Ich frage mich gerade, also nicht negativ, belustigend usw, sondern wirklich als ernstgemeinte normale Frage. Wo nach erkundigt man sich da?
Ich/Wir haben/hatten einige die LSBTI/Queer ( darf man das so sagen ohne jemanden zu beleidigen? das möchte ich natürlich nicht) sind und wir sind mit denen einfach völlig normal umgegangen/gehen mit ihnen völlig normal um wie mit jedem anderen auch.
Müssen wir uns da auch erkundigen? Haben wir bis jetzt etwas falsch gemacht? Das ist wirklich ernst gemeint. Wir wollen da niemanden beleidigen oder ähnliches in der Richtung. Wir haben uns da im Umgang ehrlich gesagt noch gar keine Gedanken drum gemacht und sie so wie immer alle behandelt/ mit ihnen umgegangen.
LG
Sacco
Ich glaube, wenn das nur Menschen im Bekanntenkreis sind wie bei euch, vermutlich erwachsene Menschen, dann müsst ihr da ja nichts "betreuen". Klassische Probleme erwachsen überwiegend aus dem Gedanken "...ist ja eigentlich eine Frau/ein Mann" womit dann das bei der Geburt zugewiesene Geschlecht gemeint ist. Ist für ganz viele ganz schwer, diesen Gedanken nicht zu haben. Der ist aber leider die Keimzelle dafür, Menschen falsch anzusprechen bzw ihre Identität spürbar anzuzweifeln.
Noch schwieriger wird es für viele Menschen, Menschen anzusprechen, die nicht binär sind, weil es einfach ungewohnt ist, auf Pronomen zu verzichten oder andere Pronomen zu verwenden.
Aber darüber wird man in der Regel ja informiert. :) In meinem Umfeld ist es überwiegend so, dass sich die Sprache dahingehend anpasst, dass man das Pronomen (z.B. xier) umgeht, indem man nicht sagt "gib ihr/ihm/xier mal die Schere" sondern einfach den Namen sagt "gib momo mal die Schere".
Aber sonst geht man natürlich einfach ganz natürlich miteinander um. :)
Kara's Family : mit dem Sohn darüber sprechen, was er sich wünscht. In der Regel folgt dann ein Gespräch mit der Klassenleitung.
Bei mir an der Schule läuft es eigentlich immer über diesen Weg.
Kind sagt's den Eltern, die Eltern sprechen mit der Klassenleitung und der Schulleitung, die kommunizieren mit den anderen Lehrkräften oder - je nach Kind - geht das Kind zu den Lehrkräften einzeln und sagt "in der Klassenliste steht Charlotta, ich bin aber Lars. Der Nachname stimmt aber. Ich möchte ab jetzt nur nur als Lars er/ihm angesprochen werden."
Dann geht alles seinen Gang.
Eine Hormontherapie muss natürlich medizinisch betreut werden, wenn die Entscheidung dazu gefallen ist. Ich kenne viele, viele Menschen, insbesondere Trans*jungs und Trans*männer, bei denen eine Hormontherapie wirklich sehr stark zum Wohlbefinden beigetragen hat. Manche davon waren sehr jung bei Beginn (12) und andere wesentlich älter (23).
Den Zeitpunkt und die Wahl der Eingriffe - oder auch der Verzicht auf Eingriffe - bleibt immer der Person überlassen. Manche wählen auch chirurgische Eingriffe, andere nicht.
Ich weiß nicht, ob dich auch Dokumentationen interessieren, da gibt es ja etliche. Die hier fand ich angenehm ruhig (da steht jetzt "nicht verfügbar" aber wenn man drauf klickt, kommt man zu der Doku):