Beiträge von Fantasmita

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    Denn die Motivation für das Springen kann sehr unterschiedlich sein.
    Da man es oft nicht gleich einordnen kann, liegt man in meinen Augen also mit Ignoranz, nicht falsch.
    Viele Hunde springen aus Aufgeregtheit und zur Beschwichtigung.
    Wenn der Hund dann die Erfahrung macht, das Gegenüber reagiert nicht darauf, wird es eher beruhigend wirken als wenn eine körperliche oder laute Reaktion darauf folgt.
    So habe ich es bisher meist erlebt.

    Das mögen deine Erfahrungen aber ich kann bei größeren Hunden nicht das anspringen ignorieren. Hätte ich das bei unserem Dobermann gemacht der im Dezember dazugekommen ist, dann hätte ich schnell ne kaputte Nase gehabt. Der Gute ist aus dem Stand bis ins Gesicht gesprungen, in den Rücken ... was er halt erwischt hat. Das war - bis wir es ihm recht zügig abgewöhnt hatten - teilweise etwas schmerzhaft :D .

    Ich hatte einen American Staff-Mix in der Nachbarschaft der hat wie ein Irrer .. und das meine ich wörtlich - angesprungen, da war jeder Besuch eine echte Gefahr.

    Bei Hunden die mal nen bissel an einem hochgehen ok aber wenn ein Hund richtig anspringt, dann wird man mit ignorieren nix, außer man hat ewig Zeit und nen Dauerabo im Krankenhaus.

    Bei Mr. Big war es, weil er unheimlich überdreht war. Alles hat für ihn Streß bedeutet und Freude war im Endeffekt auch nur eine Überdosis Streß. Wir hatten es auch mit wegdrehen versucht aber das hat ihn zu noch mehr anspringen verleitet, dann halt in den Rücken und in die Seite, wie ein Flummi. Hier wurde irgendwann mal auf den Hund zutippeln als das goldene Mittel der Wahl benannt ... alle waren soooo begeistert davon ... nur Biggi hat es nicht die Bohne interessiert und ich kam mir blöd vor. Wir haben ihn auch ins Leere springen lassen und und und .... im Endeffekt hab ich mir seine Pfoten geschnappt, wie es mir Günther Bloch mal geraten hatte, und habe die kurze festgehalten, dann habe ich sie auf dem Boden abgesetzt und bin in die Kniebeuge gegangen damit er dort mit mir interagieren kann. Das hat das Thema sehr schnell beendet.

    Also bei dem Thema gibt es zuviele Auswüchse, als das man pauschal sagen könnte, dass man mit ignorieren weiterkommt.

    Ein anderer Fall, da hat es gereicht, wenn man den Hund einfach auf seinen Platz schickte. Alles in allem bin ich aber auch bei dem Thema oder grade bei dem Thema nicht für ignorieren, außer vielleicht bei einem Kleinhund, der mir körperlich nicht viel zufügen kann aber da auch nur, wenn er nicht wie ein Flummi ist.

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    So un dwas mach ich dann jetzt in meinem Fall??
    Ich bekomme nächste Woche einen 8 Wochen alten Junghund. Den möchte ich ehrlich gesagt nicht von der Leine lassen, solange er nicht 100%ig abrufbar ist.

    Wie hier schon gesagt wurde a.) dürfen Welpen eh noch nicht soviel Aktion b.) haben sie einen Folgetrieb, den man super nutzen kann, um den Abruf zu verfestigen aber was oft vergessen wurde zu erwähnen, dass sie abhauen tritt erst mit der Pubertät ein ... so mit ca. 8-9 Monaten. Dann scheint der Best geübteste Rückruf weg aber wenn du die Zeit vorher gut genutzt hast, dann ist das relativ schnell wieder da.

    Wäre ja fatal, wenn man einen Welpen nicht von der Leine lassen würde bis der Rückruf 100%ig sitzt ... mal ganz ab davon, dass man bei Lebewesen eh nie von 100% sprechen kann, denn es sind ja keine Maschinen.

    Ehrlich gesagt verstehe ich gar nicht was das Problem tatsächlich ist. Du willst den Hund vom Nachbarn betreuen. .. mach das doch einfach ... wenn es zwischen dir und dem Nachbarn abgesprochen ist, dann kräht doch kein Hahn nach, ob er dir nun eine Dauerwurst dafür gibt oder nen 10er in die Hand drückt? Ich denke nicht, dass du deswegen gleich im Knast gehst wegen Steuerhinterziehung :D .

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    DAS halte ich für keine so gute Idee!
    Manche Leinenaggressionen entstehen doch erst deshalb.


    Schöne Grüße noch
    SheltiePower

    Das sehe ich wie Sheltie. Zum einen entsteht so einige Leinenaggro just dadurch, dass die Hunde als Welpe an der Leine überall hin durften, alle beschnuppern und sie sind ja auch so süß und es regt sich ja niemand drüber auf. Wenn sie dann erwachsen sind und vielleicht etwas beeindruckender aussehen, dann ist es plötzlich nicht mehr erwünscht und dann kommt es darauf an, ob diese Hunde mit dem Frust der durch das "nicht überall hinkönnen" entsteht klarkommen oder eben nicht. Leider kommen sie in vielen Fällen nicht damit klar, da zu wenig Frusttoleranz herrscht und dann findet der Frust seine Entladung in der Aggression. diese ist dann wieder selbstbelohnend und der Kreislauf schließt sich, da kann der HH am Ende nen Tänzchen tanzen, dass interessiert nen richtigen Leinenaggro-Hund nicht die Bohne, der dreht sich im Zweifelsfall um und schnappt mal ordentlich zu ;) .

    Was ich an dem "hinlassen und schnüffeln lassen" noch gruseliger finde. Ich persönlich möchte nicht, dass jeder Hund zu uns gelassen wird zum schnüffeln (gut bei meinen 2 Jungs passiert das auch selten, dass die HHs diesen Wunsch hegen :D ). Dann finde ich es auch unhöflich, denn es kann ja durchaus sein, dass der HH selber Probleme mit seinem Hund an der Leine hat.
    Wenn man vorher fragen würde und wenn es nicht gewünscht ist man einfach weitergeht, dass wäre ok aber das nehme ich niemanden ab, dass er bei jeder Hundebegegnung erst fragt, ob schnüffeln erlaubt ist ;) .

    Zum Thema Zweithund. Das habe ich halb humoristisch gemeint und nicht ganz so ernst. Man muss sich schon bewußt ssein, wenn man sich zu einem zweiten Hund entschließt, solange man Baustellen hat mit seinem ersten Hund, dass das extrem streßig sein kann, vor allem wenn man vom "Glück" gesegnet ist und der zweite Hund sein eigenes Päckchen mit Problemen mitbringt. Bei Leinenaggro muss man sich auch klar sein, dass das bedeutet alles 2 x zu machen ... sprich die Gassigänge, sonst versaut man sich mit ein bissel Pech den Hund der nicht leinenaggro ist. Das würde ich mir schon stark überlegen.
    Ich habe den Zweithund geholt, als ich mit meinem Ersthund keine Baustellen mehr hatte, sprich er auch nicht mehr leinenaggressiv war. Mein Zweithund kam ebenfalls mit einer saftigen Leinenaggro im Gepäck an... das ist gar nicht lustig ...

    Da kannst du relativ wenig machen, außer vielleicht das direkte Gespräch mit den Leuten zu suchen, da helfen keine Halstücher und nix.

    Ich habe 2 Dobermänner (einen Dobi-Mix). Früher war Max leinenaggressiv. Da wechselten die Leute in unserer Wohngegend auch die Straßenseite und Max war als böse und gefährlich verschrien. Ich wurde sogar einmal angesprochen, was denn mit Max passiert wäre, er war doch früher so ein lieber Hund :D .

    Im Freilauf hatten wir nie Probleme, weil der nicht in unserem Viertel war, sondern weil wir da weiter raus sind und ohne Leine ist er der sozialste Hund der Welt. Mit meinen beiden Jungs spielen im Freilauf 90% der Hunde.

    Das Problem wurde damals auch nicht besser als wir das Leinenaggressionsproblem gelöst haben, denn seinen Ruf hatte er schon weg. Da es aber nur unser Viertel war, war es mir auch wurscht.

    Wir sind jetzt wo anders hingezogen und hier haben wir die Probleme nicht aber gut er ist auch nicht mehr leinenaggressiv sondern jetzt ein "lieber Hund".

    Such das Gespräch mit den Leuten, erklär, dass er nicht grundsätzlich aggressiv ist, sondern das er an der Leine rumspinnt und du fleißig dran arbeitest aber das es schwer ist, wenn ihm die Sozialkontakte mit anderen Artgenossen verwehrt werden. ... oder schaff dir nen zweiten Hund an ;) .

    Zwei Aspekte, zu Argumentationen die hier aufgekommen sind.

    a.) Man kann den Partner erziehen. Ich bin kein Mensch der Lust hat einen Partner zu erziehen. Es ist so, dass man natürlich aneinander wächst und sich anpaßt, Kompromisse schließt etc. aber ich möchte und kann einen Menschen nicht umerziehen. Die Gefahr, dass das Projekt Umerziehung mißlingt wäre mir zu groß.

    b.) Partner hat eigene Hobbys und muss Hobby respektieren aber nicht dran teilhaben. Das sehe ich eben grundlegend unterschiedlich. Ich habe diverse Hobbys die mit Hunden herzlich wenig zu tun haben und welche mein Partner respektieren kann aber nicht muss ... er kann mitmachen aber er muss nicht. Mit einem Hobby kann ich jederzeit aufhören. Ein Hund ist für mich aber kein Hobby... vielleicht die Dinge die ich gemeinsam mit ihm mache ... sondern er ist ein Teil des Lebens, er ist nahezu 100% Teil des Lebens, denn er ist immer da, immer um einen rum. Es kann sein, dass ich ausfalle, dann kann mein Partner nicht sagen "is ja das Hobby meiner Frau, dann läßt sie es eben solange, wie sie gesundheitlich nicht auf dem Damm ist" sondern, dann heißt es für ihn, dass er sich dem Hund widmen muss und seinen Bedürfnissen gerecht werden muss. Ich kann nicht einfach sagen "ach heute gehe ich meinem Hobby mal nicht nach". Deswegen vergleiche ich es fast mit Kindern.


    Ich finde es lebt sich generell einfacher, wenn beide in den wesentlichen Lebenspunkten (Tiere gehören für mich dazu) die gleiche, bzw. eine ähnliche Einstellung hat.

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    Das hab ich in der Regel auch da, aber hab auch schon mal vergessen nachzubestellen :D

    So jung und schon so vergeßlich :D

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    Was für Dosenfutter gibst du in dem Fall?

    Wir haben super gute Erfahrungen gemacht mit Animonda Gran Carno: http://www.zooplus.de/shop/hunde/hun…rancarno/157074

    Wir hatten auch schon die Fleischdosen von den Barfanbietern und diverse andere Futtersorten aber entweder wurde gepubst oder es wurde zuviel gehäufelt :D

    Aber so ist es halt ... was der eine verträgt ist für den anderen nix. Rinti hatten wir glaube ich auch mal, dass wurde auch gut vertragen.

    Ich bin kein Single mehr aber mich gab es immer nur mit Kind + Tieren. Das war nicht immer einfach ... sowohl das Kind aber das ist ein anderes Thema, als auch die Akzeptanz meiner Tiere. Ich habe immer verhältnismäßig schnell gemerkt, dass großartige Kompromisse diesbezüglich keinen Sinn machen (für mich).

    Dadurch das Tiere immer unabdingbar zu meinem Leben gehörten und ich keine Lust auf solche Geschichten habe, wie "er kümmert sich nicht um den Hund, dass ist halt mein Hobby" oder "ihn stören die Haare aber dann putze ich halt öfters" oder ähnliche Kompromisse, habe ich halt solange gewartet bis der richtige kam. Mein Mann ist genauso tierverrückt wie ich und ich merke immer wieder, dass es anders auch nicht ginge. Wir kämpfen hier nunmal mit mehr Haaren als gewöhnlich, mit anderen Freizeitbeschäftigungen und seit neuestem mit den Konsequenzen eines sabbernden Hundes (warum sabbert Max nicht aber Mr. Big sudelt uns immer ein?, wenn sie doch vom gleichen Schlag sind?). Ein anderer Mann hätte schon längst gesagt "Big soll mir bitte nicht zu nahe kommen der saut mir ja die Klamotten ein" ... mein Mann sagt "Biggi ist so eine Kuschelmurmel .. her zu mir .. ach nen Sabberfleck .. einer von vielen .. egal, kann man ja waschen".

    Hört sich banal an aber ist so wichtig, dass man an einem Strang zieht. Alles andere wäre für mich nix gewesen, auch wenn ich teilweise Kompromisse gemacht habe .. so wirklich überzeugt haben sie mich nicht ... und ich glaube auch, dass der wesentliche Unterschied darin besteht, dass meine Tiere halt nicht mein Hobby sind, sondern das sie zu meinem Leben gehören. Bei einem Hobby kann ich Kompromisse machen ... bei allem was unabdingbar in mein Leben gehört eher weniger.

    Mein älterer Hund Max ist die Ruhe in Person (also nix von wegen hochdrehe und Streß) aber manchmal (von 10 x heimkommen macht er es so 5 x) dann macht er so knurr/gurr-Geräusche ... das ist wirklich niedlich. Vor allem weil mir wichtig ist, dass die Hunde nicht hochdrehen, sehe ich genauso wie Manu und das aber eine andere Kategorie ist. Er ist dabei vollkommen gelassen, man merkt hier, dass es wirklich nur ein Ausdruck von Freude ist. Er drückt sich dann kurz an mich, läßt sich streicheln und den Po kraulen und dann dackelt er wieder weg.

    Unser Neuzugang fiept leider noch, dreht hoch, springt herum und hat offensichtlichen Streß. Bei ihm sind wir noch dran, dass er begreift, dass es nix besonderes ist, wenn wir heimkommen aber gut ... gut Ding will Weile haben.