Es ist einfach wahnsinnig, wahnsinnig schwer - und das bleibt es immer. Ich finde auch den Satz "du wirst merken, wann es soweit ist" schwierig, denn er impliziert, dass man irgendwann eine 100%ige Sicherheit findet. Die ist aber in den allermeisten Fällen nicht da, die wird nicht kommen, die Zweifel können und dürfen bleiben.
Es tut mir so wahnsinnig leid, du hast ja quasi dein ganzes Leben mit dem Hund verbracht. Es muss schrecklich weh tun, vor dieser Entscheidung zu stehen.
Ich weiß nicht, ob du schon mal ein Tier gehen lassen musstest, der Prozess ist aber sehr friedlich und sehr sanft. Wenn er das Fressen noch so liebt, dann kann er es bis zur letzten Sekunde tun, er kann Leberwurst von deiner Hand lecken und wird sich darüber freuen können. Und so schlimm der Verlust ist, es ist eben auch ein Segen, wenn man ihn sehenden Auges und vorbereitet einleiten kann und irgendwann wird man das auch verarbeitet haben. Aber auch das darf so lange dauern, wie es eben braucht.
Bei meiner Oma, die ich gepflegt habe, habe ich mir oft gewünscht, sie einfach erlösen zu können. (Und sie war für mich übrigens ein sehr eindrückliches Beispiel dafür, dass Freude am Essen nicht Lebensqualität bedeutet, denn sie hat eigentlich immer geweint, wenn sie gerade keinen Kuchen hatte. Aber wenn ich im Krankenhaus in ihrem Sterbeprozess dabei gewesen wäre als sie noch bei Bewusstsein war, ich hätte ihr auf jeden Fall Mohnkuchen mitgebracht.)
Ich wünsche dir, deinen Schwestern und deiner Familie viel Kraft. Und eurem Samy eine gute Reise. Fühl dich sehr umarmt.