Beiträge von Gammur

    Für mich bedeutet wesensfest, dass der Hund, Welpe anpassungsfähig, neugierig, ohne Angst, offen und unkompliziert die ihm auch völlig fremde Welt erkundet, entdeckt, sich in ihr bewegt, ohne das er dabei gestresst wirkt oder wird, völlig überdreht oder ständig Ermutigung, Zuspruch und Training bedarf. Er sich seiner selbst einfach sicher ist und bei allem neuen weder apathisch, ängstlich, panisch, noch überdreht und hektisch reagiert, sondern eben selbstbewusst, offen und gelassen bleibt.

    Dabei gibt es die Beobachter, die Forscher usw. aber ein wesensfester Hund, oder Welpe reagiert eben nicht ständig in die eine oder andere Richtung über. Das bedeutet nicht, dass er sich nicht mal erschreckt, dass bedeutet nur, das ihn der Schreck nicht gleich traumatisiert, oder ihn daran hindert weiter selbstsicher die Welt zu entdecken.

    So jedenfalls beschreibe ich einen wesensfesten Hund.

    Lg

    Zwischen Welpen laufen im Alltag auf dem Hof, Gelände mit und Welpen wachsen abgeschottet und isoliert im hintersten Eck irgendwo auf, liegen doch Welten. Und sorry einem wesensfesten Welpen ziehst du das Halsband zum ersten Mal an und der macht da kein Drama draus. Meine aussiehündin kannte beim Abholen kein Halsband und das war gar kein Thema. Geschirr kannte sie auch nicht, auch kein Thema, angezogen, fertig.

    Und wie gesagt, meine Beobachtung über einige Jahre der Hundehaltung, wesensfestigkeit liegt in meinen Augen zum hohen Teil an der Genetik und weniger an irgendwelchem Sozialisierungskrams. Und wie ich immer sage:"gut meinen und gut machen, sind völlig unterschiedliche Dinge!"

    Lg

    Ich denke, dass die Genetik da einiges mit zu tun hat. Was ich z.b. auch feststelle, das zumeist die Welpen und Würfe wesensfest sind, die rein nach Leistung selektiert werden. Einen durchgeknallten, unsicheren, überdrehten Arbeiter, egal in welchem Bereich, braucht kein Mensch. Einen Arbeiter der durch ewig viel Arbeit erst händelbar wird, auch nicht, denn die Zeit hat jemand nicht, der den Hund für einen Job braucht.

    ist nur meine Theorie bzw. Beobachtung der letzten Jahre. Und bestimmt auch noch nicht zu Ende gedacht von mir.

    Für mich steht außer Frage, das wesensfestigkeit sehr viel mit Genetik zu tun hat und deutlich weniger mit einem bunten welpenspielplatz und einer kuschligen wurfbox.

    Lg

    Meine Erfahrung deckt sich zu 100% mit der von Aoleon.

    Man kann sich einen Wolf sozialisieren, kann trainieren, Arbeit in den Hund stecken ohne Ende, usw. wenn der Welpe nicht wesensfest ist, macht all das keinen wesensfesten Hund aus ihm.

    Meine beiden Hündinnen sind von Züchtern vom Bauernhof. Ohne welpengedöns, der Betrieb muss laufen, trotz Welpen. Kein bällebad, keine Geräusche cds, usw. So gechillte, anpassungsfähige, easy going Welpen habe ich noch nie kennen gelernt. Eben aus absolut wesensfester verpaarung. Nichts musste ich da sozialisieren, die bleiben immer tiefenentspannt. Erstes Mal s Bahn fahren, da war meine aussiehündin über ein Jahr alt und war noch nie mit Zügen oder dem Bahnhof in Kontakt gekommen, die stieg ein, legte sich hin, als ob sie noch nie etwas anderes gemacht hat. Einkaufszentren, Innenstadt, nichts hat sie davon kennen gelernt und du kannst sie einfach mitnehmen. Sie bringt genetisch bedingt einfach Nerven aus Stahlseilen mit und somit kommt sie mit jeder bekannten und unbekannten Situation zurecht, ohne Training, ohne Sozialisierung, ohne Gewöhnung. Sie musste auch nie Ruhe lernen, oder runter kommen, weil sie erst gar nicht hochgefahren und überfrachtet wurde mit irgendwelchem Gedöns beim Züchter.

    Und auch meine kelpiehündin, ganz anderer Typ, kennt nichts und passt sich an. Ebenfalls wesensfeste verpaarung. Das erleichtert einem so das Leben.
    Beide kannten beim Züchter übrigens eine Art von zwingerhaltung. Und beide kommen von Züchtern die mehrhundehaltung haben. Die Züchterin meiner aussiehündin hatte damals ca. 15 Hunde, plus die Welpen,die meiner kelpiehündin hatte nur 6 Hunde, plus die Welpen.

    übrigens meine ich mit normalem im Alltag aufwachsen der Welpen, ob mit Zwinger oder ohne, kein isoliertes aufwachsen. Meine beiden Hündinnen sind auf dem Hof aufgewachsen, die kannten keinen staubsauger, aber wenn der Traktor, die Mähmaschine und der Schlepper täglich an ihrem Zwinger mit Auslauf vorbei gondelt, weil die Arbeit eben weiter gehen muss, dann ist das Geräusch eines Mixers, eines Staubsaugers für diese Welpen, nicht mal ein augenöffnen wert. Beide meine Hündinnen sind einfach so, voll im Alltag auf dem Hof mit aufgewachsen. Ganz easy. Stadt, Bahnhof, Radfahrer, Kinder nie kennen gelernt, und trotzdem kein Problem. Völlig relaxt begleiten mich die beiden, obwohl ich diese Situationen mit Ihnen als Welpen, dann auch nicht geübt habe. Ich vertraue auf ihre Stärken Nerven, ihre Gelassenheit und das die Züchter eben wussten was sie machen. Gut meinen und gut machen, sind unterschiedliche Dinge. Und ja, auf wesensfestigkeit kann und muss ein guter Züchter verpaaren und dann muss ein bällebad, ein wackelbrett, eine Wippe und all dieses künstliche gedöns nicht sein. Ein Baumstamm, drei Erdhügel, zwei Steinhaufen tun es auch.


    Lg

    Ich darf morgen die drei Hunde einer Freundin in meine Truppe integrieren. Dann habe ich hier anstatt nur fünf Hunde, dann acht Hunde laufen. Davon dann auch noch 6 zickige weiber, die alle Prinzessinstatus haben wollen und wie wir Bayern sagen, echte zwiderwurzn sind. Was eine Gaudi. Wünscht mir starke Nerven und Gott sei dank, gibt es ja Türen im Haus und Tore auf dem Grundstück, falls ich hier trennen und sortieren muss.

    Lg

    Ich hole mir Tiere dazu, weil ich so leben möchte! Es ist schließlich auch mein Leben, das ich gestalten will und ich möchte auch entscheiden dürfen, wie und mit wem genau ich mein Leben teilen will.

    Und ich habe zwei Hunde, die ohne andere Hunde Zuhause unglücklich wären. Sie kennen es gar nicht anders. Sind beide, bei unterschiedlichen Züchtern in relativ große Rudel hineingeboren worden und sind seitdem immer mit anderen Hunden zusammen. Die alleine halten wäre wohl möglich, glücklich wären sie eher nicht. Auch viele auslandshunde sind mehr auf andere Hunde geprägt, als auf Menschen und "brauchen" einen weiteren Hund um glücklich zu sein.
    Ein Muss ist es wahrscheinlich nicht, aber ich kenne auch viele Katzen, die ohne Artgenossen Leben (müssen) und damit klar kommen.

    Für mich kommt einzelhundhaltung nicht mehr in Frage. Ich sehe jeden Tag, wie sehr meine Hunde voneinander profitieren und es ist einfach etwas anderes, ob Hunde untereinander kommunizieren oder mit uns Menschen. Was bei mir zwischen den Hunden abläuft ist toll und selbst beim gassi mit noch anderen Hunden, sieht man, dass meine Hunde zusammen leben. Ihr Vertrauen zueinander ist so viel höher und ihre Verbindung untereinander ist einfach toll. Trotzdem ist einzelhundhaltung für mich keine Tierquälerei, aber ich für mich und meine Hunde, möchte das nicht mehr.

    Für meine Hunde ist das auch nicht, mich teilen müssen, sondern sie leben in einer sozialen Gruppe, die zusammen lebt, kommuniziert, Sicherheit und Geborgenheit schenkt und ja, meine Hunde sind nie alleine, selbst wenn ich arbeiten bin, können sie kommunizieren und sind nicht isoliert.

    Lg

    Hudson findet Welpen doof und vor allem wenn sie bleiben. Er hat kein mitspracherecht, denn dann hätte ich weder zweit, noch dritthund. June ist da anders, die mag fremdhunde nicht so, aber Welpen kannst du ihr jederzeit mitbringen.
    Bei Hudson ist es egal, stellt er fest, der Hund, Welpe bleibt, wird er pissig. 2-3 Monate lang ist er furchtbar ignorant und dem neuen Familienmitglied völlig anti gegenüber eingestellt. Steht welpie im Weg, rennt er es um, kommt welpie zu nahe, gibt es anschiss, usw. Nach 2-3 Monaten ist er von jetzt auf gleich toleranter, freundlicher und er akzeptiert den neuen Hund komplett. Von da an, ist das für Hudson dann keine Frage mehr, gehört dazu und gut ist es.
    Bei ihm ist das auch egal ob rüde oder Hündin, Welpen sind immer doof.

    Ältere Hunde mitbringen wäre wohl einfacher, als einen Welpen. Nur unsicher dürfte der neue Hund nicht sein, den würden meine Hündinnen sonst fertig machen.
    Aber aussuchen? Nein, das mache ich doch lieber selber. Die Hunde einigen sich dann schon. Meine Hunde sind auch eigentlich recht verträglich und sozial kompetent, also die kommen schon klar.

    Lg

    Ich hatte früher da auch ganz spezielle Vorstellungen, mittlerweile hat sich das doch sehr geändert.

    Mir ist wichtig, dass die verpaarung dem entspricht was ich mir vorstelle. Zudem möchte ich die elterntiere bei der Arbeit sehen.
    Ich würde keinen Welpen aus reiner Haus bzw. wohnungsaufzucht kaufen. Ein Plus ist wenn die Welpen an Zwinger, box und Haushaltung gewöhnt sind.
    Der Züchter muss mir nicht sympathisch sein, ich möchte keine Rechenschaft ablegen und verlange das auch vom Züchter nicht, ich möchte weder meine erziehungsmethoden, noch mein Leben dem Züchter erklären müssen.
    Preislich bin ich bereit gutes Geld, für einen guten Hund zu zahlen. Auch Entfernung spielt keine Rolle.
    Bevorzugt kaufe ich Welpen, antrainierte junghunde wären auch ok.

    Ich möchte nicht, dass der Züchter mit meinem Welpen schon von pontius zu pilatus gelaufen ist und irgendwie großartig rumsozialisiert. Solange der Hund nicht abgeschottet aufwächst, möchte ich bitte nicht, das mein Welpe zum Bahnhof, zur Post und zu Lieschen Müller zum sozialisieren geschleppt wird.

    Dann ist mir wichtig, dass der Züchter mehrere Hunde hat und die Welpen ab einem bestimmten Alter da mitlaufen und auch lernen, das es althunde gibt, die Welpen doof, unnötig und ätzend finden.

    Mir ist es völlig egal, was der Züchter füttert, wie er impft, entwurmt, ob er noch eine oder mehrere rassen züchtet, ich will da einen für mich passenden Hund kaufen und nicht den Züchter bekehren, oder ihm meine Meinung aufzwingen.

    Ach ja, wenn die Welpen im Alltag einfach so mitlaufen, kein Fass aufgemacht wird, die Welpen nicht den ganzen Tag im Mittelpunkt stehen und es nicht steril ist, passt mir das gut.

    Papiere sind mir bei Rassehunden wichtig. Wobei es nicht unbedingt fci Papiere sein müssen, bei manchen meiner rassen, bei anderen würde ich nie ohne fci kaufen. Ich würde auch eine rein auf Leistung verpaarte gebrauchskreuzung kaufen, wenn mir die Gründe und Vorfahren der verpaarung gefallen!

    Lg

    Ich lasse bei meinen Hunden tatsächlich ziemlich viel laufen, aber was es hier nicht gibt ist das verteidigen von irgendwelchen Räumen, Plätzen oder liegeflächen.

    Es gibt da eine nette Story zu, mein kelpie war gerade 10 Monate alt geworden und testete gerade ziemlich wo denn ihr Platz in der hundegruppe war. Ich kam heim und wunderte mich, dass meine aussiehündin sich unter den Tisch verzogen hatte und erst auf meine Aufforderung kam und sich dann nicht traute aufs Bett zu springen wie sonst. Das kelpieteil lag breit im Bett und war sehr zufrieden mit sich. Mein rüde sprang aufs Bett und im selben Moment sprang das kelpie ihm zähnefletschend und knurrend ins Gesicht.

    Mein rüde hat sonst eine Engelsgeduld, ist Pazifist und eine coole Socke, in dem Moment, blitzschnell hat er das kelpie mit Getöse vom Bett gejagt.
    Das kelpie geschockt von der Reaktion schoss nach draußen, der rüde hinterher, ich hörte ein quietschen, ein kurzes jammern, dann kam mein rüde rein, schmiss sich aufs Bett und Ruhe war. Meine aussie Hündin legte sich dazu und Fräulein kelpie versteckte sich die nächste Stunde, empört über diese Behandlung, im Garten.

    Nie wieder hatten wir dieses Thema. Hätte mein rüde nicht so blitzartig eingeschritten, hätte ich das gemacht. Aber er war so überzeugend, nie wieder hat das kelpie seitdem seine Position angezweifelt. Meine aussiehündin ist da anders und setzt sich nicht so durch, muss sie auch nicht. Fronten sind geklärt.

    Ich regele nicht alles für die Hunde, denn ich sehe gar nicht immer alles was abgeht und wenn die Hunde alleine sind, kann ich eh nicht einschreiten. Ich vertraue meinen Hunden und ich habe sozialkompetente Hunde, die Situationen gut und richtig einschätzen können. Es gibt wenig Dinge, bei denen ich einschreite, ich denke meine Hunde beherrschen die hundesprache soviel besser als ich, sie einigen sich schon. Das handhabe ich aber nur bei meinen Hunden und Hunden von Freunden so.

    Streit gibt es hier selten und wenn dann harmlos.

    Lg

    Ich habe drei reinrassige Hunde aus dissidenzzucht. Meine beiden aussies kann ich 12 Generationen zurückverfolgen, trotzdem gelten sie wohl als mischlinge. Sie haben eben nur Asca Papiere. Im vdh kann ich keinen aussie kaufen, weil mir die zuchtrichtung so gar nicht gefällt.

    Meine working kelpie Hündin wird vom fci ja nicht als Rasse anerkannt. Sie hat australische Papiere vom working kelpie Council. Aber eben auch hier, dann wohl offiziell ein mischling. Mir ist das ehrlich egal.

    Es gibt rassen, die würde ich nur mit fci Papieren kaufen und es gibt rassen, die kaufe ich, oder muss ich ohne kaufen, aus verschiedenen Gründen. So trage ich meine aussiehündin in der leistungsurkunde als Australian Shepherd ohne Anerkennung ein und finde das total ok.

    Meine drei sind reinrassig, ich kann das über Generationen belegen, nur sie haben eben keine fci Papiere, sondern dissidenzpapiere.

    Lg