Beiträge von jennja

    ich weiß, das ist nicht das Thema, aber das lässt mich nicht los...

    Ja, es gibt Arbeits- und Showlinie, es gibt auch Vielseitigkeitslinie und es gibt Mischungen aus all diesen Linien. Ich hoffe mal nicht, dass du an einen Züchter geraten bist, der dir erzählt hat, Arbeitslinie = anstrengend und sehr fordernd und Showlinie = ruhiger und besser geeignet für Therapiearbeit. So ist es nämlich nicht, es ist viel komplizierter. Dass ein Hund Show-gezogen ist sagt sehr sehr häufig rein gar nichts über sein Wesen aus. Wenn du einen wirklich wesensfesten Hund haben willst, bist du unter Umständen mit Arbeitslinie (von einem Züchter der weiß, was er tut (sprich verpaart)) besser bedient.

    Ich hoffe sehr für dich, dass du einen Hund findest, der dich nicht enttäuscht, was dein Vorhaben angeht. Versprich dir bitte nicht zu viel davon, einen Welpen entsprechend zu prägen usw. Beim "falschen" Aussie geht das im Zweifelsfall nach hinten los. Du solltest damit rechnen, dass der Hund sich nicht für die Therapiearbeit eignet. Wenn er es doch tut - Glück gehabt!

    Sorry, aber das musste ich noch loswerden. Ich habe einfach zu viele Abgabeaussies im Kopf - Abgabegrund sehr sehr oft "nicht kinderkompatibel". Neulich erst wieder. Das tut einfach weh, weil es dieser wunderbaren Rasse gegenüber einfach nur ungerecht ist :/

    noch mal zur Ausgangsfrage...

    Als wir damals den Hund angeschafft haben, waren die Bedingungen so:
    - ich vollzeit angestellt (Bürotätigkeit)
    - mein Freund Freiberufler mit festen Bürozeiten (ganztags, in der Stadt)

    Es gab von Anfang an die Möglichkeit, dass entweder ich oder mein Freund den Hund mit ins Büro nimmt. Wenn es bei mir mal nicht ging (Meeting o.ä.), dann ging Bela mit meinem Freund mit und andersrum. Somit musste Herr Hund nie alleine bleiben. Wir haben das Alleinebleiben aber trotzdem recht intensiv geübt, denn man kann ja nie wissen.

    Das Ganze entwickelte sich dann so, dass Bela sich irgendwann nicht mehr wirklich wohlfühlte bei mir im Büro, obwohl ich ein Einzelbüro habe und er einen großen Kennel hat, den er als Höhle nutzt. Er hat aber ein paar Schwierigkeiten mit einigen Kollegen von mir und mit meinem Chef entwickelt, sodass ich ihn immer öfter am liebsten zu Hause lassen wollte. Mein Freund hat sich zu der Zeit beruflich etwas verändert und arbeitet seit geraumer Zeit viel von zu Hause aus, fährt mal für ein paar Stunden zum Kunden, ist aber nicht länger als 5-6 Stunden außer Haus. Somit ergab sich dann die beste Möglichkeit von allen: der Hund bleibt zu Hause und ist tagsüber maximal 6 h allein. Ihm tut das sehr gut! Er kann entspannen und ich glaube, er schätzt es sogar, hin und wieder (es ist ja nicht jeden Tag) alleine zu sein. Er verzieht sich dann ins Schlafzimmer und pennt im Bett :smile: Wenn ich abends von der Arbeit nach Hause komme, bin ich immer diejenige, die mit dem Hund etwas macht (Gassi gehen, etwas trainieren oder Joggen...). Seitdem ist unser Hund deutlich ausgeglichener und konzentrierter. Momentan ist es so perfekt und ich hoffe, dass es noch lange so bleibt, oder aber, dass ich auch irgendwann von zu Hause arbeiten kann (mache ich jetzt ab und zu, aber nicht regelmäßig) oder aber weniger als 10-11 h (so wie jetzt) außer Haus bin.

    Ein Zeitlang ist die Nachbarstochter mittags mit dem Hund raus gegangen, das geht aber auch nur, weil die beiden sich gut verstehen und mein Hund sehr gut auf sie hört.

    es mag ja sein, dass man als Mensch Ziele hat, ist ja auch schön und gut. Aber WARUM muss immer wieder aus einem Hund, der typischerweise folgende Eigenschaften in sich vereint:
    - Wach- und Schutztrieb, territorial
    - kein geringes Aggressionspotential
    - Reserviertheit gegenüber Fremden
    - niedrige Reizschwelle

    EXAKT das Gegenteil gemacht werden? Oder zumindest versucht werden. Der Hund wird da in eine Rolle gepresst, für die er einfach nicht gemacht ist. Wenn es bei vereinzelten Exemplaren klappt - wunderbar. Aber das sind Ausnahmen und keine Paradebeispiele!

    Ich werde es NIEMALS begreifen.

    Wenn ich tiergestützt arbeiten will, habe ich eine ganze Palette an Rassen zur Auswahl. Warum kein Golden Retriever? Warum kein Hund mit einer sehr hohen Reizschwelle? Das wäre doch wirklich viel besser. Aber nein, es muss unbedingt eine Rasse sein, bei der man unbedingt beweisen muss, dass es eben DOCH geht. Typisch Mensch! :roll:

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    Aber ehrlichgesagt ist der Live View ziemlich lahm, den kann man echt vergessen....

    jep, ist er. Gar nicht zu empfehlen...

    Das ist ja auch der Witz an einer DSLR. Man fotografiert, und knipst nicht nur wie bei einer Kompakten :D

    WildeYuna: probier doch erstmal in P (Programmautomatik) zu fotografieren. Parallel liest du das Handbuch und informierst dich über die Zusammenhänge zwischen Blende/Verschlusszeit/Iso und steigst dann in die Halbautomatik ein. Wenn du dir dann sicher genug bist, kannst du auf manuell switchen. Wäre bzw. war mein Weg :smile:

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    Ja, ein Welpe wäre schon besser. Es geht ums sozialisieren (schon ab Welpenalter Kontakt mit mehreren Kindern; Autofahren; U-Bahn fahren; uvm.) aber auch um das Vertrauen, dass von Klein auf aufgebaut werden soll. Und der Hund soll von Klein auf in seine spätere Rolle "hineinwachsen". Man beginnt also mit der "Ausbildung" schon im Welpenalter - indem man ihn durch die Erziehung in die richtige Richtung lenkt. Einem erwachsenen Hund, der vielleicht ein toller Familienhund wäre, aber noch nie mit so vielen Kindern auf einem Haufen oder ähnlichen Situationen konfrontiert worden ist, fällt es schwerer sich an die Situation zu gewöhnen.
    Und bei einem erwachsenen Hund weiß man halt auch oft nicht, was er schon erlebt hat; wie er erzogen oder sozialisiert wurde.
    Auch meine Ausbilderin meinte, dass ein Therapiehundeteam am Besten funktioniert, wenn Mensch und Hund von Anfang an (also Hund als Welpe) eine Einheit bilden und der Hund von Anfang an an SEINEN Menschen gebunden ist.

    so ähnlich habe ich bei meiner Aussie-Anschaffung auch gedacht - und musste dann feststellen, dass Sozialisation und Prägung nicht alles ist, lange nicht alles!! Bitte mache dir klar, dass es derbe nach hinten losgehen kann, wenn du den "falschen" Welpen erwischst (viele Welpen entwickeln sich völlig anders als man sie in den ersten Lebenswochen erlebt hat) und diesen in ein Leben und in eine Aufgabe zwängst, die ihm absolut nicht liegt!

    Mein Aussie sollte Bürohund werden, übrigens auch in München (Innenstadt). Ich bin mit ihm ab der 9./10. Woche U-Bahn gefahren, hab ihn mit ins Büro genommen usw usw. Das ganze Programm, ich hab wirklich nichts ausgelassen. Er hatte auch Kontakt mit Kindern aller Altersstufen!

    Fazit: wir sind raus aufs Land gezogen. Dem Hund zu Liebe (und meinen Nerven zu Liebe) und ich nehme ihn auch nicht mehr mit ins Büro (nur noch ausnahmsweise). Was war passiert? Eigentlich gar nichts. Es hat sich nur gezeigt, dass trotz aller Bemühungen meinem Aussie dieses Leben, das ich mit ihm vorhatte zu leben, gar nicht liegt. Er ist reserviert hoch 3, hat Schutztrieb, kann nicht mit jedem anderen Hund, lässt sich von Fremden kaum bis gar nicht anfassen, kann mit Kindern (vor allem kleinen) gar nichts anfangen, findet sie eher bedrohlich, wenn sie quietschen und trampeln usw. usf. Und wie gesagt: an mangelnder Prägung/Sozialisation liegt es nicht! Es liegt an einer Kombination aus seinen Anlagen und an meiner eher mäßigen Führungskompetenz, am meisten aber an seinem Wesen, das ich einfach nicht ändern KANN!

    Falls es unbedingt ein Aussie sein muss: bitte suche nach einem Plan B zwecks der Versorgung während deiner Arbeitszeit ohne Hund!