Zitat
Mal ganz davon abgesehen, dass ich mit meinem jagenden Winzling auch das halbe Repertoire durchexerziere, habe ich den Eindruck gewonnen, dass das Thema heutzutage ziemlich hochgespielt wird.
"Hunde haben nicht zu jagen."
Solche Aussagen kann ich nur bedingt nachvollziehen. Welche Überraschung - Hunde sind Jäger. Jagdverhalten ist eine Seite des Hundes, mit der wir uns auseinandersetzen und arrangieren müssen.
Klar ist es unschön, wenn man einen unkontrollierten Jäger seinen Begleiter nennt, wenn man den Hund im Wald nicht ableinen kann, weil er Bambi zum Fressen gern hat, wenn man sich Stunde um Stunde gedulden muss, bis der 'treue' Freund zurückkommt und und und.
Und noch unschöner ist es, wenn er das Tier entweder a) erwischt b) dadurch womöglich auch noch dessen Junge mittötet (ohne Mutter schutzlos) c) andere gefärdet z.B. Autofahrer. Ja, Hunde sind Jäger, von Natur aus, deshalb sollte man nicht überrascht sein, wenn der Trieb durchkommt. Aber zeige mir einen Wolf, der aus purem Spass jagt und das Vieh dann liegen lässt. Folglich sollte man den Hund, der wegen mir auch wegen Unterforderung oder sonst was jagt, NICHT jagen lassen.
Zitat
Gottlob ist in den meisten Fällen der Jagdtrieb nicht unermesslich groß. Welcher unserer Haus-Fifis zeigt denn noch eine komplette Jagdsequenz? Und wievielen 'Jägern' fehlt es eigentlich nur an Beschäftigung?
Lies dich mal durch den Anti Jagt Thread. Da wirst du eine ganze Menge Hunde finden, jeder Rasse und Alters, die komplette Sequenzen zeigen. Wenn ich meine ließe, würde sie Hetzen bis zum Erschöpfungstod des Tieres oder bis sie es hat. Soweit habe ich es nie kommen lassen, und von den suizidgefährdeten Karnickeln kann ich sie mittlerweile mehr oder weniger gut abrufen - und für alles andere habe ich ihr keine Chance mehr auf Erfolg gegeben.
Zitat
Ich persönlich störe mich nicht mehr daran, wenn mein Knirps den Kaninchen (und damit meine ich Kaninchen und keine Hasen) auf der Wiese nachsetzt. Kann ja Einbildung sein oder andere Gründe haben, aber seit ich ihr das 'gestatte' (was sollte ich auch tun, wenn die Ohren auf Durchzug stehen), lässt sie sich immerhin fast zuverlässig vom Hetzen abrufen.
Wie das der Hund unterscheiden soll, weiss ich zwar nicht, aber wenn du mit deinem Hund damit klar kommst, von mir aus. Bei mir im Ort hättest du eine saftige Geldstrafe am Hals, da ist es nämlich verboten und jedes Frühjahr gibt es großangelegte Verwarnaktionen über Zeitung und Ordnungsamt und ab Mai/Juni gibt es keine Verwarnung mehr, sondern direkt Bußgeld auch für KANINCHEN jagende Hunde.
Zitat
Selbst wenn ihr Jadgtrieb nie in den Griff zu bekommen wäre, käme ich nicht auf die Idee, sie zu einem Leben an der langen Leine zu verdonnern. Auch ein Jäger benötigt Freilauf und hat ihn verdient. Man muss ihn ja nicht gleich in der nächsten Schonung von der Leine lassen.
Mein Jäger bekommt Freilauf auf Hundewiesen (da wo 20 Hunde rumrennen ist auch kein Suizidgefährdetes Kaninchen mehr), im Garten, und in Bereichen, die ich einsehen kann und die Gefahr einschätzen kann. Z.B. verdrückt sich das Wild bei uns im Wald tagsüber wegen der vielen Spaziergänger weit in seine Verstecke, mit einem reinen Sichtjäger kann ich tagsüber also problemlos in den Wald - Morgenstunde und früher Abend - die typischen Ääszeiten - meide ich den Wald. Mein Hund hat sicher genug Freilauf und auch genügend artgerechte Auslastung und würde trotzdem im Moment noch jedem Wild hinterhergehen, was über den Weg hüpft (Vögel und Eichhörnchen mal ausgenommen, die werden ignoriert).
Zitat
Meine Empfehlung zum Antijagdtraining: Gelassenheit - dann wird's weniger schmerzhaft 
Richtig, und zwar Gelassenheit im Bezug darauf, dass man immer der Meinung ist, der Hund müsse dauerhaft und bei jeder Gelegenheit frei laufen können. Das ist reine Bequemlichkeit des Besitzers, dem Hund tut es überhaupt keinen Abbruch, wenn er regelmässig an der langen Leine liegt, solange die Auslastung stimmt. Wenn ich eine Runde Rad fahren gehe mit Lena ist sie 95% am Rad befestigt, vermutlich würdest du das nicht als unzumutbar bezeichnen, während das gleiche für 95% einer Gassirunde zu Fuß gelten würde. Warum? Für den Hund nichts anderes. Sie bekommt die Möglichkeit sich zu lösen und dann wird gelaufen. Und sie hat da mehr Spass dran, wenn ich aufmerksam bei ihr bin als wenn ich dumm rumlatsch und sie sich selber beschäftigen muss.