Beiträge von meike.s

    Sorry, Domburg ist echt nicht meine Welt ...

    wünsche dir aber trotzdem ganz viiiiel Spass...vllt fährts du ja mal eine Insel höher, gaaanz viele Tipps dafür gibts hier im Thread, musst dich nur mal ein bisschen durchwühlen... :smile:

    Ich glaube das ehrlichgesagt mittlerweile auch.
    Deswegen füttern wir ja fleissig weiter, notieren alle Sichtungen, versuchen bestmöglich den Laufweg zu speichern. Seit einiger Zeit haben wir keine einzige Sichtung mehr.

    Schlimm sind einfach die Krankheiten die auf sie zukommen...Zecken, Würmer...man kann ihr eben nicht mal eben ein Spot on draufmachen...und dann die Einsamkeit. Keine Artgenossen, die ein wildes Rudel bilden.

    Find ich super, vllt hast du wirklich die Möglichkeit, mit älteren Kindern, die du gut kennst und wo die Eltern dabei sind ,zu üben! So mal Leckerchen hinrollen lassen, die Kinder abseits spielen lassen, Hund beobachten, Kindern genau erklären was du möchtest und wie mit dem Hund umgegangen werden muss...denke das wäre besser als mit fremden Kindern zu arbeiten...

    Ach, übrigens, finde deine Berufswahl super und wünsche dir viel Spass beim FSJ! (Habe selber gerade eine FSJlerin und die sind immer so herrlich motiviert und bringen frischen Wind rein)

    Alsooo, dann antworte ich noch mal kürzer ;)

    Wir möchten keine Therapiehundeausbildung machen, weil 1. die meisten Hunde schon als Welpen "selektiert" werden (nach Charakter ausgesucht) und dann schon im Welpenalter an Kinder u.ä. gewöhnt werden, Schwerpunkt der Sozialisierung wird eben anders gelegt (was, aus Erfahrung, nicht immer alle weiteren Probleme ausmerzt aber sicherlich förderlich ist) 2. ich mit Maya keine BH machen will, die Teil der Therapiehundeausbildung ist, weil ich einfach finde, dass sie viel zu weit weg von dem wäre, was ich mit Maya machen wollen würde (die BH dient lediglich der Bindung und absolutem Gehorsam, wobei ich einfach nicht finde, dass der Hund das unbedingt braucht um mit behinderten Menschen umgehen zu können).

    Schau mal im Internet nach Therapiehundausbildung. Das ist zu komplex zu erklären...und es sei auch gesagt, dass alle die ich kenne -und das sind ausgesprochen wenig!- mit Therapiehunden selbstständig sind und eben auf engagierte Eltern von meistens behinderten Kindern angewiesen sind, die eben für sowas Geld ausgeben möchten. Kein Wohnheim, keine Werkstatt die ich kenne, und das sind einige, arbeiten mit Besuchs oder Therapiehunden. Ich kenne einen integrativen KiGa der das macht, das ist aber eine Elterninitiative.
    Es ist also schwer, einen Hund an Schwerstmehrfachbinderte mit Verhaltensauffälligkeiten zu gewöhnen (für die es aber nachweislich viel bringt!), wenn die meisten Eltern und Vereine und Träger es ablehnen, geschweige denn Hunde an ihren Kindern ausbilden zu lassen...was für mich diese ganze Therapiehundethematik schwierig macht, weil es leider zu 98% eben "nur" Kindern zuteil wird...und weit weit weit weg ist von gesellschaftlicher Aktzeptanz oder Norm, geschweige denn staatlicher Finanzierung.
    Ich habe beachtliche Fortschritte bei BEhinderten nach Delfin, Reit oder Hundetherapie gesehen, die einzig staatlich anerkannte ist die Reittherapie, die alle Wohnheime wahrnehmen, die ich kenne.

    - Maya ist 5 und das war ihre 1. Begegnung mit diesem Klientel. Ich habe daran nichts getan, das ist einfach Maya. ;)
    Ich möchte nicht sagen, dass ein Hund, der schon von Welpe an als Therapiehund ausgebildet wurde und dementsprechend sozialisiert ist, sich charakterlich gegenentwickeln kann...vielmehr ist es schlichtweg nicht möglich, einen Hund, egal wiesehr man es auch versucht, an solche behinderten Menschen mit all ihren Verhaltensauffälligkeiten zu gewöhnen, wie diese mit denen ich arbeite. (s.oben)

    Natürlich ist bei deinem Hund nicht alles "verloren". Schätze deinen Hund einfach ein, beobachte ihn genau, was verursacht bei ihm Stress, was nicht? Maya z.B. liebt es gestreichelt zu werden. Sie lässt jedes Futter dafür stehen. Sie liebt grosse Menschenmengen. Silvesterknaller oder sonstige Umweltgeräuse interessieren sie nicht. Sie neigt NIE zur Agression, ist eher devot. Immer. Fügt man ihr Schmerzen zu, läuft sie weg.
    Wenn man das alles von seinem Hund sagen kann, kann man üben. Wenn nicht, muss man von weiterem üben und beobachten und trainieren.
    Oder aber du arbeitest mit Klientel, dass man eben verbal beeinflussen kann, indem man z.B. erklärt, was der Hund mag und was nicht.
    Dort wo du arbeiten möchtest ist das sicher möglich. Wie gesagt, Leiter von Einrichtungen sehen das oft nicht gerne wenn Hunde mitkommen und werden dich garantiert fragen, ob dein Hund NIEMALS beissen würde.

    Oft kann man als HH auch nicht einschätzen, wann diese neue Situation (alles konzentriert sich auf den Hund, jeder will mal hin, mal streicheln) den Hund überfordert. Diese Stresszeichen sind oft sehr schwer zu erkennen. Genau das lernt man in einer Therapiehundausbildung. Auch hier sei gesagt, dass ich schon Hunde erlebt habe, die sich einfach nicht als Therapiehund eigneten, obwohl sie dafür ausgebildet und die richtige Rasse waren. Sie waren permanent im Stress.

    Wenn du mit Suchtkranken arbeiten willst, kann es schon sein, dass dort eher Hunde erlaubt werden als z.B. bei Autisten.

    Ich weiss warum behinderte Menschen oft verspottet werden...weil sie eben nicht der Norm entsprechen. Weil sie beim Essen kleckern, sich dann nicht den Mund abwischen. Weil es ihnen egal ist, wenn sie sich mal nicht gewaschen haben. Weil es ihnen egal ist, wenn ihre Klamotten nicht im Trend sind.
    Weil es ihnen egal ist, wenn andere sich schämen für das was sie sagen.
    Das wirkt auf andere befremdlich, noch dazu wenn ihre Behinderungen sie äusserlich entstellen.

    Das fast alle geistig Behinderten wie Kinder sind, ehrlich, offen, spontan, vertrauensselig, lustig und neugierig, zählt dann eben nicht mehr.
    Dass sie leben und lieben können wie wir es längst verlernt haben, weil wir ständig darüber nachdenken, ob wir so wie wir uns gerade verhalten der gesellschaftlichen Norm entsprechen, dass merkt dann keiner mehr.

    Dass sie die Welt ihr Leben lang mit Kinderaugen sehen können, nicht geprägt von Gefühlen wie Neid, Missgunst, Argwohn und Habgier sondern voller Leben und Liebe ist eine Fähigkeit. Behinderung kann eine Fähigkeit sein, absolut. Die Behinderten sind glücklich, das weiss ich. Wir Nichtbehinderten oft nicht.
    Und Kontakt zu Hunden ist für Behinderte ein grosses Glück, leider wird es -wie alles- stark reglementiert.

    So, wieder länger und poetischer geworden als gewollt :roll:

    Hey, dann meld ich mich mal, bin "vom Fach" ;) Arbeite in einer Werkstatt für Behinderte...

    Also ich kann dir nur sagen, dass es rechtlich in vielen oder fast allen Behinderteneinrichtungen nicht möglich ist einfach so den Hund mitzunehmen, weil es versicherungstechnisch nicht geht, es sei denn, der Hund ist als Therapiehund ausgebildet.

    Ich gebe dir Recht, es ist kaum möglich einen Hund im normalen Alltag mit Behinderten zu sozialisieren, denn Behinderte sind eben nicht nur Rollstuhlfahrer, das ist ein geringer Prozentsatz. Die, mit denen ich arbeite, sind Menschen von leichten geistigen Behinderungen bis zu schweren Mehrfachbehinderungen, also bettlägerig. Oder eben richtig heftige Verhaltensauffälligkeiten, wie lautes Schreien, unvermitteltes Losrennen, kindisches oder sehr distanzloses Verhalten usw. Diesen Leuten kannst du oft auch nicht einfach sagen "Hör auf, wenn der Hund im Körbchen liegt darf man ihn nicht anfassen".
    Und hier beginnt die Problematik. Würdest du in einer Gruppe mit gemischten Behinderungen arbeiten (wie es nunmal in fast jeder Wohngruppe der Fall ist, ausser Betreutes Wohnen, wo die Menschen "fitter" sind und somit auch das Mitbringen von Hunden nicht sooo eng gesehen wird), könntest du nie dafür garantieren, dass dein Hund nicht vor Schreck mal zuschnappt, z.B. wenn er am Schwanz gezogen wird. Deswegen sehen das Leitungen von Behinderteneinrichtungen nicht gern.
    Zudem gibt es das Risiko von Erkrankungen durch die Hunde, wenn man z.B. mit Schwerstmehrfachbehinderten arbeitet, die von Geburt an ein erhöhtes Infektionsrisiko bzw. geschwächtes Immunsystem haben.

    Das Schlimme ist, dass man als "Normalsterblicher" so gut wie nie mit Behinderten -z.B. Autisten, Downies, schweren Körperbehinderungen, Geistigbehinderten- in Kontakt kommt, dafür werden sie leider zu gut behütet und zu wenig in die Gesellschaft integriert. Deswegen setzen die meisten Menschen Behinderung mit Rollstuhlfahrern gleich. So kann man einen HUnd kaum sozialisieren.

    Ich habe meine Hündin mal mitgenommen auf die Arbeit, mit Einwilligung meines Chefs. Ich musste vorher versichern, dass sie KEINESFALLS beissen würde..
    das kann ich bei ihr auch.
    Es war genial. Die Behinderten waren alle sehr vorsichtig, Maya im Reich der Träume. Tausend Hände wollten sie streicheln, sie liebhalten. Sie kann sehr gut mit plötzlich losschreienden verhaltensauffälligen Menschen umgehen, das liegt aber nicht an meiner Sozialisierung, sondern schlichtweg an ihrem Charakter. Ich habe sie mit 5 Monaten aus der Mülltonne.

    Bei einem Schwerstmehrfachbehinderten lag sie dann im Bett, er kann sich kaum bewegen. Er nahm Blickkontakt auf, lächelte, versuchte sie zu halten. Und sie lag ganz still. Es war Gänsehaut total.
    Für beide Seiten ein absolut schönes Erlebnis.

    Maya wäre der PERFEKTE Therapiehund. Nur leider müsste ich dann eine Ausbildung mit ihr machen, und so eine BH und Therapiehundausbildung ist einfach nichts für uns.
    Ich finde es sehr schade dass nur diese Ausbildung zählt, und nicht, dass ein Hund eben charakterlich perfekt dafür wäre. Damit entgeht uns sehr viel. Den Menschen und den Hunden.

    Ich kann dir nur raten, keine "Experimente" zu machen. Du kannst deinen Hund an einen Rollstuhl gewöhnen, aber nicht an plötzlich schreiende Menschen mit schweren Behinderungen (und meine Hündin merkt dass diese Menschen anders sind als wir, sie verhält sich dann automatisch vorsichtiger. Ich habe das aber sehr selten erlebt, die meisten HUnde gehen eher auf Abstand und es ist ihnen nicht geheuer). Es sei denn, dein Hund ist charakterlich so gefestigt und so "lieb" dass sie das verkraften würde.

    Ich habe sogar schon Therapiehunde erlebt (und das waren nicht wenige), die an unserem Klientel nichts finden ausser purem Stress. Das haben nur leider ihre Ausbilder bzw. Besitzer nicht wahrhaben wollen.

    Deswegen werden Therapiehunde ja oft schon von Welpe an ausgebildet, was aber nicht heisst, dass sie nicht später charakterliche Eigenschaften entwickeln, die eben gegen diesen weiteren Weg sprechen würden bzw. das Klientel eingrenzen mit denen zu arbeiten ist (wie gesagt, Kindern kann man Regeln mit dem Umgang mit dem Therapiehund erklären, Schwerbehinderten, oder Autisten, die plötzlich um sich schlagen weil ein Hund sie gegen ihre Tagesstruktur berührt hat eben nicht).

    Sorry, habe ein wenig weit ausgeholt ;)