Beiträge von jennja

    also aus meiner Erfahrung heraus kann ich sagen, dass wenn es für den Hund etwas gibt, in dem er völlig aufgeht und was er aus eigenem Antrieb heraus tun will, dann ist es ihm egal, ob er eigentlich total unsicher oder zurückhaltend oder reserviert oder sonstwas ist.

    Beispiel 1: Bela. Reserviertheit in Person (wirklich!). Beim unserem ersten Trailversuch hat er mich von den Socken gehauen, wie er da plötzlich alles ausgeblendet hat. In dem Moment, wo er suchen durfte (er liebt es, zu suchen), hat er ALLES ringsum vergessen, hatte keine Scheu mehr vorm Opfer und es interessierte ihn sonst auch keiner mehr, der mit uns mitgegangen ist (es gehen ja immer noch Personen (in dem Fall für ihn völlig Fremde) mit). er hätte sich hier auch von Fremden lenken lassen.

    Beispiel 2: meine Kleine bei ihrem ersten richtigen Hüteversuch. Anfangs merkte man, dass sie extrem auf mich fixiert ist. Sie wollte absolut nicht hinter den Schafen herlaufen und sie wollte auch nichts mit der anderen Person in der Arena (ihrer Züchterin übrigens ;-)) zu tun haben. Sie hatte ihre Augen NUR bei mir, fragte ständig, was das hier soll... Das konnte sie aber nach einer Weile komplett ablegen und es machte Klick in ihrem Kopf und "es" war einfach da. Auch hier war es dann völlig egal, ob ich oder die andere Person mit ihr gearbeitet hat.

    Mir sagt das viel über meinen eigenen Umgang mit meinen Hunden aus, gibt mir auch sehr zu denken... Aber es ist nun mal so: Alltag und ARBEIT sind zwei völlig verschiedene paar Schuhe.

    der Begriff Will to please ist ja nicht wirklich definiert, er ist mehr so ein Mythos... Sicher gibt es ihn, aber ich persönlich glaube, dass er oft falsch verstanden wird.

    Er bezieht sich meiner Meinung nach viel weniger auf den Halter als das oft angenommen wird, sondern es geht beim WTP darum, dass der Hund (der ja Opportunist ist), bereit ist, zu kooperieren, um an eine Bestätigung (Ziel) zu kommen. Wenn ein Beagle etwas für die Fleischwurst in meiner Hand tut, dann würde ich persönlich schon von WTP sprechen. Denn er könnte genau so gut sagen "Fuck you, ich such mir selber was leckeres zu futtern, und zwar ohne irgendeinen Quatsch dafür machen zu müssen".

    Man sollte den WTP vielleicht nicht so romantisieren, denn er ist alles andere als romantisch...

    sind meine Gedanke zu dem Thema.

    um noch ein Beispiel zu bringen: meine Liesl hat (für mich) einen sehr großen Radius. Sie klebt NICHT an mir, sie interessiert sich total für andere Hunde und Menschen, andere Tiere... Aber ihr WTP ist verdammt groß. Anhänglich ist sie nicht wirklich. Aber sie kooperiert, wenn sie merkt, dass es sich für lohnt (ist ja schließlich clever, das Tierchen). Ja, das bezeichne ich als WTP. ;)


    EDIT: WTP ist für mich eben nicht das gleiche wie Halterfixiertheit.

    WTP hat nichts mit Anhimmeln zu tun...

    Es geht darum, dass der Hund gerne bereit ist, etwas für die Bestätigung durch den Menschen zu tun.
    Es ist eigentlich nichts anderes als die Bereitschaft zur Kooperation. Und die Bestätigung des Verhaltens (in welcher Form auch immer) spielt da eben eine zentrale Rolle.

    WTP haben manche Hunde (Rassen) eben stärker ausgeprägt als andere. Und dann gibt's noch welche, die haben es extreeeeem ausgeprägt... :D

    WTP hat aber rein gar nichts mit "Mutti ich hab dich so lieb, ich klebe an dir wie Pattex" zu tun!

    ein anhänglicher Hund ist nicht gleich ein Hund mit starkem WTP. Und ein Hund mit großem Radius und starker Außenfixierung ist nicht automatisch ein Hund mit wenig oder keinem WTP.

    also das wurde uns von Anfang an, als es Richtung Prüfung ging, so eingeimpft. Man hätte sich aber entschuldigen lassen können, in Ausnahmefällen, aber man darf halt nicht einfach so abhauen. Find ich auch ehrlich gesagt ok so. Es ist nur nervig, wenn es ne Prüfung ist, wo wahnsinnig viele Starter sind (vor allem Klasse 3), dann zieht sich das und wenn man seit morgens um 8 uhr da ist und bis teilweise 18:00 Uhr dableiben muss, ist das schon ... ätzend (find ich, sorry). Aber das liegt halt daran, wie diese Prüfungen organisiert sind. Es gibt ja auch andere Konzepte, die sich aber nicht so durchsetzen... Schön wärs, aber nun ja.

    Zitat

    Schönen guten Abend!

    Ich reihe mich mal bei den "Geschirrsuchern" ein und suche ebenfalls ein gutes Brustgeschirr für meinen Mini-Aussie, habe aber bisher leider noch kein passendes gefunden. Es sollte ein Softgeschirr sein und, was wirklich sehr nützlich wäre, eine Handschlaufe besitzen, mit der man den Hund schnell mal festhalten kann o. ä. Bisher hatte er immer ein Hunter-Brustgeschirr, nur leider rutscht das schon ziemlich...Vielleicht kennt jemand ein ähnliches Geschirr mit Handschlaufe?

    Vielen Dank schonmal für die Antworten :smile:

    Gruß

    goldiwelpe

    ich weiß nicht, was ein Softgeschirr ist, aber ich kann dir folgenden Tipp geben:
    Das Führgeschirr von Camiro ist sehr weich (ist durchgängig mit Neopren unterlegt), sitzt wie angegossen, verrutscht nicht UND du kannst einen Haltegriff dran nähen lassen. Habe so eins für meinen Rüden und es ist das beste Geschirr, das ich bisher für ihn gekauft habe (hab schon vieles durch...).

    Zitat

    Besteht denn überhaupt die Möglichkeit ein "ideales" Zuhause mit Hütemöglichkeit für den Hund zu finden?

    ich kann mir vorstellen, dass bei einem so jungen Hund die Chance durchaus besteht, WENN es sich tatsächlich um einen solch guten Hütehund (sprich einen mit so viel Talent wie es die Trainerin bescheinigt hat) handelt. Die Chancen steigen aber nicht mit zunehmendem Alter. Deswegen hatte ich geschrieben: lieber nicht noch monate- oder gar jahrelang rumdoktern, sondern jetzt handeln und entscheiden, wie es weiter geht.

    Hallo Denise,

    mein Rat wäre hier eine exakte und möglichst emotionsfreie Situationsanalyse mit einem echten Fachmann, der eine Prognose aufstellt, die beinhaltet, was hier mit welchem Aufwand zu tun wäre, damit der Hund seinen Anlagen entsprechend gefördert werden und trotzdem bei dir bleiben kann.

    Wenn du dann feststellst, dass du das nicht leisten kannst (oder willst), dann gib sie ihn fähige Hände.

    Was ich keinesfalls machen würde, wäre jetzt noch Monate oder Jahre vergehen zu lassen in dieser Unsicherheit, immer wieder kurzfristig an irgend etwas herumdoktern, ohne mal wirklich konsequent über einen längeren Zeitraum die immer gleichen Prinzipien durchzuziehen (wenn das Leben das überhaupt zulässt!).

    Es ist kein Drama, sich einzugestehen, dass man sich verhoben/verschätzt hat. Aber man sollte dann auch die Konsequenz daraus ziehen und die stellt einen immer vor die 2 Möglichkeiten
    - kämpfen (und das bedeutet harte Arbeit) und zwar nicht nur für eine begrenzte Zeit (nach dem Motto: ich versuchs mal noch ein halbes Jahr.. DAS fänd ich unfair dem Hund gegenüber), sondern wenn man das macht, dann richtig mit allen Konsequenzen und Einschränkungen (Unter Berücksichtigung der eigenen Lebensumstände)

    oder
    - das Ganze zu Ende bringen (mit einer Abgabe in die besten Hände, die es geben kann, auch das ist erstmal Arbeit)

    danke Sabine und Gaby für eure Berichte zwecks Weihnachtsurlaub in DK. Wir werden Silvester nicht mehr dort sein, sondern sind nur bis 28.12. da.

    Ich stell mich drauf ein, dass es seeeehr kalt wird :D
    aber ich hoffe eben auch, dass ich meine Ruhe haben werde.
    Mir ist jetzt viel wohler dabei, im Dezember statt im Sept. zu fahren. Und nun freu ich mich auch wieder auf den Urlaub (auch wenn es noch sooo lange hin ist). Das war bis zuletzt nicht mehr der Fall, habe mich doch etwas verunsichern lassen...