). Ich übe mit ihm immer wieder das Zurückrufen, beschäftige ihn mit dem Futterdummy und wir sind viel mit anderen Leuten und ihren Hunden unterwegs. Soll heißen, ich bin um Auslastung bemüht und gebe ihm mit dem Dummy auch die Möglichkeit, zu "jagen" (und er geht total drauf ab, er liebt es).

    Das könnte ein Knackpunkt sein. Wenn Eure Spaziergänge so gestaltet sind, dass er immer auf einem hohen Erregungsniveau ist, weil ja dauernd was passieren könnte (Beschäftigung, Ansprache, andere Hunde), dann wird er diese vom Körper bereitgestellte Energie auch loswerden wollen, wenn grad nichts ist. Heißt: Er nimmt das, was ihm seine Instinkte als erstes anbieten. In der Regel ist das Jagen oder Sex...
    Es ist also ein Teufelskreis, wenn man einen Hund über viel Beschäftigung vom Jagen abbringen möchte. Der Schuss geht oft nach hinten los.

    Alles in Maßen, nicht in Massen. Und klar unterschieden. Also bei einem "Jäger" auf keinen Fall undurchsichtig, so dass er nicht weiß, wann Beschäftigung angesagt ist oder nicht. Klare Abgrenzung von "Job" und "Freizeit".

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    Nun ist nur die Frage, was machen. Das "nein" nochmal konditionieren, bringt vermutlich nichts, er weiß, was "nein" bedeutet, in Nicht-Jagd-Situationen klappt das (er gehört eh zur Marke Sensibelchen, was das Ganze einfacher macht).

    Über "Nein" oder Rückruf funktioniert das meist nicht. Ich arbeite über das Vorstehen. Und zwar, indem ich es ausbaue. Aus dem zunächst klitzkleinen Taxieren forme ich über Bestätigung ein ganz langes Vorstehen. Alles mit Schleppleine, damit ich mit meinem Stress das Problem nicht vergrößere. Denn diesen Stress wird der Hund garantiert in der Jagd ausleben...

    Viele Grüße
    Corinna