Also, ich fühl mich jetzt nicht instrumentalisiert oder so. Alles gut.
Alles, was ich zeigen wollte war: man kann Hunde auf Grundlage von Videos nicht so gut einschätzen. Es steigen einfach oft andere Hunde aus, als man sich vorgestellt hat und manche Baustellen bleiben Baustellen.
Es ist immer ein Risiko dabei. Aber sich alles in den schwärzesten Farben auszumalen, bringt halt auch nix. Ist genauso wenig Ralität wie die rosarötesten Farben.
Man muss halt wissen, dass man mit Eventualitäten leben kann. Und das muss jeder Mensch für sich entscheiden.
Ich hab gerade mit meiner Mutter telefoniert, die ja auch schon zwei Mal Direkt-Import-Pflegehunde hat/te. Und ich hab gerade über Prodog gesagt, dass ich finde, dass sie das super macht. Sie hat berechtigte Sorgen, dass es vielleicht nicht händelbar wird und tut echt ne ganze Menge, um die Sache trotzdem hinzukriegen. Viel, viel mehr als die meisten Menschen, die ich kenne. Sie versucht sich ein Netz und einen doppelten Boden zu schaffen. Informiert sich über Herdis. Übernimmt die Rettungspatenschaft (die nicht billig ist). Das ist doch toll.
Ich finde es ehrlich gesagt blöd, wenn man jetzt sagt, dass sie jemanden suchen würde, der das Risiko aufnimmt, das sie nicht bereit ist, auf sich zu nehmen weil es indirekt unterstellt, man müsse alles entweder in kompletter Wucht tragen können oder man solle es ganz lassen. Und ich persönlich finde ihren Weg viel pfiffiger.
Ich habe selbst mindestens fünf Mal Leuten angeboten, dass ich Hunde zu mir zur Pflege holen würde, damit die keinen Direktimport wagen müssen. Ganz ohne, dass ich das Gefühl gehabt hätte, dass mich jemand ausnutzt und selbst das Risiko nicht tragen will. Ich fand das richtig gut und vernünftig!
Es ist nie dazu gekommen, die Leute haben dann immer doch auf anderen Wegen ihren Hund gefunden. Aber der Weg ist doch gangbar und beidseitig freiwillig... also sehe ich da kein Problem.
Und dass prodog hier irgendwie undankbar reagiert, sehe ich auch nicht so richtig. Ebenso nicht, dass sie nur in ihrer Meinung bestätigt werden will (was, ganz ehrlich, jeder Mensch aber eigentlich ganz gerne mag). Sie ist doch supergut auf alle Punkte eingegangen und genau daraus ist doch das vorläufige Resultat erwachsen.
Zwanzig Menschen sagen: Du brauchst ein Sicherheitsnetz.
Sie versucht eins zu häkeln.
Und ein bombensicheres Netz gibt es einfach eh niemals.
Zu den Videos von Pinta hab ich mich bedeckt gehalten, auch ich sehe da einen unsicheren Hund, der eine Spielaufforderung aus Übersprungshandlung macht.
Aber sie ist erst mal anfassbar.
Mehr kann man nicht sehen.
Und weil man mehr nicht sehen kann, ist es vor allem das: ein Moment in einer Situation, die man nicht mit dem vergleichen kann, was man selbst an Lebensumfeld bietet.
Ich mein: wir können nicht gleichzeitig sagen "youtube, instagram, alles nur Ausschnitte, so kann man Hunde nicht beurteilen" und "ich würde diesen Hund nicht nehmen weil ich glaube, dass der so und so ist" - das schließt sich ja irgendwie aus.
Ja, sie ist in dieser Situation unsicher. Ja, kann sein, dass sie mit weniger Stress viel sicherer und netter wird. Kann auch sein, dass sie dann sagt "jetzt bin ich ausgeschlafen und schnappe ab". Kann einfach beides ca gleich gut sein.
Die Möglichkeit, das herauszufinden, hat man nur, wenn der Hund da raus kommt. Und auch wenn sein Leben dann vielleicht nicht perfekt für ihn wird, schlechter wird es wahrscheinlich nicht. Viel Luft nach unten ist ja nicht.