Ich habe hier ein "Oh Boah!!! Ein Huuuund!!!"-Exemplar sitzen. Der ist im Kuhstall im Wald aufgewachsen und ist so zu mir gekommen.
Er selbst würde am liebsten zu jedem Hund hin, ich versuche aus Hundebegegnungen nichts "besonderes" zu machen, damit die für ihn nicht noch wichtiger werden. Bzw vertraut er inzwischen darauf, daß er zu 90% kurz Kontakt haben darf, läßt sich deshalb in den anderen 10% davon abhalten hin zu rennen.
Auch an der Leine darf normalerweise kurz geschnuppert werden. So ist "jetzt nicht" die Ausnahme, die er gut akzeptieren kann.
Hier laufen viele Hunde frei, teils auch ganz ohne Menschen und gelegentlich finden die ihn auch doof. Dann ist er entsetzt. Die Erfahrung lasse ich ihn aber auch machen, gehört zum Leben dazu.
Klar mag er auch nicht jeden.
Und er ist auch ziemlich gut darin durch Körpersprache andere Hunde aus unserer Gruppe oder von unserem Platz fern zu halten.
Aber so grundsätzlich...
https://youtu.be/-uTgqmsFJs0
Ich finde es immer gruselig wenn ich mir vorstelle, daß Leute hier im Forum den Kerl wegtreten würden.
Ich mag es auch nicht, wenn Hunde von dem Kaliber als "weniger richtige Hunde" und "infantil" bezeichnet werden, im Gegensatz zu "ursprünglichen" und "ernsthaften" Hunden.
Goofy ist "halbwild" aufgewachsen und will definitiv eher Hallo sagen als aus dem Weg gehen. Und das auch schon bevor er bei mir gelebt hat.
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Ich würde deinen Hund nicht wegtreten, dich aber bitten ihn von uns fern zu halten. Er fällt so vom Verhalten was ich auf dem Video sehen kann in die Richtung Hund, die meine Hunde mobben, jagen und hetzen würden. Und das fände ich für deinen Hund unschön. Wenn dich das natürlich nicht stört, dass meine Hunde deinen Hund dafür missbrauchen ihr Ego aufzupolieren, dann kein Thema. Verletzen würden sie ihn nicht.
Da ich das anderen fremden Hunden nicht zumuten möchte, dürfen meine Hunde eben keinen Kontakt zu fremdhunden haben. Einem Streit sind meine (ausgenommen der Border collie) nämlich auch nicht abgeneigt. Vor allem unsichere/ängstliche fremdHunde sind für meine die Einladung.
So ein spielverhalten, wie dein Hund auf dem Video zeigt, haben meine noch nie, nicht mal als welpe gezeigt. Völlig andere hundetypen. Spiel ist hier auch eher maulrangeln, sich in die "Mähne" beissen, rempeln. Das wird aber nur untereinander und evtl. noch mit der Schwester meiner aussiehündin gezeigt.
Viele Jagdhunderassen und deren Mixe, sind auf große Verträglichkeit mit fremden Menschen und Hunden gezüchtet worden. Das ist toll, dass gehört zu diesen Hunden und ihrem Wesen. Ein Wesenszug der den Alltag vereinfacht. Ja, kann man als infantil bezeichnen, oder eben als sehr freundlich. Ihre konfliktstrategie ist fiddle und Flirt, das passt gut in größere hundedichte.
Viele Gebrauchshunde und deren Mixe sind auf andere Merkmale selektiert worden, Kompatibilität mit fremden Menschen und fremden Hunden stand und steht da nicht im Mittelpunkt. einige ihrer angezüchtetes Eigenschaften, stehen dem sogar entgegen. Diese hunderassen und Typen sind im entsprechenden Umfeld auch gut geeignet und im Alltag gut zu halten. Aber eben für ein anderes Umfeld, einen anderen Alltag, als viele jagdhunderassen und deren Mixe.
Darum ist es doch wichtig, dass die Rassen die man sich aussucht, nicht nur von der fellfarbe zum Teppichboden passt, nicht nur von der Art der Auslastung zu einem passt, sondern auch das Umfeld, da wo man sich mit dem Hund im Alltag bewegt, das passt. Weil man auf die Ausnahme der Regel beim Kauf nicht hoffen sollte.
Es gibt hunderassen und Typen da lag und liegt das Augenmerk einfach nicht auf verträglich mit fremdhunden und fremdmenschen. Gott sei dank geht dann oft über Erziehung, managment und Gehorsamkeit bei diesen rassen eine gewisse Akzeptanz und ein stilles dran vorbei gehen. Und bei wem das nicht geht, da hat man Möglichkeiten mit Maulkorb und Leinensicherung.
Wenn man darauf angewiesen ist, dass der Hund mit möglichst vielen Hunden und Menschen verträglich ist, dann sollte man sich auch bei diesen rassen umschauen bzw. bleiben. Einfach weil diese infantile Eigenschaft super in den eigen Alltag passt und Hund und Mensch das Leben erleichtert. Das ist doch supi und ein absolut guter Grund um sich für einen solchen hundetyp zu entscheiden.
Probleme, im Sinne von Unverständnis, gibt es doch erst, wenn jemand mit freu-,spiel-, fiddlehund auf ernst-,individualdistanzbedachten-, fighthund trifft. Und dann ist das doch auch relativ einfach. Man nimmt Rücksicht aufeinander. Der mit dem freuhund, hält seinen Hund bei sich, läuft evtl. einen Bogen und der mit dem ernsthund, weicht aus, sichert entsprechend, läuft evtl. einen Bogen. Konflikte zwischen beiden hundetypen entstehen doch eigentlich nur, wenn einer oder beide Hunde nicht ausreichend erzogen wurden. Der freuhund nicht gelernt hat, das nicht jeder andere Hund das Bedürfnis hat, ihn kennenzulernen und der Ernsthund nicht gelernt hat, seine backen zu halten und nicht jedem anderen Hund eine überzubraten und die Meinung zu geigen.
Eine Leine an beiden Hunden, kann sämtliche Missverständnisse und erziehungsdefiziete ausgleichen.
Keine der beiden hundetypen ist besser oder schlechter nur anders. Und passen eben in den eigenen Alltag besser oder schlechter.
Angewölfte Eigenschaften kann man auch durch Sozialisierung und Erziehung nicht ändern, aber kontrollierbar machen - in beiden Gruppen.
Lg