Ich habe auch einen Hund, der ganz gezielt in gewissen Situationen, seinen Einfluss ausweitet und das sehr subtil.
Er legt sich so hin, dass er einem schmerzhaft die Pfote irgendwohin haut, er legt sich in Durchgänge, er blockiert Laufwege usw. Er dringt freundlich, ruppig in die Individualdistanz ein usw.
Lässt man ihn, weitet er ganz schnell seinen Rahmen aus und er fängt nicht an zu Knurren, oder zu schnappen, sondern schränkt durch anpöbeln, anspringen, wegabschneiden an denjenigen zu kontrollieren und zu steuern.
Hier gibt es seit Jahren ein glasklares "Ab!" Wenn er es bei mir versuchen sollte (macht er seit Jahren nicht mehr).
Wovon ich dir dringend abrate, dich mit dem Hund auf eine körperliche Auseinandersetzung einzulassen.
Diesen Fehler habe ich gemacht und es war super schwierig da wieder halbwegs aus dieser Spirale zukommen, ohne die komplette Beziehung und das komplette Vertrauen des Hundes in den Sand zu setzen.
Ich würde übrigens auch nicht auf die vermeidungsstrategie setzen. Ich beanspruche meinen raum und würde den an deiner Stelle Stück für Stück zurück erobern. Und ein "Ab!" etablieren. Zudem würde ich tatsächlich gewisse Räume dem Hund nicht mehr erlauben bzw. nur noch nach Einladung ein betreten gestatten.
Regeln machen das Leben eines Hundes einfacher. Sie helfen ihm sich zurecht zufinden. Vor allem sich in deiner Nähe aufhalten zu dürfen ist ein Privileg, kein Recht.
Die Regeln kann man später, wenn Hund verstanden und gelernt auch wieder lockern, wenn es funktioniert.
Mein rüde ist unkastriert geblieben und jetzt 10 Jahre alt, mit mir spielt er seine Spielchen nicht mehr oft, bei anderen durchaus noch.
Er ist so. von solchen Hunden lernt man ewig viel, über sich, seine Stärken und Schwächen und Konsequenz. Tolle Hunde, die sich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen und Führung nur akzeptieren, wenn sie authentisch und kompetent rüber kommt.
Lg