Vorne weg: Wenn hier von Ich und Du geredet ist im Text, dann ist das bitte absolut nicht persönlich zu nehmen, sondern soll nur meinen Gedankengang verdeutlichen und ist vom Schreiben her jetzt einfacher.
Ich finde das hat 2 Seiten. Die eine Seite ist ganz richtig, wenn du damit klar kommst, die Terrortöle an der Leine zu haben, dann ist das ja ok. Andererseits gibt es aber schon Berühungspunkte mit anderen Menschen. Damit meine ich jetzt nicht nur Leinenaggressive Hunde. Sondern alle, die Hunde haben, die nicht "perfekt" erzogen sind (und meine ist es sicherlich auch nicht).
Wenn mir 3 jugendliche Kerle entgegen kommen, rennend den Gehweg, mit schweren Schulrucksäcken und nicht besonders aufpassen und mir beim vorbeirennen auf den Fuss treten und/oder den Rucksack in die Rippen hauen, dann finde ich das nicht gut. Genauso wenig finde ich es gut, wenn mir ein Tut-Nix-Labbie entgegengerast kommt (so wie gestern, Frauchen noch ausser Sicht) und ich gucken kann, wie ich das geregelt kriege mit Hund an Leine, zweitem Hund frei und Kinderwagen.
Wenn auf der anderen Strassenseite eine 2 gehen und der eine brüllt permanent Beleidigungen heraus (muss damit ja nicht mal unbedingt mich meinen) finde ich das ätzend und frag mich, was der zuhause wohl an Erziehung genossen hat. Genauso find ich es blöd, wenn auf der anderen Straßenseite einer mit Hund geht, der die ganze Nachbarschaft zusammen kläfft.
Gerade das Gekläffe an Leine tut mir zwar nix, aber heisst, dass der dämliche Hund der die Straße hoch wohnt, das auch regelmäßig im Sommer gegen Mitternacht unter meinem Schlafzimmerfenster macht. Das finde ich dann wiederum nicht so beifallwürdig. Obwohl er sicherlich nicht beisst und Herrchen damit klar kommt. Ausserdem heisst es auch, dass ich meinem Hund nicht nur beibringen muss, ruhig an anderen Hunden vorbeizugehen, sondern auch noch den erhöhten Reiz - nämlich ruhig zu bleiben, wenn von anderer Seite total provoziert wird. Sprich, durch dieses Verhalten auf der einen Seite, muss ich mein Training erhöhen.
Es ist mir egal, wenn mir einer entgegen kommt, der nach landläufiger Definition als Goth, Punk oder "Alternativer" gekleidet ist. Genauso wie es mir egal sein kann (und höchstens für amüsante Lästerattacken herhält), wenn einer seinem Hund rosa Rüschenteile anzieht oder Spängen mit Schleifen in die Haare klemmt. Wenn ein Hund zeitlebens an der Leine bleiben muss, weil er jagt stört mich das auch nicht, der weckt ja mein Kind nicht aus dem Mittagsschlaf und der fällt mir auch nicht weiter auf, wenn er auf der anderen Straßenseite mir begegnet.
Warum darf also (um mal bei deinem Beispiel der Leinenaggression zu bleiben) ein Hund pöbeln und ein Mensch aber nicht?
Kein Hund muss perfekt sein. Kein Hund muss 30 Tricks beherrschen und im Fuss exakt mit seiner Schulter an meinem Knie hängen. Aber jeder Hund sollte so viel können, dass andere nicht beeinträchtigt werden.