Ich finde das furchtbar. Ich habe letztens eine Doku gesehen, da ging es darum, dass selbst die Afrikanischen Länder kein Bock mehr auf Klamotten haben, weil es zu viel gibt.
Voll.
Nigeria, Äthiopien, Südafrika (...) hatten mal eine gut funktionierende Textilindustrie (Baumwolle).
Also, ja, klar, auch viele Billigunternehmen (Kik, glaube ich) lassen in Äthiopien, Ghana usw. produzieren, aber ich meine wirklich die Herstellung von Stoffen und das Nähen von Bekleidung, die im Land vertrieben wurden, das war mal ein florierender Markt.
Diese eigene Textilindustrie ist nicht mehr lukrativ bei den Mengen an 2nd-Hand-Kleidung, die dort landet und auf den Märkten verkauft wird und für die eben der Produktionsweg wegfällt.
Es ist echt absurd, auf wie vielen Ebenen der Konsum von Wegwerfartikeln Schaden anrichtet. Der Raubbau an den Ressourcen, die Verhältnisse, unter denen sie hergestellt werden, die z.T. krankmachenden Chemikalien, die nach der Produktion auch die Kaufenden und das Wasser abbekommen, wiederum der Verbrauch von Ressourcen bei der Entsorgung oder dem Verschiffen auf andere Kontinente, wo Wirtschaftszweige einfach überflüssig gemacht werden.
Und das ist ja nur ein kleiner Aspekt in dieser riesigen Konsummaschine. Krabben, die von Norddeutschland nach Marokko verschifft werden, weil sie dort billiger gepult werden, um dann wieder ohne Schale nach Deutschland zurückzukommen.
Tomaten, die von Italien nach China verschifft werden, weil man dort aus ihnen billiger Tomatenmark herstellen kann, das dann zurück nach Europa verschifft wird.
Äpfel, mitten in unserer Apfelsaison, die aus Südafrika den Weg zu meinem Lidl auf sich genommen haben, natürlich verpackt in Plastik. Biokartoffeln aus Israel, wo sie doch hier wirklich gut wachsen.
Das "PlastikMeer" in Almeria, in dem in moderner Sklaverei Menschen aus Nordafrika arbeiten, um dort in schlimmsten Arbeitsbedingungen, wo es weder fruchtbare Erde noch Wasser gibt, vorwiegend das Gemüse anzubauen, das in all unseren Supermärkten liegt.
Der Elektroschrott, der z.B. in China produziert wurde, in Deutschland bis zur Sollbruchstelle genutzt wurde und nach Ghana verschifft wird, um dort in riesigen Müllhalden zu liegen, aus dem Menschen versuchen, Rohstoffe zu gewinnen (wobei sie ihre eigene Gesundheit verkaufen und giftige Dämpfe beim Verbrennen einatmen. Die freigesetzten Giftstoffe landen aber nicht nur in den Lungen, sondern in der Luft, in der Erde, im Meer). Die gewonnenen Rohstoffe landen dann wieder in den Industriestaaten.
Man möchte sich doch einfach nur fragen: Wo und wann ist denn alles so schief gelaufen? Diese Wege sind so irrational, sie wirken völlig absurd.
Ich mein, klar, wer kein Geld hat, soll natürlich nur kaufen, was bezahlbar ist. Aber diese Industrie(n) leben nicht nur von denen, die keine andere Wahl haben.