Ich bin seit 20 Jahren Vegetarier. Ich mochte Fleisch nie und habe es einfach irgendwann weg gelassen. Und es war ok für meine Eltern. Mittlerweile kann ich mir nicht mehr vorstellen, Fleisch oder besser "totes Tier" zu essen.
Allerdings habe ich kein Problem damit, meiner Familie ein Stück Fleisch in die Pfanne zu hauen und auch mein Sohn wird irgendwann Fleisch kriegen, wenn er es mag. Wenn ich etwas nicht leiden kann, dann sind es extreme. Und zwar in jede Richtung. Mir sind die Leute die sagen "wie kannst du nur ohne Fleisch leben" genauso zu wieder wie die Vegetarier oder Veganer, die sich hinstellen und sagen "iiiih Fleisch" oder "dieser Tortenheber hat eine Pizza von unten berührt, auf der oben Schinken liegt, damit darfst du meine Pizza nicht verteilen". Leben und Leben lassen ist dabei meine Devise.
Ätzend finde ich übrigens auch immer die Diskussion "dann musst du aber x oder y essen, damit du alle Vitamine und Mineralstoffe zu dir nimmst. Hat auch nur ein Fleischesser da mal drauf geachtet? Nein ist zumindest die Antwort in 90% der Fälle. Und komischerweise sind Gesellschaftlich (nenne ich jetzt mal so) Leute, die täglich Fleisch essen und nur super wenig Gemüse anerkannter, als Vegetarier, die sicher ausgewogener essen. Wobei ich da nie im speziellen drauf geachtet habe. Ich koche und esse, worauf ich grad Lust habe.
Aber mittlerweile habe ich ein absolut schlagendes Argument: Im Gegensatz zu 6 von 8 Mädels aus dem Geburtsvorbereitungskurs habe ich (als einziger Vegetarier) kein Eisen in der Schwangerschaft zu mir nehmen müssen und auch das Blutbild jetzt in der Stillzeit war ohne Beanstandung. Jetzt sind die Kritiker endlich halbwegs still. Nur die Sorgen um Hund und Kind bestehen weiter, aber da stehe ich mittlerweile drüber.
Allerdings könnte ich mir nicht vorstllen, Vegan zu leben. Lecker Joghurt, Eis oder ein hartgekochtes Ei auf warmen Brötchen hat schon was.
Rezepte sind schwer zu posten für mich, ich koche viel mit Blick in den Kühlschrank und nach was so da ist. Rezepte egal ob mit oder ohne Fleisch werden einfach abgewandelt und angepasst. Was viele nicht verstehen ist, dass ein normales Gericht schlicht ohne den Fleischanteil für mich ein vollwertiges Essen ist. Ich steh halt z.B. total auf Semmelknödel mit Rotkraut und Zwiebelsauce. Das Fleisch dabei vermisse ich null. Und ich brauch da auch keinen Ersatz für.