Beiträge von Trillian

    Ich gebe Dir völlig recht, wenn es um einen "neuen" Hund geht.

    Aber - grad in dem besprochenen Fall - definiert sich doch der "Führungsanspruch" auf dieser einen Ebene. Das ist doch ein Verhalten, das sich über Jahre etabliert hat. Auf den anderen Ebenen gibt es ja keine Schwierigkeiten.

    Was nicht heißt, dass man jetzt die anderen Ebenen außer Acht lassen darf. Da heißt es natürlich beobachten.

    Aber die aktuelle Frage war ja nicht, was man auf welcher Ebene macht, sondern warum man es auf dieser Ebene eben genau so macht.

    Zitat

    Nun aber dürfte der Hund dann überhaupt wieder Aufmerksamkeit bekommen, wenn man nicht auch mit anderen Dingen "die Führung" gegenüber den Hunden klar stellt, sondern nur nicht beachtet?

    hm, ich weiß nicht genau, wie ich das erklären soll. Ich glaube, für Hunde besteht "Führung" aus unterschiedlichen Punkten. Manche Hunde definieren "Führung" hauptsächlich über den Besitz von Ressoucen, andere eher durch interaktion und die Möglichkeit, ihre Menschen zu manipulieren. Wieder andere dadurch, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen, ohne sich von den Wünschen der Menschen beeinflussen zu lassen.

    Wenn ich so einem "Aufmerksamkeits-Junkie" sage: Geh auf deine Decke und nerv mich nicht, dann wird der Hund aus dieser Diskussion seine Aufmerksamkeit beziehen. Die wenigsten Menschen sind in der Lage einen solchen Hund auf seine Decke zu schicken ohne ihn mit Aufmerksamkeit und Interaktion zu belohnen. Wir Menschen sind dafür einfach nicht schnell und genau genug.

    Natürlich kann ich den Hund irgendwann wieder beachten. Aber eben nicht während des "Entzuges". Da durch die Belohnung zwischendurch sofort wieder der Kampf um Aufmerksamkeit ausgelöst wird.

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    Zu der Interaktion zwischen Hunden, diese handhaben es doch ganz genauso, die haben auch mehrere Dinge, um ihre Führung zu behaupten und bei denen ist es auch mal so, das ein Verhalten nicht beachtet wird, aber etwas später genau zu diesem aufgefordert wird.

    Das stimmt, aber bei Hunden untereinander würden sich solche Fehler auch nicht einschleichen und über Jahre verfestigen.

    Ich denke, das Problem ist, dass Hunde "süchtig" nach Aufmerksamkeit werden. Da ist dann irgendwann auch egal, in welcher Form sie diese Aufmerksamkeit bekommen, im Zweifel ist da negative Aufmerksamkeit immernoch besser als keine Aufmerksamkeit. Und während des "Entzuges" löst jede Aufmerksamkeit außer der Reihe sofort Hoffnung auf mehr aus. Dieses Hoffen und wieder enttäuscht werden stelle ich mir wesentlich stressiger vor als gar nicht erst zu hoffen.

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    Das ist die Krux an der Sache. Man weiß es meistens nicht und deswegen kann man das auch nicht in Rassen einteilen.

    Sicher ist es einfacher einen durchdrehenden Dackel als eine durchdrehende Dogge zu halten. Aber macht das den Dackel einfacher? Ich persönlich hätte weder Dackel noch Dogge gern an der Wade hängen. :)

    Aber es gibt schon Rassen, die eine relativ entspannte Grundhaltung haben und Rassen, die eher übersensieble Mimosen sind. Und dazu kommt das aggressionspotential, auf das in der Zucht hingezüchtet wurde.

    Würde man das nicht (grob) nach Rassen einteilen können, würde es ja gar keinen Sinn machen, Rassen zu züchten. (Natürlich gibt es dann innerhalb einer Rasse unterschiedliche Linien und innerhalb eines Wurfes unterschiedliche Charaktere.)

    Ach, das klappt schon. Und wenn nicht, es ist ja glücklicher Weise "nur" ein Trick.

    Sag mal, was für einen Hund hast Du denn? Denn - zugegeben - 40 cm und 24 kg kommt mir schon heftig vor. Aber vielleicht verschätze ich mich da auch.... (Lotte wiegt bei 32 cm 6 kg und Trudi mit 50 cm 17 kg)

    Huhu Antje!

    Ich kann leider immer noch nichts zum Thema beitragen. Aber ich möchte Dir den Rat geben, Dich am Wochenende so gut wie möglich abzulenken. Ich weiß, man kommt sich vor wie das schlimmste Rabenfrauchen der Welt, wenn man etwas anderes tut, während der eigene Hund in der Klinik liegt.

    Aber sieh es mal so, wenn Deine Maus wieder nach Hause kommt, dann wirst Du all Deine Kräfte für sie brauchen. Also versuch jetzt ein wenig Ruhe und Entspannung zu finden, damit Du nicht völlig auf dem Zahnfleisch gehst, wenn sie heim kommt.

    Ich drücke weiterhin ganz fest die Daumen

    Hach, ich kann mich noch gut an die lebhafte Diskussion erinnern, auf die Frage, was ist ein Hundeanfänger....

    Den Unterschied sehe ich hier bei uns. Ich habe mit Sicherheit viel mehr Erfahrung mit Hunden als meine Frau. Dadurch kann reagiere ich in vielen Situationen viel schneller und präziser als ein Anfänger es tut, weil ich nicht lange darüber nachdenken muß.

    Und dann gibt es Hunde, die nutzten ein Zögern oder eine Unsicherheit aus und es gibt Hunde, die tun das nicht. Das ist oft rasseabhängig.

    Der andere Punkt, ich bin mit Hunden aufgewachsen. Ich weiß, wie viel Arbeit ein Hund bedeutet. Das ist eine Erfahrung, die ich mir nicht anlesen kann. Da weiß ich erst, was es bedeutet, wenn ich im Winter Morgen für Morgen im Dunkeln, bei Schnee und Regen mit dem Hund durch die Gegend stapfe. Weil ich das weiß, sind für mich diesmal verschiedene Hunde rausgefallen, weil ich weiß, das ich das nicht will. Also habe ich mich für Hunde mit "normalem" Anspruch entschieden.

    Das alles heißt nicht, dass es nicht auch Anfänger gibt, die mit ihren "Nicht-Anfänger-Hund" großartig zurecht kommen. Aber es ist eben nicht die Regel und es soll ja eine Kombination gefunden werden, die beide glücklich macht. Der Anfänger soll ja seinen Hund nicht leidend ertragen.

    @ Marlis: Natürlich soll ein kleiner Hund ein ebenso glückliches Leben führen wie ein großer Hund. Ich denke, es ging hier mehr um die Gefahr für die Menschen, die von einem solchen Hund ausgehen können.

    Der für mich wesentlicht Punkt ist, dass eine Methode zu Hund und Halter passen muß.

    Ich ignoriere meine Hunde nicht, aber ich behaupte auch, dass es mir ohne Probleme gelingt, abverlangendes Verhalten zu ignorieren.

    Wenn es einem Menschen schwer fällt, da zu unterscheiden, dann ist es sicher als einstieg sinnvoll, zuerst den Hund gänzlich zu ignorieren. (Wobei man im betreffenden Fall ja gut sieht, dass die Anweisung 100% Ignorieren dann 85 % Ignorieren zur Folge hat.)