Beiträge von Faesa

    Nein, man muss kein Rentner sein. Und man muss auch nicht arbeitslos sein. Aber man muss bereit sein, zu verzichten.

    Warum wird euer Urlaub immer so aussehen? Ein normaler deutscher Arbeitnehmer hat zwischen 25 und 30 Tagen Urlaub. Das entspricht 5-6 Wochen im Jahr. Warum ist es nicht möglich, dass du davon mal 3 Wochen für den Hund opferst und dann dein Mann noch mal 2-3 Wochen?

    Ein Hund ist nichts, was mal eben so nebenher läuft. Ein Hund ist ein Lebewesen, ein Familienmitglied mit Bedürfnissen, die es auch zu befriedigen gilt, egal ob es uns passt oder nicht. Egal ob wir gerne 4 Wochen in die USA fliegen möchten oder nicht. Ein Hund bedeutet Verzicht, Verzicht auf Urlaub im ersten Jahr, möglicherweise Verzicht auf Hunde-unkompatiblen Urlaub, Verzicht auf ständiges Weggehen, Verzicht auf durchgängig gut gestylte Haare, eine immer saubre Wohnung und Klamotten usw. Aber es kann einem auf der anderen Seite sooo viel geben!

    Uaaaah. Wieder so ein "ich breche das Alleine Bleiben übers Knie" Thread.

    Bitte sei mir nicht böse für meine harten Worte, aber ich habe einen versauten Hund, der eingesperrt worden ist, dem das nicht anständig beigebracht worden ist und diese Verlustängste wünsche ich einfach keinem Hund.

    Alleine Bleiben muss man langsam aufbauen. Wenn sie es in Umgebung A kann, heisst das noch lange nicht, dass sie es in Umgebung B auch kann. Es muss immer wieder trainiert werden, damit der Hund das lernt.

    Hunde lernen sehr Personen und Ortsbezogen, darum ist es in der normalen Erziehung ja so wichtig, alle Befehle zu generalisieren (Sitz ist nicht nur im Wohnzimmer sitz, sondern auch im Flug, in der Küche im Hausflur, draußen auf der Wiese etc). Genau das gleiche gilt fürs alleine bleiben. Nur weil der Hund im Auto alleine bleibt, heisst das noch lange nicht, dass er kapiert hat, dass das das gleiche ist, wie bei deinen Eltern oder bei dir zuhause.

    Um dir gleich mal alle Illussionen zu nehmen: Ich habe 6 Monate für 4 Stunden gebraucht, so versaut war mein Hund. Also tue es deinem Hund nicht an, dass er jault, denn jedes jaulen und heulen müssen, wirft euch im Training zurück, im schlimmsten Falle soweit, wie ich zurückgeworfen war (Tierheimhund).

    Dann mal eine, bitte verzeih, provokante Frage: Wie kann ich mir einen Hund anschaffen, und keinen Urlaub nehmen?? Unter 3 Wochen Urlaub würde ich mir NIE einen Hund holen. Der Hund muss sich doch erst mal an euch gewöhnen. Muss lernen, dass er euch vertrauen kann. Dass er nun zu euch gehört. Und dann geht ihr direkt weg? Da lernt der Hund doch nur eines: Die sind völlig unzuverlässig.

    Ihr müsst dem Hund Struktur und Sicherheit geben, sonst wird das nix. Und es wird ein ewiger Terror sein. Ein Hund, dem man das alleine bleiben richtig beibringt und es sauber aufbaut, macht keine Randale und auch nichts kaputt. Mit so einem Hund hat man auf Dauer mehr Freude.

    Darum kann ich euch nur eines Raten: Gebt sie solange zu Freunden, wie ihr nicht für sie da sein könnt in der Zeit wo ihr arbeitet. Damit sie nie in die Verlegenheit kommt, euch nachzuheulen, was wieder ein Rückschritt wäre. Nehmt dann Urlaub, solange wie möglich am Stück und übt das alleine bleiben. Man fängt damit an, dass man mal ne Türe in der Wohnung hinter sich schließt, dann die Wohnungstüre, und vielleicht mal 20 Sek draußen ist, wenn das geht steigern auf Zeitung holen, dann 5 Minuten, dann 15, dann 30 etc. Nie zurückkommen, wenn sie heult oder fiept, wenn das der Fall ist, habt ihr übertrieben, dann einen Schritt zurück und langsamer aufbauen.

    Zu hoffen, dass der Hund "das schon irgendwann begreift" ist eine Illussion. Je nach Hund dauert dieses Aufbauen 3 Wochen oder 3 Monate, keiner kann euch sagen, wie lange es bei eurem dauern wird, das wird die Zeit bringen.

    Es gibt übrigens Hunde, die lernen es nie, 4h alleine zu bleiben, sind allerdings auch die starken Ausnahmen.

    Alleine bleiben steigert man im Minutentakt. Je nachdem wie der Hund das verträgt, kann man es schneller oder langsamer steigern, sprich, man muss entweder 10 mal 1 Minute vor die Türe gehen (über 2 -3 Tage verteilt) oder man muss nur 5 mal und kann dann auf 3 Minuten schon steigern.

    Ich kann dir nur eines ganz dringend ans Herz legen: Baue es ganz langsam auf. Baue es sicher auf. Baue es so auf, dass dein Hund NIE heulen muss oder euch suchen muss (was ich mir vorstellen kann, wenn er aufwacht und ihr plötzlich weg seit).

    Ich habe, wie oben geschrieben, einen Tierheimhund, der von den Vorbesitzern wohl immer in einen Kellerraum gesperrt worden ist. Ich tippe mal drauf, dass sie Terror gemacht hat, vielleicht auch Dinge kaputt. Ich weiss es nicht. Ich habe 6 Monate gebraucht, um die Phase des alleine bleibens auf 4 Stunden zu bringen und fast 1 Jahr, damit ich sie in Ausnahmen, einmalig, also nicht mehrere Tage hintereinander, auch mal 6 Stunden alleine lassen kann. Diese Verlustängste, die mein Hund hatte, wünsche ich keinem. Darum bitte, lasst euch Zeit und macht es lieber richtig, als zu schnell und dann Probleme zu haben.

    Ich werde das Gefühl nicht los, dass hier mal wieder vor der Anschaffung nicht alle Konsequenzen überdacht worden sind und einem jetzt einfällt, dass man ja Verabredungen, Arbeit oder sonst was hat, wo der Hund nicht mitkann und man eine schnelle Lösung braucht, inklusive einer Absegnung vom Forum für das eigene schlechte Gewissen.

    Plane durchschnittlich 3 Monate ein, bis du deinen Hund 4h alleine lassen kannst, und dabei Training in Minutentaktsteigerung. Herzlich Willkommen in der Welt eines Hundewelpen - der Grund, warum ICH mir keinen Welpen, sondern einen erwachsenen Hund aus einem Tierheim angeschafft habe (der dann allerdings auch nicht alleine bleiben konnte und ich habe fast 6 Monate trainiert für die 4h nur mal so als Denkanstoss....)

    Danke für den Lacher am Morgen. Lena kennt ziemlich viele Worte, aber ja, Satt gehört vermutlich auch nicht zu ihrem Wortschatz. Eher schon "ich sichere mir mal, was Frauchen mir grad gegeben hat und beobachte dann weiter die Küche und hole mir das erst dann wieder, wenn es wirklich nichts anderes noch gibt".

    Ich habe ihr schon mehrfach auf der Hundewiese vorgeschlagen, eine Selbsthilfe Gruppe der verhungerten und ungeliebten Hunde zu gründen, bisher ist es mangels Initiative eines der Vierbeiner gescheitert, vermutlich sollte den Vorsitz der übernehmen, der das größte Loch im Bauch hat, und sie konnten sich diesbezüglich nicht einigen.

    Ganz wichtig: lass ihn immer nur so lange alleine, wie er ohne heulen und Theater machen kann. Denn reinkommen wenn er Theater macht, ist nicht gut, dann lernt er, er muss nur jaulen/bellen/heulen und du kommst wieder.

    Daher eben wie schon gesagt: gaaaaanz langsam steigern und testen, wie relaxt er bleibt.

    Geht es denn in der Wohnung schon, dass du die Türen hinter dir schließt?

    Zitat

    In der Badewanne hat er außerdem Angst, möchte ich auch nicht mit Gewalt machen und auch mit Leckerli ist er nicht hineinzubekommen

    Für den Fall dass du es doch irgendwann mal brauchst (so nach wälzen in Gülle oder so) würd ich das aber trotzdem entweder üben oder ein Herz aus Stein haben. Ich habe mich für letzters entschieden. Meine Madam hasst die Badewanne auch, aber manchmal muss es einfach sein. Als Entschädigung gibt es eine Dose Nassfutter, was sie Gabelweise von der hinteren Badewannenecke kriegt, damit ist sie schön in die Wanne reinorientiert und damit "erträgt" sie es. Mögen ist sicher was anders, aber immerhin krieg ich sie so sauber.

    Dein Hund hat also in irgendeiner Form Stress. Sei es durch Langeweile, unausgelastet sein oder dadurch, dass er mit dem Alleine Sein nicht umgehen kann.

    Wie hast du das alleine bleiben aufgebaut?

    Du schreibst, dass bevor du weg gehst, 20 Minuten richtig getobt wird. Damit putscht der Hund total hoch und dann gehst du weg und lässt praktisch ein adrinalingeladenes Hundekind zurück. Versuche ihn schon auszulasten, aber bevor ihr weggeht, dass er ruhig ist. Wenn du grad vom Joggen kommst, fällst du auch nicht direkt ins Bett, sondern schaust erst mal fern oder sonst was, um ein wenig runterzukommen.

    Ne Pfeiffe, die ich nicht höre, kann ich nicht kontrollieren, ob sie funktioniert oder ob ich die richtige Tonfolge gepfiffen habe. Für mich wärs nix. Ich hab zwar auch eine normale Hundepfeiffe, aber die gibt auch einen Ton von sich - neben der Büffelhornpfeiffe. Letztere ist zwar relativ laut, aber nicht so schrill vom Ton her. Darum empfinde ich sie als fast angenehmer.