Beiträge von Trillian

    Ui, hier war ja ne Menge los....

    ...ein ganz schönes Kuddelmuddel...

    1. Ich glaube nicht an die "Gesamtpaket-Theorie". Zumindest nicht ohne wichtige Einschränkungen. Wenn ich einen Hund habe, der dafür gezüchtet wurde, unabhängig vom Halter zu jagen, dann wird er - unabhängig davon, wie gut die Beziehung zum Halter ist - nicht fragen, ob er jagen soll oder nicht, bzw. wie er jagen soll. Das heißt, ich muß über "normal Null" mit diesem Hund hinaus arbeiten. Ebenso bei Hunden mit ausgeprägtem Schutztrieb. (Warum sollte ein Hund, der geschaffen wurde um sein "Rudel" zu schützen, die Verantwortung für die Sicherheit seines Rudels abgeben?) Das sind Dinge, die ich mit bestimmten Hunden speziell trainieren muß, unabhängig von Beziehung und Erziehung. (Das trifft nicht nur auf das Zuchtziel sondern auch auf die persönlichen Erfahrungen des Hundes zu)

    2. Es gibt sehr unterschiedliche Menschen, die sich entscheiden, mit Hunden zu leben. Die einen machen es "instinktiv" richtig. Die anderen haben sich mit viel Mühe Wissen angeeignet. Und wieder andere machen eine Menge Fehler.

    3. Es gibt viele unterschiedliche Hunde. Die einen neigen dazu, die Fehler ihrer Menschen auszunutzen, die anderen tun das nicht.

    und natürlich gibt es bei Mensch und Hund viele Zwischenstufen...

    Ich glaube, es ist relativ leicht zu sagen: Man muß das doch nur so und so machen und dann ist dies und das völlig überflüssig, wenn man instinktiv das richtige Gefühl hat. Es ist auch relativ leicht, wenn man einfach einen Hund hat, der kein Bestreben hat, seinen Menschen Schwierigkeiten zu machen.

    Was anderes ist es doch, wenn sich Fehler über Jahre eingeschlichen haben. Da ist es doch viel schwerer etwas zu ändern, als wenn man ein ganz neue Beziehung beginnt.

    4. Beim immer wieder angesprochenen "nicht beachten" (in seiner gesteigerten Form "anbinden") soll der Hund doch gar nicht lernen, was er tun soll bzw. welches Verhalten sich für ihn lohnt. Er soll nur lernen, welches Verhalten sich nicht - mehr - lohnt. Das einem Hund beizubringen ist schwer, besonders, wenn man derjenige ist, der es dem Hund zuerst beigebracht hat.

    5. Zur Frage, ob es unfair dem Hund gegenüber ist, ihm in einer Beziehung den Boden unter den Füßen weg zu ziehen... Unfair war sicher, es erstmal so weit kommen zu lassen. Dieses Muster zu durchbrechen, ist sicher zunächst schmerzhaft und verwirrend für den Hund, hat aber später mehr Lebensqualität zur Folge.

    Um nochmal ein Beispiel aus der Menschlichen Welt zu bemühen:

    Niemand würde ernsthaft behaupten, dass es richtg wäre, ein stark übergewichtiges Kind weiter mit Süßigkeiten und Fast Food vollzustopfen, nur weil das Kind es schon immer so kennt und traurig wäre, wenn es jetzt nur noch gesundes Essen bekommt.

    Ich finde die Unterteilung in Anfängerhund und Nichtanfängerhund sinnvoll.

    Es bleibt ja weiterhin jedem Anfänger freigestellt, sich einen Nichtanfängerhund anzuschaffen, so wie ich an der VHS gleich am Fortgeschrittenenkurs teilnehmen kann, wenn ich es mir denn zutraue.

    Ebenso kann sich ja auch ein "fortgeschrittener" Hundehalter für einen Anfängerhund entscheiden.

    Aber es sollte halt jedem vorher klar sein, auf was er sich einläßt. Und ich für meinen Teil kenne eine Menge Menschen, die hinterher gesagt haben: Wenn ich das vorher gewußt hätte.