Zitat
Naja, er würde nicht nur "im Feld" verschwinden um zu jagen, sondern auch im Ort, da geht er allerdings dann nicht jagen, sondern einfach nur seinen "Kontrollgang" durchs Dorf.
Tatsache ist, dass es ihm absolut egal dabei ist, wo ich bin. Er verlässt sich darauf, dass er mich oder eben unseren Hof schon wieder findet.
Ich denke schon, dass es auch bei der Auslebung der hündischen Gelüste
einen Unterschied macht, ob der Hund diese eben nur in erreichbarer Nähe des Hundehalters ausführt oder ob er dafür auch in Kauf nimmt, sich sehr weit vom Hundehalter zu entfernen (auch aus der Rufweite).
Es gibt hier ja sogar auch Hunde, denen eben in diesem Umkreis (gleich,oder nach einiger Zeit) langweilig wird und die sich deswegen einfach hinlegen, anstatt ihren Umkreis zu vergrößern.
Ist Sascha an der 20m Schleppe, dann legt er sich auch irgendwann einfach hin, wenn er aber frei ist, dann sucht er sich eben Beschäftigung und die findet nicht nur im Umkreis von 100m um mich herum statt 
Ich glaube, jeder Hund hat einen Radius um seinen Halter drum. Und ich glaube auch, dass es nichts damit zu tun hat ob der Hund seinen Halter sieht. Merken tue ich es daran, dass Numa manchmal auch hinter einer Baumgruppe oder einem Gebüsch verschwindet, aber eben ein paar Sekunden später auf der anderen Seite auftaucht. Wenn es ihr wichtig wäre mich nicht aus den Augen zu verlieren, dann müsste sie ja da nicht hinter verschwinden.
Ich musste mir schon relativ früh Gedanken machen um diesen Radius, denn Numa hatte schon als Welpe keinen Folgetrieb. Dazu kam dieser große Radius und ein Abruf, der nicht funktioniert hat. Was hat das bedeutet: Schleppleine. Aber ich habe die Schleppleine lediglich dazu verwendet, dass der Hund nicht abhaut und einen größeren Radius hat. Ich habe kein Schleppleinentraining gemacht. Warum? Ich wollte nicht dass mein Hund dauerhaft an diesen Radius gewöhnt wird. Mir ist es egal, wie weit sie sich entfernt, solange in der näheren Umgebung keine Gefhr besteht und sie beim Rufen zurückkommt. Wenn wir auf einem freien Feld sind, dann kann sie sich auch 300-500 meter entfernen. Sie kommt ja zurück wenn ich sie rufe.
Also habe ich sie auf die Pfeife konditioniert und habe generell an mir und meiner Einstellung gearbeitet, dass ich mich draußen sehr interessant machen muss. Ich muss interessanter sein, als jeder Pferdehaufen, als jeder Hund, als jeder Vogel, jedes Reh, jedes Wildschwein, jeder Spur, einfach besser als alles.
Numa hat keinen sehr ausgeprägten Jagdtrieb. Wenn sie nicht ausgelastet oder überlastet ist, dann wird sie zur Sichtjägerin. Der Vorteil ist, dass es im wald keine Vögel gibt, zumindest keine, die wie Tauben auf dem Bode rumhüpfen.
Ich habe im Wald mit Numa letztens eine Wildschweinhorde getroffen. Die Tiere waren nur ca 30 Meter entfernt, standen zwischen ein paar Bäumen und haben im Boden gewühlt. Numa hat sie nicht bemerkt. Wir waren eine kleine Gruppe und sind kurz stehengeblieben und es wurden Waffeln verteilt und Numa hat die ganze zeit auf die waffeln gestarrt. wir mussten dann an den wildschweinen vorbeigehen und numa hat nur auf dem boden geschnüffelt und hat die schweine dann beim vorbeigehen auch gesehen aber interessiert hat es sie nicht.
Von daher habe ich halt den vorteil, dass ich nur gegen ihre Selbstständigkeit arbeiten muss, und nicht noch dazu gegen einen Jagdtrieb.
Wenn man gegen beides arbeiten muss, ist es sicherlich schwierig, aber ich denke nicht unmöglich, wenn man beides getrennt bearbeitet...