Spannend, zu lesen! Ich hab jetzt ein bisschen darüber nachgedacht, ob ich das genauso empfinde. Nein, ich fühle es etwas anders: natürlich gibt es Komplimente/Lob "von oben herab". Aber es gibt auch wertschätzende Komplimente, Beobachtungen von jemandem, der/die auf Augenhöhe nachvollziehen kann, was ich getan habe oder gesagt habe/ meinen Umgang mit Situationen, Menschen, Tieren,... schätzt/ usw.
Und das finde ich auch unglaublich wertvoll, solche Komplimente zu geben, es ist einfach Wertschätzung untereinander, das kann nie schaden. 
voll. Ich bin ja total fürs nett mit einander sein.
Vielleicht ist bei mir das Wort Kompliment falsch behaftet, das verbinde ich immer mit zweckgebundenem Schmeicheln, das Wort Lob ist für mich irgendwas aus der Konditionierung. Also es verfolgt einen (Lern-)Zweck, der eben durch die lobende Person definiert wird.
Wir haben da vermutlich einfach unterschiedliche Vokabeln für. 
Bei mir geht die Abneigung da so weit, dass ich meinen Schulleiter mal ein Gutachten über mich hab ändern lassen, weil er darin geschrieben hatte, dass ich die Schüler:innen lobe. Da bin ich also vielleicht etwas extrem.
Bei mir hängt das sicher auch damit zusammen, dass ich in der Schule so viel damit konfrontiert werde, dass Lob eben nicht wertschätzend verwendet wird, sondern beurteilend.
Also eben nicht "das ist eine tolle Leistung! Danke, dass du so motiviert mitarbeitest, daraus ergeben sich so gewinnbringende Diskussionen von denen wir alle profitieren. Auf die Gedanken wäre ich gar nicht gekommen, die du da einbringst!" (das hast du geschafft, das wertschätze ich und hoffe, du kannst das auch selbst sehen) sondern "du hast dich verbessert. Weiter so." (so sollst du sein) - verstehst du den Unterschied, den ich darin sehe?
Ich erkläre das vielleicht schlecht.
Das eine zielt in meinen Augen (ggf. unbewusst) auf gegenseitigen Respekt und Anerkennung und das andere auf Erziehung und Leistungsbewertung.
Das heißt also für mich nicht, dass man nicht sagen soll, wenn man die andere Person wertschätzt oder ihr für etwas dankt.
Sondern nur, dass ich es schwierig finde, wie schnell man sich durch Lob beurteilt fühlen kann und diesen inneren pleasure-button dann immer wieder gedrückt bekommen will.
Ist ja im Endeffekt in der extremen Form wie likes oder die Reaktionen hier.
Wie bei diesen to-do-list-apps, die zwischendurch ein digitales Feuerwerk zünden, weshalb die App dann häufiger verwendet wird.