Ich habe drei Hunde und jeden davon muss ich anders erziehen. Ich denke es hängt sehr, sehr, sehr vom Hund ab.
Ja, ich Strafe durchaus. Aber nicht wahllos, nicht jeden Hund gleich und sicher nicht ständig. Ja, ich lobe auch ganz viel, viel mehr als ich Strafe, aber auch hier nicht wahllos, nicht jeden Hund gleich und nicht ständig.
Ich bin konsequent, setze glasklare, faire Grenzen (versuche es jedenfalls) und kaufe mir hunderassen die mir liegen bzw. die Eigenschaften mitbringen, die mir wichtig sind und es mir relativ leicht machen. Die mit einem "Nein" nicht gleich eine traumatische Krise bekommen und die sich über ein ehrlich gemeintes "ja" freuen.
Ich habe drei völlig unterschiedliche Hunde, meine Hündinnen sind sehr führerweich, ich muss sehr gut schauen, wie ich bei ihnen Druck mache bzw. ob und wie ich Strafe einsetze. Mein rüde ist deutlich härter, ein Typ der (falsche) Nettigkeiten als Schwäche auslegt und sofort die Führung übernimmt und dann schwierig zu Händeln wird. (Einer Freundin, so mit ihm passiert, meiner Mutter schon mit ihm passiert). Er ist ein teamplayer, wenn man ihn zu händeln weiß und wenn man weiß, wie kompromisslos er Fehler und Schwächen ausnutzt. Er ist extrem auf Menschen fixiert und somit hat er reichlich Strategien und feine Antennen uns zu durchschauen.
Er ist mental stark, körperlich ebenfalls und hat ein großes ego.
Er lechzt nach Grenzen und ohne diese, schaltet und waltet er wie er will und das möchte ich nicht erleben. (Blockwartmentalität).
Meine Hündinnen sind viel weniger außen fokussiert, sind viel weniger daran interessiert Schwächen und Fehler im system aufzudecken. Sie sind bei weitem nicht so mental stark wie mein rüde. Meine aussiehündin braucht Führung, aber sie nimmt diese sofort und ohne viel austesten, gerne und freudig an. Meine kelpiehündin ist ein Freigeist und funktioniert gänzlich anders. Mit ihr schließt du Abkommen und wir einigen uns auf ein paar Punkte. Ich muss sehr freundlich und vorsichtig, Grenzen ziehen und setzen und mit Zuviel strenge und Strafen reagiert sie wie ein flüchtiges Wildtier. Trotzdem kennt und akzeptiert sie ein "nein" und eine deutliche Ansprache, kann sie ebenfalls einordnen und ist durchaus schon angebracht gewesen.
Ich denke bzw. versuche so individuell wie möglich jeden der Hunde zu erziehen, aber natürlich nur im Rahmen der Möglichkeiten, ich kann schließlich auch nicht aus meiner Haut. Was meine Hunde gar nicht vertragen, wenn ich mich verstelle, nicht mehr ich selber bin und hinter dem was ich oberflächlich sage, zeige, aber nicht stehe. Dann Misstrauen sie mir, dann erfährt unsere Bindung einen Dämpfer.
Somit ist die Frage " wie erziehe ich meinen Hund?" Von mir mit "das kommt sehr stark auf den Hund an" zu beantworten.
starke, überzogene Gewalt ( schläge, Tritte usw) lehne ich ab.
Genauso, wie ich es ablehne leckerlie oder Spielzeugautomat zu werden, bzw. meine Hunde mehr besteche, als zu belohnen.
Perfekt bin ich nicht, aber weder Weichspülerzieher nur mit duzi-duzi, noch jemand der seine gewaltfantasien und machtgedanken an seinen Hunden auslebt. Ich versuche die Mitte zu treffen, ist schwieriger als man denken mag und Open minded zu bleiben.
Ich bin bestrebt, fair, ehrlich und direkt mit meinen Hunden umzugehen und das ist (m)eine große Herausforderung, denn leichter gesagt, als getan.
Lg