Jeder soll seinen Hund trainieren, beclickern, usw. wie es für ihn und den Partner Hund gut passt, was mich zwischendurch hin und wieder nervt, wenn jemand so trainiert, das meine Hunde und ich ungefragt und von mir ungewollt als trainingsobjekte genutzt werden.
Ein Beispiel
Ich gehe mit meinen drei Hunden gassi. Meine drei sind im Freilauf, ich sehe einen angeleinten Hund, rufe meine ab und Leine sie an. Der andere bleibt mitten auf dem Weg, oder in unmittelbarer Entfernung stehen, mit pöbelndem, in der Leine stehendem Hund. Ich bleibe stehen und warte darauf, das besagte Person ihren Hund irgendwie unter Kontrolle bekommt, bevor ich versuche meine Hunde und mich da unbeschadet und stresslos vorbei zu quetschen. So stehen wir und warten, meine Hunde schauen sich das Theater teils interessiert, teils gelangweilt an und wir warten. Plötzlich ein ruf:" nun gehen sie doch endlich weiter, mein Hund ist leinenagressiv." Aha, ja nun das habe ich bemerkt. Meine Antwort:" Ich würde sehr gerne hier endlich weiter gehen, nur wie genau stellen sie sich das platzmässig vor? Ich warte die ganze Zeit, dass ich mit meinen drei Hunden an ihnen vorbei kommen kann, ohne meinen Hunden den Stress aussetzen zu müssen, zu nahe an ihrem austickenden atompilz vorbei zu müssen. Das ist nämlich für meine Hunde echt eine Zumutung." Darauf folgte folgender Satz:" ja, wir trainieren ja gerade an ihnen!"
a) geht das gar nicht ungefragt andere Hunde und deren Halter als trainingsobjekte zu benutzen, b) sah ich von Training und Kontrolle über den Hund gar nichts, c) muss man wirklich an solch engen Passagen trainieren? und d) kann ich mich mit meinen Hunden doch nicht in Luft auflösen, oder weg beamen, oder noch besser durchs Gebüsch kriechen, damit pöbelhund seine leinenaggro ausleben kann.
Ich nehme Rücksicht, ich weiß man trainiert, aber man kann nicht nur für sich und seinen Hund, seine Situation Rücksicht erwarten und verlangen, sondern einfach auch mal an die Hunde und Halter denken, die vom eigenen Hund, angepöbelt werden.
Meine Hunde dürfen nicht zurück pöbeln, sie müssen die Klappe halten und still schweigend, ruhig daran vorbei. Es stresst sie natürlich trotzdem so angebrüllt zu werden und kostet sie Selbstbeherrschung. Da müssen sie halt durch, schön ist das trotzdem nicht für sie, vor allem nicht, wenn der pöbeler ihnen praktisch ins Ohr brüllt.
Leinenaggro ist ein Mist und wirklich nerviges Problem. Vor allem stresst es alle Beteiligten. Meinen Hunden verbiete ich leinenaggro schlicht. Ich deckel das und breche jeden Ansatz sofort ab. Warum, wieso, weshalb der Hund das macht ist mir recht egal. Erstmal ist es "nein". Hält der Hund dann die Waffel, gibt es Keks und dann ist das meist gegessen für den Hund. Bin ich leise, gibt es Keks, führe ich mich auf, gibt es Ärger. Denn ehrlich, möchte wirklich irgendjemand mir begegnen wenn meine drei tobenden Hunde an und in der Leine hängen? Das ist doch Horror und Stress pur für alle Beteiligte, wie unbeteiligte die nur vorbei wollen.
Oder wenn ich mit den 6 Hunden alleine unterwegs bin, 6 tobende Hunde, das geht einfach gar nicht.
Ich glaube bei mehrhundehaltern werden die Lösungen immer pragmatischer, man hat einfach nicht den Kopf, geschweige denn genug Hände für irgendwelche ausufernden trainingsmodelle. Ich gebe keine Wertung ab, denke aber für meine Hunde sind pragmatische Lösungen durchaus ok. Sie sind sensibel, sehr sogar, aber nicht aus Zucker.
Lg