Retriver, auch die Golden Retriver sind als Arbeitshunde gezüchtet, genauer zum Apportieren nach erfolgtem Schuss.
Also sind sie grundsätzlich schon mal Jagthunde. Viele Retriver haben diesen Trieb auch noch mehr oder weniger ausgeprägt, das sieht man einem Welpen aber nicht an, sollte dir also klar sein, dass dir das "blühen" kann.
Eine artgerechte Auslastung für Retriver ist daher oftmals das Apportieren. Damit ist aber nicht sinnfreies Bällchenwerfen gemeint, sondern konzentriertes Arbeiten mit einem Apportel (dabei ist es egal, ob das ein Dummi, ein Ball oder ein Kuscheltier ist).
Ein Retriver verlangt eine gewisse körperliche Auslastung, die kann sicher das Toben im Garten mit den Kindern in TEILEN ersetzen, aber die geistige Auslastung, also Forderung des Kopfes, ist genauso wichtig, sonst stumpft der Hund ab und entwickelt im schlimmsten Fall irgendwelche Neurosen.
Es gibt bei den Retrivern meist zwei Zuchtziele, da solltet ihr euch vorher genaustens informieren. Einmal die, die auf das Unwort "Familientauglichkeit" züchten, wo also hauptsächlich Hunde verpaart werden, die keinen großen Arbeitswillen mehr haben und als zweites eben solche, die einen stark ausgeprägten Arbeitstrieb noch haben. Mit letzterem kann man einen echten Workaholic bekommen, der auch entsprechend beschäftigt werden möchte.
Retriver sind leider Hunde, die stark in Mode sind, und die durch die Überzüchtung und Massenzucht stark zu Gelenkproblemen und diversen anderen Erbkrankheiten neigen. Daher ist bei einem Retriver ganz dringend anzuraten, nur ausschließlich bei einem "echten" Züchter, also mit Papieren von einem Verein, der dem VDH angeschlossen ist, zu kaufen. Auch hier sollte man sich den Züchter noch gut ansehen, aber die Wahrscheinlichkeit einen kranken Welpen mit Gelenkproblemen zu bekommen, ist einfach wesentlich verringert gegenüber den "süssen Unfallwelpen" aus der Zeitung.
Es gibt hier im Forum einen Thread "Retriver unbedingt vom VDH" oder so ähnlich. Da wird sehr viel erklärt, warum es gerade bei dieser Rasse extrem wichtig ist, auf die Ahnen und Nachvollziehbarkeit der Erbanlagen (sowohl gesundheitlich als auch was die Triebe betrifft) zu achten.
Retriver sind tolle Hunde, brauchen keine 24h Dauerbespassung aber meist mehr, als man denkt. Vom Bild des hübschen Goldies, der Sonntags bei schönem Wetter mal neben dem Kinderwagen herdappelt, sollte man sich verabschieden. Ein Retriver braucht schon mehr Bewegung als das. Viele der Goldies die man so sieht sind leider komplett unterfordert und auf der anderen Seite überfüttert.
Artgerecht ausgelastet, vom Kopf beschäftigt sind es tolle, zufriedene Wegbegleiter.