Beiträge von rinski

    Aber auch etwas was ich ungünstig finde, wir haben so viele Rassen mit Kleinstpopulationen

    Und eben diese Aufsplitterung in kleine Populationen ist mMn fatal.

    Ich habe hier neben Yara noch einen Schweizer Niederlaufhund.

    Davon gibt es eh nicht viele und dann wird ein Teil auch noch nach Farbschlägen getrennt gezüchtet.

    Desaster in the making.

    Viel sinnnvoller würde ich es finden, wenn man zB die niederläufigen Bracken/Laufhunde, die meinem Verständnis nach ja fast identische Aufgaben haben, zusammen fasst, statt sie immer weiter in Insel Populationen zu züchten.

    Dann gibt es keine Schweizer Niederlaufhunde, Tiroler Bracken, Bayrische Gebirgsschweißhunde mehr, sondern eben niederläufige Bracken.

    Als Beispiel.

    Wenn man dann noch, wie du schreibst, Hunde in die Zucht nimmt, die da eigentlich nicht rein gehören, weil man sie eben innerhalb der zugelassenen Population hat, dann wird es noch schlimmer, ja.

    Weil man dadurch mehr Hunde in die Zucht bekam, die da eigentlich nicht reingehörten.

    Das ist auch etwas, was in unserer Zuchtform nicht gut läuft. Man greift auf Hunde zurück, die schlechte Merkmale haben, weil man eben in einer geschlossenen Population anders eine noch größere genetische Verarmung hätte.

    Das ist eine Argumentationslinie, die bei der Zucht von AH ziemlich absurd wäre.

    Wie gesagt, sicher wurden da auch schon schlechte Eigenschaften in Kauf genommen, wenn die gewünschten überwiegen haben.

    Aber schlechte Eigenschaften werden nicht in Kauf genommen, um die genetische Vielfalt bei Reinhaltung der Rasse zu gewährleisten.

    Mit "wie vor 150-200 Jahren" meine ich, daß das Rasse Verständnis eben das ist, was vor Einführung von Crufts und äußeren Rasse Merkmalen praktiziert wurde.

    Ich meine damit nicht die Haltung, wie sie vor 150 Jahren normal war.

    Was heißt denn für dich Umdenken?

    Ich finde die Zahlen halt wirklich bitter.

    Frei aus dem Gedächtnis, aus den beiden Quellen zum Thema.

    Inzuchtkoeffizienten über 10% führen zu erkennbaren Defiziten, andererseits liegen Rassehunde im Schnitt bei 25%, teils deutlich höher, beim Mali waren es 12-24%?

    Alaskaner sind genetisch eine Rasse, das offene Zuchtkonzept führt zu einem COI um die 5-6%.

    Tatsächlich werden nicht nur "sehr ähnliche" Hunde eingekreuzt, sondern je nach Ziel auch zB Windhunde und Pointer.

    Wobei dragonwog richtig darauf hinweist, daß man sich da vermutlich die Epi Problematik mit eingekauft hat.

    Ich denke, Alaskaner denken den Begriff Rasse anders. Ein Alaskaner ist grob gesagt ein Hund, der den Anforderungen gewachsen ist, die an die Hunde gestellt werden.

    In den großen Rennen ist eine Anforderung auch, daß es sich um Hunde von nordischen Typ handelt, damit sie den Wetterbedingungen gewachsen sind (das berühmte Pudel-Team dürfte heute nicht mehr starten). Das ist das einzige optisch sichtbare Merkmal, das ich kenne.

    Ob die europäischen Schlittenhunde, Hounds, Greyster und co bei den Rennen zugelassen würden bezweifle ich bei den typischen Hunden. Inwieweit die genetisch als AH gelten weiß ich nicht.

    Die machen natürlich nicht alles richtig, bei weitem nicht. Darum geht es mir überhaupt nicht.

    Aber wenn man sich die Gesundheit und Leistungsfähigkeit anschaut, die genetische Vielfalt und dabei im Kopf behält, daß es sich hier um eine sehr gezielte Zucht handelt, also kein sinnbefreites Vermehren, aber eben auch ohne die Festlegung auf Rassestandards und bestimmte Stammbäume, dann lohnt sich ein Blick auf die Zucht, oder?

    Was kann man von denen lernen, was läuft da schief, was könnte man in andere Rassezucht übernehmen?

    Genetische Verarmung ist ein Problem. Unsere Züchter haben das vor 40 Jahren gesehen und die Zucht deshalb aufgegeben.

    Der Stammbaum, den ich oben skizziert habe ist für mich worst practise. Ich hoffe sowas wird nicht viel praktiziert.

    Und ja, ich hoffe auf Gesetze, die sowas verhindern oder unter Strafe stellen, unabhängig von Rassezugehörigkeit.

    Genetische Diversität bedeuten leider für viele Züchter das mit Hunden gezüchtet wird, die nicht in die Zucht gehören

    Das ist dann irgendwie sinnlos, ja. Aber eben auch ein ganz anderes Vorgehen, als es die AH Züchter überwiegend betreiben.

    Ich vermute, der Fokus auf Leistung ist hier ein Faktor, der den Hunden zugute kommt.

    Der AAH wäre so ein Beispiel dafür das Gesundheit auch im Arbeitsbereich ohne geschlossenes Zuchtbuch schwierig sein kann.

    Weist du woran das liegt? Sehr kleine Zuchtbasis?

    Natürlich ist das starke Linienzucht, aber so in der Form sind die klassischen Rassen überhaupt erst entstanden bzw. deswegen der hohe Inzuchtkoeffizient.

    Nein, so eben nicht.

    Rassen gab es ja auch schon vor 200 Jahren, die Untersuchungen am AH zeigen in beiden Typen einen Inzuchtkoeffizienten, der deutlich unter dem der reinrassigen Hunde liegt und das, obwohl es sich genetisch um eine Rasse handelt.

    Hab ich...und da wird erwähnt, dass der Inzuchtkoeffizient in Sprintlinien (Hounds) niedriger als in Distanzlinien (Alaskaner) ist.

    Nein, sorry, das interpretierst du denke ich falsch.

    Unter Sprint verstehen die dort das, was in Europa Mitteldistanz heißt.

    In der Methode schreiben sie, daß sie Alaskan Sled Dogs untersuchen, die sich in zwei Gruppen aufgliedern lassen.

    Ich finde da spontan nicht aus welchem Land die Hunde genommen wurden, aus der weiteren Ausführung würde ich aber ablesen, daß es sich um US amerikanische Kennel handelt.

    Inwieweit Hounds und europäische Schlittenhunde genetisch "Alaskaner sind" weiß ich gar nicht. Hast du da Informationen zu?

    einen Hund mit hohem Egil Ellis Anteil

    Rein optisch sind das deutlich Hounds mit hohem Vorsteher Anteil? Damit erklärst du doch selbst die Epi-Neigung durch den Pointer-Anteil.

    Traurig, wenn damit gefahren wird. Hast du eine Erklärung dafür?

    dragonwog, lies die Quelle selbst, da wird etwas dazu geschrieben. Ich habe bei den Gentests grundsätzlich meine Zweifel.

    Was ich an der AH Zuchtphilosophie so spannend finde ist, daß es sich trotz offener Zucht und 5x niedrigerem COI um eine genetisch erkennbare Rasse handelt.

    Obwohl die Bandbreite in vielen Merkmalen wirklich krass ist. Das geht von meiner 17kg Yara bis nicht selten 40kg rauf. Hunde, die wie Sibirier aussehen, oder wie Malamutes, aber optisch auch fast Pointer oder fast Labbies sind dabei.

    Der Begriff Rasse hat hier einfach eine andere Bedeutung, als er es unter dem FCI hat.

    Ich denke, daß die AHs im Grunde so gezüchtet werden, wie Rassezucht vor 200 Jahren funktioniert hat. Das macht sie spannend und wert angeschaut zu werden, wenn man wirklich Interesse daran hat in der FCI Rassezucht das Ruder noch herum zu reißen.

    Man kann natürlich auch schauen was da alles falsch gemacht wird und dann sein eigenes Süppchen weiter köcheln, bis noch mehr Rassen einfach kaputt sind.

    Das würde ich persönlich verdammt schade finden.

    Vriff Ich denke eine unkontrollierte Zucht wird für Arbeitshunde sicher eher/einfacher gesund bleiben, als eine unkontrollierte Zucht für den Hausgebrauch.

    Aber genau deshalb sollte es mMn auch gesetzliche Mindeststandards für jede(!) Verpaarung geben, die zB den obigen Stammbaum sicher ausschließt.

    Welche anderen Rassen werden denn eingekreuzt? Denn nur dann würde das ja einen Unterschied mach

    Wenn du die Quellen anschaust, die ich oben zitiere kannst du dir deine Frage selbst beantworten.

    ZB mit dieser Tabelle

    https://bmcgenomdata.biomedcentral.com/articles/10.11…11-71/figures/6

    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da du keine Berechtigung hast, diesen Inhalt zu sehen.

    Und was meinst du mit "nur dann macht es einen Unterschied*?

    dragonwog, ich babe gestern abend aus einem seiner Stammbäume rekonstruiert.

    Der Mensch ist einer der Gründe, warum gesetzliche Vorgaben bei der Zucht keinen Unterschied zwischen Reinrassig und allen anderen machen dürfen.

    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da du keine Berechtigung hast, diesen Inhalt zu sehen.

    Die Fragezeichen stehen nicht für unbekannt, sondern nur für "nicht nochmal eingesetzt Iim erkennbaren Stammbaum".

    In den beiden Artikeln die ich oben zitiere wurde zusammen für etwa 550 Alaskaner der COI per DNA Test bestimmt.

    Hier nochmal eine Tabelle aus dem ersten Artikel, der durchschnittliche Wert von 681 getesteten reinrassigen Hunden liegt bei 25,38%,

    Der Durchschnitt von 199 getesteten Alaskanern bei 5.14%

    https://bmcgenomdata.biomedcentral.com/articles/10.11…-11-71/tables/2

    Findest du es ernsthaft fragwürdig, das eine offene Zucht einen niedrigeren Inzucht Koeffizienten hat, als es eine geschlossene Zucht hat?

    Nehmen wir alle Varietäten zusammen und betrachten die sogenannten Show- und Arbeitslinien, liegt der durchschnittliche COI von Showlinien bei 27,1%, der von Arbeitslinien bei 12,6% und der von Verpaarungen aus Show- und Arbeitslinie bei 17,0%.


    Was ist ein hoher COI und was ein niedriger? Betrachten wir die Embark-Ergebnisse, liegt der Deutsche Schäferhund bei einem COI von ungefähr 35%, der Schottische Schäferhund bei etwa 45% und die Border Collies bei etwa 20%. Der Belgische Schäferhund ist also keine Ausnahme und schneidet im Vergleich zu anderen Rassen scheinbar nicht allzu schlecht ab. Doch bedeutet dies, dass es keine Probleme gibt? Das Lehrbuch „Animal breeding and genetics“ (Oldenbroek & Van der Waaij, 2014) besagt, der Inzuchtkoeffizient sollte nicht über 1% liegen. Carol Beuchat vom Institute of Canine Biology weist darauf hin, dass sich ab einem Inzuchtkoeffizienten von 5% die schädlichen Effekte von Inzucht auszuprägen beginnen. Bei einem COI von 10% seien laut Beuchat die Risiken von Gesundheitsproblemen deutlich erhöht und der Verlust von Vitalität deutlich erkennbar.

    Ich meine, wie kann es sein, daß hier nicht alle Alarmglocken läuten?

    Wie kann es sein, daß man nicht die Notwendigkeit zum Umdenken sieht?

    Wie kann es sein, daß man -im Gegensatz zu Wissenschaftlern-- andere Formen von Rassezucht nicht spannend findet?

    Es geht doch gar nicht darum, daß beim Alaskaner alles richtig gemacht wird, aber die Rassezucht iSv FCI ist dabei langsam aber sicher alle Rassen zu schädigen.

    Warum sucht man dann lieber den Fehler bei den Mushern, als zu überlegen was man von denen eventuell lernen kann?

    Ich bin mit gesunden Berner Sennenhunden aufgewachsen, die gibt es heute nicht mehr.

    Warum will man das System weiter beibehalten, das schon einige ehemals gesunde Rassen kaputt gezüchtet hat?

    Warum will man an einem System festhalten, was auf genetischen Flaschenhälsen aufgebaut ist?


    Das alles wäre in erster Linie Aufgabe vom VDH und von RZV, aktuell noch nicht zwingend bei allen Rassen vom Gesetzgeber.

    Vielleicht sollte man sich dahinter klemmen, daß nicht die nächsten Rassen so kaputt sind, daß eine Zucht eigentlich ethisch nicht mehr vertretbar ist und damit dann gesetzwidrig wird.

    Limetti nein, der hat eine Fan Gemeinde und vermarktet seine Hunde recht aggressiv.

    Die Rennen in Europa sind ja sehr kurz, hier heißt Sprint grob 3-7 Kilometer. Das was in den USA Sprint heißt, also 30 Meilen, ist hier schon Mitteldistanz und wird wenig gefahren.

    Die Chance, daß dein Epi Hund auf den rund 5km umkippt ist halt recht gering. Die Hunde sind schnell, also dauert ein Lauf nicht sehr lang.