Beiträge von Fantasmita

    Naja bei einem Welpen reicht morgens und Abends eh nicht ... unser Hund ist 21 Monate und geht 3 x am Tag "Gassi". Als Welpe sind wir ca. 7-8 x am Tag mit ihm raus ;).

    Natürlich kann man das bei einem Welpen machen ... ist eine ganz persönliche Entscheidung ... meine Einstellung dazu hatte ich hier im Thread schon geäußert ... aber bei einem erwachsenen Hund oder auch Junghund ist es absolut überflüssig, weil man ja 3 x am Tag mit ihm Gassi kann ... der pullert einem ja nicht mehr die ganze Wohnung voll.

    Ich wohne in der 2ten Etage und hab dieses "wenn der Hund gepullert hat sofort den Hund schnappen und raus mit ihm" immer als Blödsinn angesehen, d.h. wenn es in die Wohnung gegangen ist, dann war das halt Pech. Ich habe es kommentarlos weggemacht. Wir wohnen im 2ten Stock und bis wir unten sind, hat der Hund schon längst keine Verknüpfung mehr mit seinem Geschäft in der Wohnung.

    Wir sind einfach konsequent alle 3 Stunden mit ihm raus + nach dem schlafen und er war mit 16 Wochen zuverlässig stubenrein ... ganz ohne Streß.

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    und ich glaube, dass euer schau-Training nicht für die Katz war, sondern eine gute, vorbereitende Übung.

    Sehe ich genauso.

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    P.S.
    Wenn das jetzt alles so super klappt, steht deiner Anwesenheit beim nächsten Treffen in Hamburg ja nix mehr im Wege, gelle?
    Würde mich riesig freuen, wenn das klappen würde. :)

    Wir hatten das letzte mal schon geschaut, wo ihr euch getroffen habt aber dat war uns zu weit weg :). Also wir haben den Thread immer im Blick und ich denke über kurz oder lang sind wir dabei.

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    Ich denke, die entscheidende Wendung ist eher dadurch passiert, dass du RECHTZEITIG jeden Ansatz des Fixierens unterbindest

    Ich denke auch, dass das Timing vielleicht besser geworden ist.

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    (in deinem Fall mit Leinenruck, "schau" ist eigentlich nix anderes, nur ohne Gewalt) jetzt einfach weitergehst und damit dem Ganzen keine Bedeutung beimisst.

    Leinenruck folgt nur, wenn er auf ein vorheriges "nein" nicht reagiert hat. Sprich er hat die Wahl.

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    Mich wundert es, dass das schau auf dem Hundeplatz einwandfrei geklappt hat und "in freierWildbahn" nicht. Ich vermute, da hat sich was an deiner Körpersprache geändert. Kann es sein, dass du dich auf dem Hundeplatz sicherer gefühlt und dem Hund das auch vermittelt hast?
    Interessant wäre für mich, mal euer Verhalten auf dem Hundeplatz und bei sonstigen Hundebegegnungen zu filmen. Und dann deine Körpersprache in beiden Situationen miteinander zu vergleichen.

    Hat mich nicht wirklich gewundert. Max ist in neuen Umgebungen unsicher und dadurch noch mehr auf uns fixiert. Der Trainingshund für die Leinenaggression war wohl zu alt (12 Jahre), weiblich und uninteressant *gg* und bei allen Übungen war es der selbe Hund und deswegen bot er auch keinen Reiz mehr ... nachdem Max 1x an ihr geschnuppert hatte, war für ihn der Drops ja eh gelutscht.

    Zum Timing des "schau" mir wurde von allen Trainern vor Ort gesagt, dass mein Timing spitze ist, wir sind ja zum besseren und emotionsloseren bestätigen sogar auf den Clicker umgestiegen und mir wurde gesagt, dass ich exakt im richtigen Moment bestätige und das man das selten hat, weil es bei vielen Leuten am Timing scheitert.

    Bei uns ist er in seinem Revier und da ist er der Held *gg*. Das es im Freilauf auch so toll klappt mit dem schau liegt wohl eher daran, dass er da halt ohne Leine ist.

    Gefilmt wurden wir und wurden gelobt für tolles Timing und Verhalten mit dem Hund .. bla bla bla .. geb ich ehrlich gesagt nichts drauf.


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    Ersetzen wir mal dein Halsbandgerucke durch ein respektiertes, verbales Nein.
    Bist du dann immer noch der Meinung, daß die bisherigen Methoden, die sich ja auf um/ablenken, drumherumlaufen, schau (welches nur den Blick des Hundes vorgibt, nicht seine Gedanken !!), etc. sinnvoll sind ?

    Ich bin da Zwiegespalten, da ich der Meinung bin, dass das aktuelle Verhalten teilweise nur möglich ist, weil ich vorher halt drumerhum gelaufen bin ... schau hat ja eh nicht funktioniert *lach*. Durch das drumherumlaufen hatte Max ja nicht mehr so oft Ausflipper und ich bilde mir ein, weiß es natürlich nicht, dass er dadurch vielleicht ruhiger geworden ist, weil er sich nicht ständig neu hochgeputscht hat.

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    Ist nicht die Veränderung deines eigenen Verhaltens, die konsequentere, ruhigere Umgangsweise mit dem Hund klarer, deutlicher und zielorientierter ?

    Wir hatten ja diese Thematik oft am Wickel und ich war ja auch oft ein bissel angenervt, weil du so insistiert hast aber im Resumé muss ich tatsächlich zugeben, dass ich den Eindruck habe, dass es im Endeffekt sehr damit zusammenhängt.
    Max scheint es "gut zu tun", wie es jetzt läuft. Z.B. hatten wir ja auch geändert, dass er nicht mehr frei im Radius der Leine laufen kann, sondern normalerweise bei Fuß laufen muss ... war eher eine Vorsichtsmaßnahme, dass er sich im Falle eine Falles nicht in die Leine werfen kann/bzw. aufstellen kann aber er scheint es sehr positiv angenommen zu haben und alleine mit dem Schritt hat sich sein Verhalten zum positiveren verändert.
    Von daher hattest du durchaus Recht.

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    Glaubst du (und ich mein das jetzt nicht ironisch, vorwurfsvoll, sondern ernsthaft), daß du irgendwann mit den "sinnvollen" Methoden zu einem entspannten Hund bei Begegnungen kommen würdest ?

    Ja aber wenn ich die bisherigen Erfolge in den letzten 5 Monate hochrechne, dann wohl erst in 5 Jahren... vielleicht etwas überspitzt gesagt aber ich denke es würde noch locker 1-2 Jahre dauern, bis wir da auch nur ansatzweise den gewünschten Erfolg hätten. Ich glaube es ist der längere Weg aber nicht zwingend der schlechtere.
    Bei mir spielt halt der Gedanke mit rein, dass es um Lebensqualität für den Hund und nicht zuletzt auch für mich geht... wenn man nie normal mit einem Hund laufen kann, dann ist das für den Halter unerfreulich .. .bringt den Hund aber auch um interessante Erfahrungen.
    Ich würde nicht damit klarkommen, wenn ich die ganze Zeit wie blöd an der Leine rucken müßte aber zum Glück reicht in den meisten Fällen wirklich ein selbstbewußteres Auftreten, ich schau auch nicht mehr ständig was der Hund macht sondern geh einfach straight meines Weges und er hat zu folgen. Wenn ein Hund kommt, folgt ein ganz schlichtes "nein" nicht laut, sondern in geänderter Stimmlage und er scheint es echt zu begreifen.... und ich muss sagen ... mich macht das glücklich... richtig glücklich ... ich war in den letzten Monaten so oft gefrustet und demotiviert, dass ich momentan richtig auf Wolken gehe.

    Mein Bekannter meinte zwar, dass würde so noch nicht reichen aber hey ... in 3 Wochen solche Fortschritte ... da lege ich gerne noch ein paar Wochen drauf ohne, dass ich meinen Hund so rucke, dass er sich quer legt ;).

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    Gruß, staffy - die gerne mal Hund & Halter sehen würde ;-)

    Warum :D

    Tabina
    So nu aber.

    Ich muss dazu sagen, dass einiges was jetzt geht vorher auch überhaupt nicht möglich war. Sprich auch die Tüdelüt-Methoden haben durchaus ihre Wirkung gezeigt.

    Mein Hund zum Anfang der "Arbeit":
    15 Monate (jetzt 21), Frust pur, wenn er nicht zu anderen Doggis kann. Reaktion: Fixieren, keine Ansprechbarkeit (null), keine Ablenkung möglich (null), kein Richtungswechsel möglich (wenn er erstmal am fixieren war), Wohlfühlabstand ca. 25-30 Meter, Ausrasten lief dann immer wie folgt ab .... senkrecht in die Leine steigen ... wie ein Irrer bellen, zerren und geifern *gg*. Es gab keinerlei Form der Ansprache, der Ablenkung, des Blockens oder ähnliches, was gewirkt hätte. Die guten Tipps (sprich ihn an, lass ihn absitzen, verstell ihm den Blick, lenk ihn ab), haben in seinem Status der Leinen-Frust-Aggression absolut null und nix gebracht ... im Zweifelsfall hat es ihn höchstens noch irrer gemacht und wenn man Pech hatte kam man zwischen seine Zähne. Sprich wir waren etwas gefrustet ... dadurch war dann natürlich auch unser Verhalten bestimmt ... sprich wir haben schon Depris gekriegt, wenn ein Hund zu sehen war (ist ja nun nix besonderes bei uns, da trifft man ständig Hunde).

    Vergebliche Ansätze:
    Ablenken (hat temporär geholfen, als er noch im Anfangsstatus war, später hat es überhaupt nichts gebracht), Ansprache (keine Reaktion), Richtungswechsel (ging nicht, hat ihn richtig aufgestachelt und noch mehr zum ausrasten gebracht), Halti (hat geholfen aber hab ich nach 2 Wochen abgeschafft, weil Leinenzerren ja nicht unser Problem ist und wenn Max ins Halti gestiegen wäre und ich hätte den Einsatz verpaßt, dann hätte was passieren können, war mir zu gefährlich), versucht "autoritär zu sein" :D mit entsprechender Ansprache und mit den Knien in die Seite "schupsen" (hat auch geholfen aber nicht wirklich das Problem ansich gelöst).

    Ansatz 1 der funktionierte und/oder der vielversprechend war (wir konnten uns mit identifizieren):
    Ich habe meine Hoffnungen ins "schau" gelegt ... ich habe damit vor ca. 4-5 Monaten angefangen. Ebenfalls habe ich Richtungswechsel (nicht in der Situation, sondern ohne/unter geringer Ablenkung geübt). Schau klappt mittlerweile im Schlaf ... ohne oder unter geringer Ablenkung.
    Desweiteren sind wir Schleifen gegangen (sprich wenn wir auf Entfernung einen Hund sahen, haben wir die Richtung gewechselt), mit dem Hintergedanken, dass wir nicht wollten, dass Max ein selbstbelohnendes Verhalten erfährt. In Situationen, wo plötzlich ein Hund aus dem Nichts auftauchte ist er uns natürlich komplett ausgetickt.
    Im Juli hatten wir dann einen Termin bei einer Verhaltenstrainerin, weil ich überprüfen lassen wollte, ob wir auf dem richtigen Weg sind, da ich so meine Zweifel hatte aufgrund des nicht vorankommens. Die Trainerin meinte, dass es genau der richtige Ansatz wäre, empfehl uns zusätzlich ein DAP Halsband (wirkungslos) und wir machten also so weiter.
    Anfang August wendete ich mich per Mail erneut an die Verhaltenstrainerin, weil keinerlei Fortschritte zu sein schienen. Sie meinte wir wären zu ungeduldig (wir haben zu dem Zeitpunkt schon 4 Monate gearbeitet und hatten keine nennenswerte Fortschritte).
    Eine Einladung der Trainerin zu einem Treffen mit 4 Leinenaggressionshunden verlief vorbildlich, so das unsere Probleme unglaubwürdig schienen. Max reagierte zu 100% auf Schau (geclickert) und auf jede Form der Ansprache. Er ist bei jedem Ansatz des austickens sofort kontrollierbar gewesen. Uns wurden somit ganz hervorragende Fortschritte dokumentiert .... das Problem, dass es nur dort so war... zuhause war es die alte Geschichte.

    Ansatz 2 der funktioniert, in Kombination mit Ansatz 1, funktioniert will heißen, dass wir in den letzten 3 Wochen die Leinenaggression zu 50% reduziert/gehändelt bekommen haben:
    Nach wie vor arbeiten wir mit Schau ... nach wie vor arbeiten wir mit Richtungswechsel. Ich habe massiv am Richtungswechsel gearbeitet ... massivst ... der Richtungswechsel den ich vorher gemacht habe, war witzlos ... jetzt arbeiten wir schnell, zackig, mit kurzen, klaren Ansagen und Max bleibt es überlassen ob er folgt oder halt nicht (Konsequenz er würde ins Ende der Leine rennen, was er jedoch nicht macht, weil der Richtungswechsel jetzt funktioniert). Wir sind auch bewußt von Geschirr auf Halsband gewechselt. Wir werden auch nicht mehr nervös, wenn ein Hund kommt... wir sind dazu übergegangen bewußt Kontakte (nicht die frontale Konfrontation) zu suchen. Wir probieren immer mal wieder ob ein "schau" einsetzbar ist, was aber definitiv nicht funktioniert. Wir gehen hinter Hunden her, vor Hunden her ... auf der anderen Straßenseite an Hunden vorbei. Wir haben uns also enorm angenähert *lach*.
    Wenn es zu einer direkten Konfrontation kommt, dann sage ich ein kurzes "nein", noch bevor Max fixiert ... dann ist er teilweise (früher absolut undenkbar) schon beruhigt und kommt mit (er schaut sich zwar immer noch um, wenn wir vorbei sind, bellt aber nicht und fixiert dann auch nicht.). Ich behalte einen zügigen Schritt bei und verlangsame nicht, wie sonst, wenn wir aus dem nichts auf Hunde getroffen sind.
    Das schönste war, wo uns 2 kläffende JRTs (beide leinenaggressiv, fällt da aber nicht so auf *gg*) auf die Distanz einer Autobreite gegenüberstanden, ich Max eine kurze Ansage machte und er mir sofort und ohne Zickereien folgte. Früher ist er mir dabei total und komplett ausgetickt ... da ging nur noch hinterherzerren.
    Natürlich gibt es auch Hunde bei denen Max massiver reagieren möchte. Dort arbeiten wir jetzt - haut mich - mit Leinenruck. Sprich ich kann Max mittlerweile so gut lesen, dass ich sehe, welchen Erregunsgrat er bei welchem Hund hat. Wenn ich nach der ersten Ansprache merke, dass Max nicht wirklich Lust hat auf mich zu hören, dann rucke ich kurz (nicht kräftig ;)) an der Leine in Kombination mit einem Nein ... das mache ich 2-3 x schnell hintereinander, seine Aufmerksamkeit ist dann wieder bei mir und wir gehen weiter. Am Anfang ... sprich die ersten paar Tage der ersten Woche, war dies noch öfters nötig ... mittlerweile so gut wie gar nicht mehr.
    Meine Einstellung habe ich dazu hier schon geäußert. Max hat sich früher senkrecht in die Leine gestellt ... vollkommen wurscht, dass er da ein Geschirr anhatte ... gut ist das definitiv nicht. Nun habe ich die Wahl, ob ich ewig weiterarbeite mit sinnvollen Methoden die eine sehr lange Zeit brauchen, bis sie wirken oder ich arbeite mit Halsband, das natürlich auf den Hals einwirkt... im Verhältnis aber eine kürzere Belastung ausübe... da er nicht mehr ausflippt. Ich stelle also Geschirr mit einem weiteren Jahr regelmäßigen ausflippen, gegen Halsband mit notwendiger Einwirkungsweise von ein paar Tagen gegeneinander.

    Es ist innerhalb dieser kurzen Zeit so gut geworden, dass ich sogar zuversichtlich bin, dass Max über kurz oder lang das "schau" annimmt. Es funktioniert ja auch im Freilauf ohne jegliche Probleme und auch wenn sämtliche Hunde um ihn rumlaufen ... nur nicht, wenn er an der Leine ist und ein Hund kommt. Wir machen damit weiter und werden sehen, ob es fruchtet. Für uns ist insgesamt eine weitaus entspanntere Situation entstanden ... was im Endeffekt für alle ein Gewinn ist und Max ist in seinem Verhalten nicht ängstlicher geworden.. sein Verhalten ist wie eh und je.

    Ups sorry ... etwas lang.

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    Du schreibst Du hast in den letzten 2-3 Wochen enorme Verbesserung erzielt weil Du Deine Arbeitsweise verändert hast.

    Richtig.

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    Statt Schleifen laufen und Tüdelü-Übungen jetzt mit negativen Reizen trainierst?

    Falsch ich trainiere nach wie vor mit "tüdelü"-Übungen und mit (wenn du es so willst) negativen Reizen.

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    Mich interessiert sehr was Du genau verändert hast.

    Erzähl ich ... vorhin hatte ich Feierabend .. jetzt sind wir grad mit dem Hund zurück und nun bin ich müde und hab keine Lust. Ich schreib morgen nochmal.

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    Du siehst einen Hund auf euch zu kommen, ihr nähert euch und lauft aneinander vorbei.

    Haha ich mache doch kein Selbstmord. Aneinander vorbeilaufen geht noch nicht.

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    Was war vorher und was ist jetzt?
    Was machst Du anders, was Dein Hund?

    Alles klar kommt morgen :).

    Ja wir arbeiten an allem - sozusagen :).

    Ich projeziere es nicht auf andere Hunde. Er rastet halt aus, wenn er auf andere Hund trifft. Da gibt es nichts zu projezieren, das ist halt Fakt. Sie sind nicht das Problem ansich aber sie lösen das Verhalten aus.

    Und an dieser Entscheidungsakzeptanz arbeiten wir ja auch.

    Insgesamt sind wir ja nun auch erfolgreich dabei, denn die Problematik hat sich um 50% reduziert und das wo wir vorher monatelang erfolglos Schleifen gelaufen sind und gehoft haben, dass das Schau in diesem Leben irgendwann noch funktioniert.

    4 Stunden ist kein Ding, wenn der Hund langsam dran gewöhnt wird.

    Mein Hund kann mittlerweile (seit er ca. 9 Monate alt ist) im Extremfall auch 10 Std. alleine bleiben ... äh ja .. selbstredend passiert das nicht D:. Ich arbeite Vollzeit, mein Mann ist Student. Max ist maximal 7 Std. alleine. Wenn wir beide uns nicht mehr so organisieren können, dass das das Maximum ist, dann würden wir auf der Hälfte der Zeit einfach einen Gassigeher engagieren :). Das geht schon alles, wenn man will. Sogar als berufstätiger. Wichtig ist halt nur, dass der Hund insgesamt ausreichend ausgelastet wird und langsam ans alleinsein gewöhnt wird ... Fehler die man am Anfang macht können sich auch noch später mit 7 oder 8 Monaten auswirken.

    Max ist auch eher ängstlich. Er hatte zudem mit einem Kind aus der Familie eine grenzwertig schlechte Erfahrung. Das Kind hat ihn wohl früher geärgert (mein Mann war mit Max an der Ostsee, ich war nicht dabei) und da hat Max ihn in den Po gehapst.

    Seitdem haßt Max dieses Kind, bzw. ist sehr sehr vorsichtig. Bei der letzten Familienfeier war das Kind dann auch wieder da (es ist etwas verhaltensgestört und nimmt Hinweise nur begrenzt an). Er wollte unbedingt mit Max spielen und ich meinte er kann ihm den Ball werfen (in der Hoffnung, dass sich das Verhältnis zwischen den beiden bessert). Ich war auch dabei. Der Junge meinte dann, dass er ständig Stitz Platz sitz platz sitz platz bleib sitz bleib platz bleib sitz usw. sagen müßte, dass Max total bekloppt im Kopf wurde. Als ich das Spiel abbrechen wollte, um Max und den Jungen zu schützen, stieß ich auf Unverständnis der Famile und ich solle sie doch lassen bla bla ... ich habe den Fehler gemacht mich unter Zugzwang zu fühlen und habe weiteres "Spiel" zugelassen.

    Max ist dann nach vorne gegangen und hat geknurrt und kurz gebellt ... einfach ein Zeichen von "ich hab nu echt die Schnauze voll". Darauf hin bekam ich gleich zu hören, dass ginge ja gar nicht, dass der Hund das Kind anknurrt und bla bla bla ....

    Ich habe daraus die Konsequenz gezogen, dass ich meiner Schwiemu gesagt habe, dass in Zukunft, wenn das Kind zu Besuch ist ich Max nicht mehr mitnehme und meinen Besuch verkürze, da ich keine Lust habe, dass Max irgendwann beißt, denn dann wird nicht gesehen, dass er vorgewarnt hat oder das ich tausendmal gesagt habe, es soll ihn keiner bedrängen, sondern nur das er gehapst hat, etwas was ich natürlich auch gar nicht erst will.

    Wir arbeiten schon immer an seiner Ängstlichkeit, weil wir auch nicht sehen, dass uns ständiges abblocken weiterbringt. Wir sind schon sehr viel weiter mit ihm gekommen (wobei wir momentan irgendwie einen Rückfall haben ... 3. Pubertät?!) aber natürlich müssen wir ihn weiter schützen und für andere mitdenken.

    Ich bin da jetzt auch viel rigoroser geworden,... wenn die Familie das nicht respektiert ist das nicht mein Problem ... die Heulerei ist schließlich groß, wenn was passiert.

    Ich fand die Diskussion ausnehmend interessant ... und finde sie auch nach wie vor interessant ... bis zu dieser Stelle habe ich für mich persönlich festgestellt, dass ich eine Erziehung die aus positiver Bestärkung basiert bevorzuge aber durchaus bereit bin mit Ansätzen eines Vermeideverhaltens zu arbeiten, wenn ich denke dies ist erforderlich. Ich rede hier nicht von Gewalteinwirkung aber es ist Fakt, dass mein Hund sich, wenn er sich selber an der Leine stranguliert (davon sind wir zum Glück lange weg) weit mehr Elend zufügt als den vermeintlichen Leinenruck. Im Gesamtresume gewinnt der Hund weitaus mehr Lebensqualität (natürlich der HH auch), als wie wenn man wirklich monatelang (Zeit ist für mich kein Problem, denn ich arbeite schon monatelang an dem Problem :D) versucht über positive Bestärkung zu arbeiten und vielleicht nach einem weiteren Jahr und Situationen, wo der Hund sich erneut aufgehangen hat, eine erwähnenswerte Besserung erzielt.

    Ich sehe, dass eine in dosierter Kombination mit dem anderen durchaus als sinnvollen Weg, je nach Hund und Situation.

    Meine Arbeitsweise mit meinem Hund habe ich vor ca. 2-3 Wochen geändert und habe in der Zeit das Problem um 50% verbessert. In den Monaten vorher hatte ich eine Verbesserung um maximal 1%, wenn man sich die Problematik selber ansieht ... aber 80% wenn man Schleifen geht, weil man einfach keine Konfrontation mehr hat. Ich ziehe die Konfrontation jedoch deutlich vor, weil sie uns innerhalb relativ kurzer Zeit weiter gebracht hat. Ich werde weiter mit positiver Bestärkung arbeiten aber ich werde nicht, bis mein Hund 5 Jahre ist, an dem Leinenaggressionsproblem rumdoktorn und die gesamte Lebensqualität von Herrn Hund und uns auf ein minimum beschränken.

    Allein die Arbeit am eigenen Verhalten und Umgang mit dem Hund hat da schon viel weiter geholfen.