Beiträge von Faesa

    Ich habe eine frühkastrierte Tierheimhündin (schon kastriert bekommen) mit vielen Verhaltensauffälligkeiten die eine solche Hündin mitbringen kann: Unsicherheit, wird nicht als 2 Jährige wahr genommen, benimmt sich teilweise wie ein absoluter Welpe (manchmal kommt mir doch der Gedanke, "willst du nicht mal erwachsen werden") etc. Immer mal wieder (gerade wenn Tagakm schreibt) wenn ich hier über die möglichen Wesensveränderungen lese, denk ich mir "na super, daher kann das also kommen". Oder wenn ich mir die Hündin ansehe, die ähnlich alt ist wie Lena und läufig werden durfte, da seh ich Welten in der Entwicklung zwischen den beiden Hunden. Da sie jetzt aber 2 Jahre ist, ist hoffentlich der Kelch der Inkontinenz an uns vorbeigegangen, soweit ich weiss, tritt das normalerweise im Alter 1,5-2 Jahre auf *hoff*

    Ich würde es nie so früh machen lassen, ich würde mir immer 2 Läufigkeiten ansehen und dann entscheiden, ob es nötig ist, oder nicht. Leinenspaziergänge kenne ich als Besitzer eines Hundes, der Kaninchen und alles andere jagtbare ganz toll findet, eh nicht mehr tragisch. Und das, obwohl meine Eltern einen unkastrierten Rüden haben - und ebensogut hinkommen - wäre halt 3 Wochen Kontaktverbot. Janz einfach...

    Ich find an dem zweiten Link (dem des Tierschutzes) aber wenigstens gut, dass mehrfach darauf hingewiesen wird, dass es Einzelfallentscheingen sind, dass es vorher andere Möglichkeiten probiert werden sollen und bei Läufigkeitsbeschwerden nur nach mehrfachen Auftreten.

    Die meisten, sind wir doch ehrlich, gehen hin wie die Besitzer der jüngst kastrierten Mädels in meiner Nachbarschaft: "ich hab keinen Bock auf noch mal 3 Wochen Leinegehen, jetzt ist sie kastriert, das war ja nervig".

    Gedanken gemacht hat sich darüber keiner, nur darüber, dass sie doch tatsächlich mal 3 Wochen Leine gehen mussten, was natürlich "unzumutbar ist" - wobei die eine hinten auf der Wiese sogar rumtollen durfte, solange nur Mädels anwesend waren und wir alle mit aufgepasst haben, wer aus der Entfernung auf uns zukommt. Soo schlimm kann es für den Hund also nicht gewesen sein. Aber gut, kastriert wurde der Hund, weil Herrchen keinen Bock hat - ist ja nicht gerade selten diese Einstellung.

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    Warum machen es dann die Tierärzte auch ohne medizinische Indikation (z. T. in Massen)? Und Tierkliniken ebenso? :???:

    Warum fahren 80% der Autofahrer zu schnell durch den Ort obwohl sie wissen, dass nur 30 oder 50 km/h erlaubt sind?

    Die Tierärtze wissen auch, dass wenn sie es nicht machen, dann halt ein anderer dran verdient. Also wird kastriert und letztlich ist die medizinische Indikation halt auch Auslegungssache. Und dann wird sie halt arg in eine Richtung gedeht und schon passt das wieder - leider.

    Über das Anbinden an sich scheiden sich ja die Geister, ich mach es auch ab und zu - lässt sich einfach nicht immer vermeiden bzw. ich möchte einfach nicht immer den Riesenaufstand veranstalten, um es komplett zu vermeiden.

    Letztlich ist es wie mit dem Alleine sein - sie muss es lernen. Ganz langsam. Ich würde also sie z.B. mal an einer Ecke anbinden und dann ums Hauseck gehen und sofort wiederkommen. Das dann steigern, damit sie lernt, das Alleine Bleiben gilt nicht nur zuhause, sondern auch da draußen. Gleiches mit dem Auto. Aussteigen, um 3 Autos drum rumlaufen, wieder hin gehen.

    Es ist ein Lernprozess, der durch Erfolg (also geschaffte Sekunden/Minuten ohne Theater) steigert, und nicht durch Aussitzen "muss es doch irgendwann kapieren" - denn dadurch steigern die Hunde sich oftmals nur noch mehr rein und letztlich haben sie mit dem Theater irgendwann Erfolg: Du kommst wieder (weil dein Kind fertig ist, du mit dem Einkauf fertig bist) - und der Hund lernt: Ich muss nur genug Theater machen, dann kommt sie wieder.

    Und nur weil viele ihren Labrador nicht gescheit auslasten, darf man keinen mehr haben? Nur weil viele Leute mit einer Flexi nicht umgehen können, darf man keine mehr sinnvoll nutzen? Nur weil viele Leute ihren Hund generell nicht erziehen darf man keinen Hund mehr haben?

    :???:

    Naja, ihr müsst ja nicht gerade einen nehmen, der noch importiert werden muss. Es gibt ja schon genügend, die hier in Deutschland sind. Die meisten Organisationen arbeiten mit Pflegestellen zusammen, d.h. der Hund lebt dort in einem ganz normalen Haushalt. Die Leute können euch dann also auch schon viel über den Hund erzählen, wie er so reagiert, Stubenreinheit etc.

    Wie lange es dauert - ich denke das hängt von allen möglichen Faktoren ab. Im Tierheim konnte ich Lena nach einer Woche mitnehmen. Viele Heime und Orgas machen Vorkontrollen, d.h. sie schauen euer Zuhause an, ob das alles so stimmt, was man da angegeben hab, einfach um sicherzustellen, dass keiner das blaue vom Himmel erzählt, und hinterher den Hund total versumpfen lässt. Jenachdem was da genau geprüft wird und wie schnell ihr eure Termine unter einen Hut bekommt, wird das schneller oder langsamer gehen.

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    Ja der Teil mit Reinrassig und ohne Papiere war blöd formuliert. Hatte ja auch schon im ersten Posting geschrieben, dass es eher ein Mischling wird, wollte damit nur sagen, dass ich natürlich einen gesunden und tollen Hund will, aber der muss jetzt nicht "adelig" oder so sein ;-) (ich dachte Ahnentafel wäre was für Hundeausstellung um damit Preise zu gewinnen und so)

    Na mit letzterem haben wir dir hoffentlich etwas anderes gelehrt jetzt. Eine Ahnentafel kannst du als Otto-Normalverbraucher in die Schließkassette packen und nie wieder ansehen, aber sie ist wichtig, um eben die Zucht zu kontrollieren und Krankheiten sowie zu viel Inzucht auszuschließen.

    Und ja, meiner Meinung nach gibt es nur 2 Varianten: Züchter und reinrassig mit Papieren oder Hund aus zweiter Hand - wobei ich unter letzteres alles fasse wie Tierschutzorganisationen, Tierheime, Rasse-in-Not-Seiten etc. Wenn du einen hübschen Kidji Welpen nimmst, reinrassiger Goldie aus Hobbiezucht zu einem 5tel des Preises was ein Züchter nimmt, unterstützt du jemanden, der ohne Ahnung von Vererbungslehre Nachwuchs züchtet. Und ob derjenige sich so prickelnd mit Sozialisierung etc. auskennt, weisst du auch nicht. Nein, ich möchte nicht die liebevolle Aufzucht eines Unfallwurfes mit Hinterhof-Geldgeilen-Vermehrern über einen Haufen kehren, aber dennoch sind die meisten (nicht alle) der Zeitungsanzeigen von Hobbiezüchtern geplante und gewollte Würfe mit einfach keiner Ahnung und das muss meiner Meinung nach nicht sein und sollte man nicht unterstüzten.

    Gerade bei einer Rasse wie dem Dalmatiner oder dem Goldie, die Rassebedingt ja nun stark erblich vorbelastet sind, sollte man auf eine gute Zuchtlinie achten, um eben die Taubheit und HD relativ ausschließen zu können.

    Apropos Golden Retriver: Ein guter Goldie hat übrigens nix mit dem überfütterten Langweiler zu tun, der Sonntags neben dem Kinderwagen herspaziert! Ein Retriver ist zur Jagt gezüchtet, genauer zu Apportieren, würde sicher an Dummitraining (nicht zu verwechseln mit Bällchenwerfen!) seinen Spass haben und ist sportlich, will und muss aber eben auch geistig und körperlich gefordert werden.

    Der Labradorclub von dir gelinkt ist der richtige, echte. In den anderen mag es auch wirklich verantwortungsvolle Züchter geben, aber die Zuchtordnung ist halt nicht so streng (ungut) und vor allem frage ich mich immer, warum hat es ein Verein, der "gute Hunde" züchtet nötig, einen anderen zu kopieren um für Verwirrung zu sorgen. Da ist doch in der Regel etwas faul dran.


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    Faesa

    Noch eine spezielle Frage. Du schreibst, das TH hat dir alles über Lena erzählt was sie wussten, Fakten und Gerüchte.
    War das denn viel so das du eine relative abgewogene Entscheidung treffen konntest, oder war es am Ende dann doch nur eine Bauchentscheidung?

    Hmmm.. Schwer zu sagen, ich würde sagen 50/50. Ja, Lena hat sich mich rausgesucht. Ganz klar, ich wollte einen maximal 15-18 kilo Hund, eher einen hellen aber sie hat sich mich herausgesucht. Sie hat mich nicht mehr gehen lassen am Zwinger und sie hat sich bei allen die vorher vorbeigingen nicht mal am Gitter gezeigt, währen alle anderen Rabaz machten und als ich da stand war es genau umgekehrt.

    ABER: ich habe am Gitter nichts über den Hund gewusst und wollte ERST mit der Dame reden bevor ich mein Herz verschenke und das, was sie mir dann über Lena erzählt hat, passte einfach. Ich habe dann eine Nacht darüber geschlafen, hatte ja schon vorher viel über die verschiedenen Rassen gelesen (und einen Labbie Mix hätte ich mir jetzt gewollt nicht rausgesucht, ich wollte eigentlich einen Schnauzer haben) und habe den Abend noch mal über diverse Rasseseiten gelesen um alles über Labradore und Dalmatiner zusammen zu tragen.

    Mir war von Anfang an der Charakter wichtig und dass der Hund zu mir passt, weniger welche Rasse es dann im Endeffekt ist. Der Hund sollte zu mir und meinem Leben passen und was mir an Macken über sie erzählt wurde, damit konnte ich leben. Z.B. galt sie als schwer vermittelbar weil unheimlich lebhaft - sie wäre nie zu einer Familie mit Kindern vermittelt worden - und ich habe den größten Pennhund, weil sie bei mir zum ersten mal in ihrem Leben ausgelastet wurde draußen. Ausserdem war klar, dass sie in den Keller gesperrt worden ist - es hieß zwar offiziell, dass sie bis zu 4 h alleine bleiben kann - aber dran geglaubt hat im Tierheim niemand (wurde bei Abgabe vom Vorbesitzer halt so angegeben). Es wäre schön gewesen - aber mir war klar, dass es höchst wahrscheinlich nicht so ist (und dann auch nicht so wahr, sondern ich einen Hund mit massiven Verlustängsten habe, aber das ist ein anderes Thema).

    Kurz gefasst: Sie wollte mich als Frauchen haben, und da sie optisch nun nicht in mein Raster passte, habe ich mein Herz sicherlich erst innerhalb der nächsten Stunde und der Gassirunde am nächsten Tag verschenkt. Also kein "schon aus 10 Meter Entfernung wissen das ist mein Hund". Aber dann war mir schon auch klar, das ist MEIN Hund und ich würde sie im Leben nimmer hergeben, mit all der Arbeit die in einem Labradormix steckt, der doch eher ein Workahollic ist, als ein nebenher laufender Familienhund.

    Ich würde mir da nicht allzuviel Gedanken machen. Hunde sind unglaublich anpassungsfähig. Überleg mal, was für eine Umstellung jeder Tierheim/Tierschutzhund durch hat, teilweise mehrere Vorbesitzer, und trotzdem leben die sich gut und relativ schnell ein. Und bei dir ist es ja nur das Umfeld, nicht mal eine der Hauptbezugspersonen (du).

    Wenn selbst kleine Welpen einen Umzug weg von Mama zu ihren neuen Familien verkraften, werden deine beiden Ladies das schon schaffen.

    Die Frage ist eher, wie geht es danach weiter. Können beide alleine bleiben? Wenn nein, würde ich langsam anfangen, sie daran zu gewöhnen, denn eventuell müssen sie ja je nach deiner neuen Arbeit einige Stunden alleine bleiben. Haben sie einen Schlafplatz bei dir? Wenn noch nicht, würde ich damit auch jetzt schon mal anfangen, sie stückweise an dich gewöhnen, also mal bei dir schlafen, mal unten. Oder dass sie am Wochenende mal komplett bei dir sind oder so.

    Du wirst das schon schaffen (bzw. ihr).

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    Und selbst alte Hunde können ihre Bindungen und Bezugspersonen innerhalb kurzer Zeit völlig ändern.

    Sonst könnte ja keiner einen Tierschutz oder Tierheimhund haben. Ich denke, meine hat eine sehr gute Bindung zu mir, und sie war 10 Monate als ich sie aus dem Tierheim geholt habe. Sehe diesbezüglich also keinerlei Problem.

    Interessant finde ich, dass du schriebst: "nach allem was du hier gelesen hast, möchtest du sie früher holen". Ich hatte eigentlich immer das Gefühl, dass hier geraten wird, sie so spät wie möglich zu holen und find das immer echt heftig, wenn Leute mit 7 Wochen (vor der gesetzlichen Frist) Hunde holen oder am 1. Tag wo es grad so erlaubt ist, nur um das kleine Bündel bei sich zu haben um dann mit Bindung zu argumentieren.

    Ich überlege grad, es gab die Tage einen Thread, da ging es um Welpenproblematik und da hatte jemand schön erklärt, wie die kleinen das normalerweise von der Mama lernen aber in dem Fall halt eben durch die frühe Trennung der Mensch es beibringen muss.. wenn ich es finde, poste ich den Link mal hier, ich fand das interessant (weil ich halt auch nie einen Welpen hatte, sondern nur den "Althund" und damit nie ein Problem hatte).