Na dann beschreib ich euch auch mal, wie das bei mir so aussieht.
Ich bin 23 und studiere. Nach meinem Abi habe ich mein erstes Studium nach einem Semester abgebrochen, da es einfach nicht für mich war. Dann kam Benji. Mein Exfreund und ich (haben zusammengelebt) haben beschlossen, einem alten Hund ein Zuhause zu geben, denn erstens will die eh kaum jemand und zweitens war er mitten in der Ausbildung und ich kurz vorm Studium(swiederbeginn). Wir wussten einfach nicht, wohin der Weg uns führt.
Benji war toll, super, genial, mein Seelenhund. Wir haben ihn aus dem Tierheim. Er war unglaublich genügsam, hat die meiste Zeit geschlafen, war auf langen und kurzen Runden immer tapfer dabei. Der perfekte Hund, um zum ersten Mal alleine mit einem Hund das Leben neu zu ordnen :)
Und da Benji so sehr auf mich fixiert war, hat sich mein Exfreund halt doch nach einem Hund gesehnt, der ihn nicht ganz blöd findet (ich war Benjis Ein und Alles). Tja, dann haben wir uns mit der ganzen Listenhundproblematik auseinandergesetzt und dann kam Jack, ein 1-jähriger, total verkorkster, durchgeknallter Bullterrier-Mischling
... ich hatte noch ca. 2 Monate Zeit, um ihm das Alleine-Bleiben beizubringen, dann ging die Uni los (das war allerdings bei Jack damals kein Problem)... gut, ich habe mir in der Uni alles so gelegt, dass ich nicht länger als 5-6 Stunden außer Haus bin, ich musste nebenher noch arbeiten, das war wirklich verdammt schwierig...
Vor 1,5 Jahren haben mein Exfreund und ich uns getrennt, da er zu der Zeit noch vollzeit gearbeitet hat, hatte er die Hunde am WOchenende, ich unter der Woche. Heute ist wochenweise Hundetausch. Dann ist Benji gestorben, ich bin ausgezogen, Jack war vollkommen verstört und konnte nicht mehr alleine bleiben... das war dann wirklich ein Riesengroßes Problem. Ich habe das Glück, dass ich in einer 2er-WG lebe und meine Mitbewohnerin Jack auch sehr sehr mag und mir hilft, wo sie kann. Wenn ich am Wochenende mal weggehe, ist sie oft daheim und hat ein Auge auf den Dicken. Wenn ich länger arbeiten muss, schau ich, dass es sich mit ihren Freizeiten überschneidet. Ich habe hier wirklich unglaubliches Glück!! Jack muss so oft kaum alleine bleiben, bzw ich hatte einfach langsam die Chance, ihm das wieder beizubringen. Und das hat lange gedauert, über ein halbes Jahr... ohne sie und eine andere Freundin, die Jack damals auch oft aufgenommen hat, als er keine Minute alleine bleiben konnte, hätte ich das alles niemals geschafft.
Meine Eltern helfen mir zwar mit Hund selbst nicht (mit Jack kann auch nur ne handvoll Leute rausgehen), aber mein Vater unterstützt mich finanziell... als Jack Krebs bekommen hat, hatten wir innerhalb von 3 Monaten eine Summe von 5000€ vor Augen. So viel wurde es zwar doch nicht, aber wir hätten es ohne einen Privatkredit nicht finanzieren können. Das haben wir ganz klar VOR der Anschaffung der Hunde geklärt.
Ja, Zeitmäßig muss ich schon alles sehr genau planen, gerade im Studium heißt das, dass man eben nicht unbedingt die Seminare wählen kann, die einen interessieren, sondern die wählen muss, die am besten liegen.. hat mir allerdings schon einige Horizonterweiterungen beschert... leider aber noch mehr langweilige oder furchtbar komplizierte Themen...
Finanziell ist es auch nicht rosig, so ein Studium kostet nicht nur Studiengebühren, sondern auch alle Anschaffungen, die man so braucht. Ich muss unglaublich viele Bücher kaufen, es gibt nicht viele gebraucht, weil angehende Lehrer und Lehrer scheinbar ihre Bücher gerne alle aufheben (man kanns ja immer mal brauchen ;), ich bin da genauso). Das sind manchmal am Anfang des Semesters mehrere hundert Euro, manchmal auch kaum etwas... dann noch Miete, Essen, Nebenkosten, Rechnungen, mal Weggehen, Klamotten, je nach Studienort horrende ÖPNV-Kosten (ist hier in Augsburg zum Glück nicht so)... das kann man sich alles gar nicht vorstellen, solange man nicht ausgezogen ist..
hinzu kommt dann das Futter für den Hund (bei uns muss es Bio-BARF sein, das sind über 80€ im Monat), Tierarztkosten, mal dies und das.. das läppert sich gewaltig..
Aber nichts desto trotz muss ich sagen, dass das Leben mit Studium, Arbeit und Hund zwar verdammt anstrengend, aber auch unglaublich toll ist. Es lässt sich alles organisieren, man kann seine Zeiten nach dem Hund legen und das ist perfekt. Ich komme mit Jack raus, wenn mir gerade mal wieder der Kopf qualmt... ich komme unter Leute, wenn ich mich gerade in der Lernphase abschotte. Und ich liebe meinen kleinen Dicken einfach so sehr, dass ich ihn nicht mehr missen möchte!
Für meine Referendarszeit (ist noch ein bisschen hin) muss ich dann wieder neu planen, das wird erstmal richtig heftig. Aber das werden wir auch noch schaffen, wir haben schon so viel geschafft, das packen wir!
Wenn i-welche Fragen sind, dann könnt ihr die gerne stellen, ich hab bestimmt die Hälfte vergessen ![]()