Beiträge von flying-paws

    Also, meine könnten das in dem Alter an der Leine auch nicht leisten. Ich würde den Zwerg tragen und in ganz entspannten Situationen ganz gezielt mit bergeweise Belohnung ein positives Verhältnis zur Leine etablieren.

    Deine Beschreibung erinnert mich an viele Kundenhunde, die später bei Reizen bellend in der Leine hängen.

    Letztendlich zeigt es aber vielleicht auch, dass man als Hundehalter auch in so einem Fall nicht einfach zum Ersten geht, sondern sich schlau macht und vergleicht um auch selbst mit dem Vorgehen konform zu gehen. Man sollte sich damit wohlfühlen. (Was man so ja auf alle möglichen Bereiche übertragen kann.)

    Ich bin nach wie vor nicht daran interessiert (weiter) zu streiten.

    Ich frage mich grad eher, wie dem TE diese Diskussion helfen soll.

    Tatsächlich finde ich es wichtig für die TE das zu wissen, falls sie sich gegen eine OP entscheidet. Denn dann muss dieser Weg konsequent gegangen werden. Irgendwas dazwischen hat viel Leid zur Folge ... das wünsche ich dem Hund halt nicht.

    Und da es bei Physios für Tiere keine Vorgaben zur Ausbildung gibt, sollte man sich da nicht irgendeinen suchen ...

    Gewebe braucht 4-6 Wochen zur Regeneration.

    Das ist so nicht richtig.
    Haut: ca. 14 Tage
    Muskel: ca. 3-12 Wochen
    Knochen: ca. 6-16 Wochen
    Faszie: 12 Wochen - 1 Jahr
    Gelenkkapsel: 12 Wochen bis 1 Jahr
    Knorpel: 1 Jahr bis gar nicht

    Nur Gewebe das arbeitet wächst stabil zusammen, mit veringerter Gefahr an gleicher Stelle wieder Verletzingsanfällig zu sein.

    Bei einer konservativen Behandlung eines Kreuzbandrisses wächst nichts mehr zusammen. Bei dieser Behandlung ist das Ziel, dass der Körper erkennt, dass dort eine Verletzung vorliegt und er die umliegenden Gewebsstrukturen verdickt und verfestigt. Das heißt zum Beispiel, dass das Ziel ist, dass die Gelenkkapsel sich verdickt, stabiler und straffer wird. Damit das funktionieren kann, ist es maßgeblich wichtig, dass das Gelenk in einer "Neutralhaltung" ruhig gehalten wird bis die Stabilität erreicht ist und auch das Gewebe dick genug geworden ist, um die Funktion des vorderen Kreuzbandes zu übernehmen. Also zu verhindern, dass die Tibia sich nach vorne wegschieben kann. Da das Kniegelenk beim Hund anders funktioniert als beim Menschen, ist die Belastung an dieser Stelle enorm. (Deshalb ist der Riss des vorderen Kreuzbandes ja auch das häufigste orthopädische Problem beim Hund.) Und wie lange es dauert bis die Verdickung vorhanden ist, habe ich oben ja geschrieben. Damit die Gelenkkapsel sich in dieser Phase nicht weitet, ist absolute Ruhigstellung das A und O. Auch, wenn das für andere Strukturen natürlich schlecht ist. Aber das kommt man nicht drumherum.

    im letzten Post ist Text verloren gegangen: Ein Gerlenk kann nur durch Belastung stabil heilen. Der Knorpel muss durch Kompression(Druck) Belastet werden, damit er nicht degeneriert. Die Gelenkkapsel muss durchblutet werden, um nicht zu verkümmern, und Muskulatur wird nur wieder kräftig, wenn sie aktiv bewegt wird.

    Das muss man bei so einem Vorgehen in Kauf nehmen. Erst nach der Phase der Stabilisierung geht es erst wieder mit dem Aufbau los.

    Und auch einen Hund kann ich managen, das er nicht von wo runter springt, keine kalt Sprints macht, etc...

    Aber natürlich kann man das, wenn der Hund entsprechend erzogen ist.

    Ich habe genau das bei meiner Hündin gemacht. Es betrifft das Karpalgelenk. Bänder- und Kapselriss. Konservativ behandelt. Unter Aufsicht von Orthopäden der Tierklink Hofheim. Und es ist mir gelungen. Meine Hündin ist in der Klinik jetzt quasi so eine Art "Vorzeigehund", wenn es darum geht das konservativ anzugehen. Das es jetzt, nach drei Jahren schmerzfrei und stabil ist, ist der Tatsache geschuldet, dass ich konsequent die Ruhigstellung und all das Vorgehen akribisch befolgt habe. Monatelanges Leben in einer Hundebox ... nein, das würde ich keinem Hund antun, wenn es eine Methode gäbe, die eine so deutlich verkürzte Rehabilitationszeit und Erfolgsquote hätte. Bei uns war es leider alternativlos, damit der Hund wieder in die Arbeit konnte.