Was soll ich sagen.. Jack hatte auch schon Ohren auf Durchzug, aus diesem Grund achte ich fünfmal so genau auf alles.
Ich habe auch schonmal einen Hund weggetreten, weil ich Panik hatte... ein riesiger 50kg-Boxer hat sich auf meinen alten, gebrechlichen 17kg Benji (von hinten) geschmissen und ist mit offenem Maul in RIchtung Kehle. Von der Besitzerin kam nichts, auch nicht auf mein wirklich flehendes Bitten. Ins Halsband langen wollte ich schon, nur leider unmöglich - da Stachler... und so Leid es mir bis heute tut, habe ich ihn mit einem beherzten Tritt (der dieses Monster, also größentechnisch, sicherlich nicht zerschmettert hätte) von Benji runtergeschoben. Es tut mir Leid, aber sich von hinten auf einen 13-jährigen, humpelnden Hund zu werfen, ne, das geht nicht und meiner konnte sich ja null wehren... heute würde ich vielleicht anders reagieren, auch gerade weil Jack einfach selber jung und kräftig ist... damals hatte ich einfach nur eine absolute Panik, dass mein Opi das nicht überlebt, selbst wenn der Hund nicht beißt.. der Hund wurde kürzlich dem OA gemeldet, weil er angeblich einem kleinen Hund das Rückgrat gebrochen hat, was dran ist weiß ich nicht, aber es hat mich sehr an diesen Vorfall erinnert.
Tja.. und Jack, das Sensibelchen ist ein Panikhund, seitdem wir von nem anderen Hund gestellt wurden (gegen diesen laufen jetzt berechtigterweise mehrere Verfahren).. wie gesagt, es war kein enorm schlimmer Augenblick, in dem irgendjemand gebissen wurde, aber seitdem hat Jack einfach Panik... tja und jetzt muss er jeden Hund ganz langsam kennenlernen, aber Hunde, die außer der Kontrolle ihrer Besitzer auf ihn zustürmen sind für uns einfach eine Katastrophe und werfen uns hinter den Anfang unseres Trainings zurück... Wenn ich sehe, dass ein Hund in freundlicher Absicht auf uns zukommt, klemm ich mir Jack zwischen die Beine und nehm ihn in den Schwitzkasten. Hört sich blöd an, aber dadurch hab ich ihn, wenn er knurrt oder vorgehen will, unter Kontrolle. Zudem beruhigt er sich so. Schutz für den anderen Hund... sehe ich einen Hund in übler Absicht, dann tue ich auch viel, um den anderen abzuwehren... wenn mein Hund einen anderen Hund verletzt ist es dem OA total egal, wer Schuld hat, mein Hund ist immer der Gearschte... und sorry, das lasse ich nicht zu, nur weil irgendjemand seinen Hund nicht unter Kontrolle hat oder nicht absichert. Ich rede hier von Treten als ALLLER-ALLERLETZTER Instanz, ich hab noch wesentlich mehr in petto, was bisher immer gereicht hat.
Ach ja, einmal habe ich zu meiner Schande nen JackRussel getreten, das war aber ganz ehrlich ohne Absicht... der Mistkerl
kam auf Jack zugeschossen, ich also Hundi wieder in den Schwitzkasten, die Besitzer des anderen waren meilenweit weg, hatten kein Interesse für die Tätigkeiten des Kleinen (ist bei der HH leider Alltag wie ich seitdem täglich feststelle), der es superfand, auf Jack aufzureiten... ich wollte ihn immer wieder mit den Füßen runterschieben (war ja das einzige was ich frei hatte, weil ich ja Jack absichern musste), aber Jack war offenbar der allertollste, und der Kleene konnte nicht von ihm lassen. Durch das ständige Gedrehe habe ich ihm aus Versehen einen wirklich megaleichten Kick gegeben, aber schlimm konnte es nicht gewesen sein, da er einfach weitermachte... ich habe nen anderen HH gebraucht, um den Hund von Jack wegzubekommen... Jack fand es einfach nur furchtbar und hatte Schiss ohne Ende...
Mich nervt, dass ich mich mit angstaggressivem Hund verstecken muss, denn alle anderen Hunde haben ja das Recht zu tun und lassen was sie wollen. Statt einer ENtschuldigung oder wenigstens dem Versuch die Hunde wegzubringen und uns aus unserer misslichen Lage zu befreien (wir sind mittlerweile bei 1m ABstand neben angeleinten oder fußlaufenden Hunden angekommen, aber der ist noch wichtig), werde ich nur angemault, warum ich mit meinem Hund da lang gehe... allerdings bin ich nicht die einzige dort mit dem Problem, im Sommer haben die Spaziergänger und Co nur Probleme, weil diese HH ja den Wald gepachtet haben, meinen sie wenigstens.... (sorry, war nur so sauer)
Gutheißen kann man das selbstverständlich nicht, was der alte Mann da getan hat, aber evtl hatte er auch einfach nur Angst um seinen Hund, wie ich damals um Benji, oder er hat schlechte Erfahrungen gemacht, wer weiß das schon... vielleicht hat er sich auch einfach nur erschrocken und wusste nicht, was er sonst tun sollte... was machen wir Menschen automatisch, wenn wir uns erschrecken?? Wir reißen die Arme nach oben... vielleicht ging das alles einher damit. Souverän ist das nicht, aber das passiert nunmal einfach... ich denke, ohne die Seite des Mannes zu kennen, kann man hier nicht urteilen...
Aber jetzt Kopf hoch und weiterarbeiten, glaub mir, ich befürchte, jeder hier war schonmal in einer solchen Lage, dass der Hund meinte das Schreien war für den imaginären anderen gedacht... nächstes Mal Hund aufsammeln, entschuldigen und evtl. ein kurzes Gespräch führen, das hilft ja auch oft schon...