Ich bin ja eher ein fauler Mensch, habe viel Stress im Beruf und ein abwechslungsreiches bzw. stressiges Leben.
Meine Hunde vom Züchter kamen als welpen dazu und machen das von Anfang an einfach mit. Problemlos! Der Hund aus dem Tierschutz hatte damit massive Probleme. Ständig im Auto mitfahren, ständig woanders gassi gehen, im Kofferraum warten, auf der hütewiese abhängen, auf dem hundeplatz arbeiten, mal hier, mal da und dann wieder dort.
Für langwieriges eingewöhnen fehlt mir die Zeit. Alle meine Hunde, die vom guten seriösen Züchter kamen und kommen, passen sich perfekt an, sind immer dabei, bleiben alleine, bewachen das Grundstück, und laufen total schnell einfach so mit.
Ich bin sicher kein überhundehalter und kein hundespezialist, aber alle meine Hunde, die als welpe vom Züchter zu mir kamen, sind mega easy hunde, die eigentlich Selbstläufer sind und nur weil ich hohe Anforderungen habe, bin ich auch mal am meckern auf hohem Niveau.
Ein angsthund, eine jagdsau, ein verstörter hund, könnte bei mir nicht glücklich werden bzw. nicht bleiben und dieses Risiko will ich nicht eingehen. Bei einem Welpen vom guten Züchter, weiß ich worauf ich mich wahrscheinlich einstellen kann und ob das passt. Ü-Ei geht in meinem Leben einfach nicht. Ich fühle mich deshalb nicht schlecht, oder schuldig, dass ich keinem "armen" hund helfe, ich erspare dem "armen" Hund und mir Frustration und Überforderung für beide Seiten!
Ich spende Geld für kastra Programme im Ausland und kaufe meine Hunde beim guten, seriösen Züchter, das sind meine Beiträge zur Vermeidung von hundeelend. Könnte ich mehr tun? Sicherlich! Aber weniger könnte ich auch tun. Ich bin kein gutmensch und ehrlich, ich will auch keiner sein.
Nur was mich nervt, wenn mir vorgehalten wird, dass ich ja keinen Armen hund gerettet habe und es so viele arme hunde gibt, warum ich denn beim Züchter kaufe und nicht wie man selber einem so dankbaren tier aus weissderkuckuckwoher, ein Zuhause biete.
Das ist schlicht meine Entscheidung und dafür rechtfertige ich mich nicht. Meine Hunde müssen in mein Leben und zu meinen Ansprüchen passen und das gelingt gut gezüchteten welpen vom Züchter nunmal besser in meinem Leben und für meine Bedürfnisse, als vielen tierschutzhunden.
Mein Leben ist nunmal so, stressig, immer in Bewegung und zeitknappheit und beeilen gehört da genauso dazu, wie im Auto warten und durch die Gegend gefahren werden. Genauso wie es sein kann das die Hunde jeden Tag mal alleine sind, mal dafür gar nicht, mal müssen sie 20 km am Tag laufen, mal nur 10 km. Mal ist hundeplatz, mal nicht, mal viel Aktion, mal sitzen sie 3 Stunden in der box im Kofferraum usw. Und das alles von Anfang an. Eingewöhnungszeit gibt es hier praktisch nicht. Hier gibt es Alltag und da müssen sie mit machen. Meine Hunde vom Züchter haben und hatten damit nie ein Problem, der tierschutzhund war völlig überfordert und kotzte irgendwann schon, wenn wir nur Richtung Auto gingen. Da habe ich sie dann nicht mehr mitgenommen. Immer öfter und länger schob ich sie ab, weil es für sie nur Stress war und immer weniger war sie Teil meiner Gruppe. Zuerst blieb sie dann alleine, damit ging es mir aber nicht gut, alle Hunde dabei und einer sitzt 8 Stunden oder länger alleine daheim, obwohl ich ihn mitnehmen wollen würde, aber er hält den Stress nicht aus. Und in der Zwickmühle will ich nicht mehr sein. Ich fand eine Lösung die für alle perfekt ist, für die kleine maus und für mich.
Aber die Lektion saß, so wie mein Leben ist, geht ein tierschutzhund einfach nicht. Ihn würde das wohl überfordern und mich auch nicht glücklich machen.
Lg