Beiträge von Fantasmita

    Die Diskussion führt ja zu nix, ich verstehe ja auch deine Argumentationen, nur sehe ich es grundsätzlich eher kritisch Straßenhunde von der Straße zu holen und sie hier als nette Familienhunde zu vermitteln ... ganz ab davon, dass vor lauter Auslandshunden die Hunde aus Deutschland vergessen werden, denen es hier - auf höherem Niveau - aber auch dreckig geht und die auch nur ein Zuhause wollen.

    Aber wie gesagt, dass wäre unfair hier im Thread zu diskutieren.

    Ich sehe gar keinen Grund dafür, dass Avaro weggegeben werden müßte. Die TS ist offensichtlich sehr engagiert und mal ausnahmsweise keiner der nach 3 Tagen schreit, dass der Hund nicht funktioniert und weg soll.

    @LiebtAvaro
    Du hast meinen ganzen Respekt, wie reflektiert und ruhig du an die Sache rangehst. Es ist mit Sicherheit kein einfach Brot und für mich wieder ein deutlich Zeichen, dass Tierhilfen mit ihrer "Retterei" auch übertreiben. Manch ein Hund gehört halt eher auf die Straße als zwingend in Menschenhand in die Stadt... aber das ist ein anderes Thema.

    Mach weiter in minimal kleinen Schritten. Setz dich einfach in seine Nähe ohne etwas von ihm zu wollen, ohne ihn zu locken und ohne ihn zu bequatschen ... nimm dir einfach ein Buch und lies. Irgendwann wird er sich an dich rantrauen auch wenn es dauern kann.

    Mach nur das was Avaro auch leisten kann (vom Streßlevel her) und versuche alles so ruhig wie irgend möglich ablaufen zu lassen. Setz dich etwas geschützter in den Park, dass er Menschen, Tiere und Geräusche wahrnehmen kann aber alles entspannt und ohne Zwang. Hilf ihm deine Welt zu entdecken und langsam aber sicher Sicherheit bei dir zu finden.

    Es ist mal wieder ein Negativbeispiel für eine Tiervermittlung aber die häufen sich ja leider auch ständig ... um so toller finde ich es, dass du den Hund nicht aufgibst.

    Lass dich beim Tierarzt mal zu dem Medikament Zylkene beraten. Das hilft Hunden die unter Streß und Angst leiden und ist auf natürlicher Wirkstoffbasis.

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    Ich habs auch nicht geclickert, ich hab nur gemeint, man könnte es so clickern. Bestätigt habe ich erwünschtes Verhalten dagegen immer, oder den "Spaß" beendet. Ich denke, wir liegen nicht weit auseinander.

    So ich zitier mal nicht auch noch den ganzen Diskussionsschwanz :D

    Wie gesagt, es ist doch auch eine Typfrage. Wer das clickern will soll es clickern. Ich will es halt nicht. Man darf auch nicht vergessen, welch hohes Maß an selbstbelohnenden Verhalten hinter der Pöbelei am Zaun steckt. Da wirst du bei dem ein oder anderen Hund 99% der Zeit alles positiv clickern können und ein gutes Gefühl verbreiten können aber just in dem Moment, wo der "Feind" da ist, läßt dich Schnuppi mit Clicker in der Hand stehen und zeigt dir die Mittelkralle, weil die Diskussion am Zaun mit dem blöden Nachbarshund einfach toller ist.

    Wie gesagt, ist nicht mein Ding, steht außer Frage, dass es klappen kann aber auch wieder nicht bei jedem Hund. Man muss da schon differenzieren.

    Clicker ja ... find ich toll aber es wird mir immer etwas zu stark idealisiert. Jeder der das eher differenziert sieht oder komplett anders arbeitet oder halt nicht immer nett ist dem wird signalisiert, dass er es falsch macht und seinem Hund die faire Chance des clickerns vorenthält. Viele Wege führen nach Rom .. .der persönliche muss nicht der einzig Wahre sein.

    Ansonsten wird bei mir auch erwünschtes Verhalten bestätigt. Einer meiner Jungs hat sich angewöhnt, wenn der Nachbarshund käfft, dass er nicht hinrennt und Rabatz macht, sondern er hält dann Ausschau nach mir und kommt zu mir gelaufen. Dafür gibt es dann einen Knuddler und ein verbales Lob. Das macht er übrigens sogar, wenn er draußen ist und ich drinne. Nachbarshund käfft, Mr. Big schaut sich um ... rennt ins Haus, sucht mich ... Knuddler, verbales Lob und schwups geht es wieder raus... ein toller und schlauer Hund.

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    Die Frage für mich ist halt immer, wieviel Auslastung und Beschäftigung ist "normal" oder richtig.

    Da stellt sich mir grundsätzlich die Frage, was ist schon normal :D .

    Spaß beiseite ... wenn deine Hund im Haus 100% runterfahren können, keine Forderungshaltung an dich haben sondern einfach stundenlang in der Ecke liegen können und pennen, dann ist doch alles ok. Siehst du, dass deine Hunde klare Erwartungshaltungen haben, dann solltest du was ändern.

    Probiere es einfach aus ... fahre das Programm einfach mal runter und schau, wie deine Hunde reagieren. Sind sie gechillt und relaxt .. dann ist doch alles super ... wenn sie unruhig sind, dich anfangen zu nerven usw. dann solltest du was ändern.

    Beobachte deine Hunde ... sie geben dir den Weg vor .. unabhängig was ich oder wer anders sagen, jeder Hund ist unterschiedlich. Vielleicht fährst du für deine Hunde genau das richtige Programm ... das kannst nur du selber feststellen. Sind sie in der Lage 12-14 Std. am Tag durchgehend zu pennen ohne zu fordern? Bingo .. mach weiter so .... fangen sie dich an zu nerven ... ändere was ...

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    Schon mal dran gedacht zu clickern, wenn Hund nicht über den Zaun geht und einfach im Garten döst? Zu clickern, wenn er ruhig ist? Schon mal dran gedacht, zu clickern, dass der Hund nicht an den Zaun geht, sondern bei dir bleibt? Schon mal dran gedacht, wenn der Hund Scheiß macht, bevor er über den Zaun geht, ihn ins Haus zu holen, Spaß Ende? Hunde lernen Handlungsketten. Also, passt auf, was ihr wann lobt. Hund rennt zum Zaun, pöbelt, man ruft ihn zurück, er kommt, Lob. Gut gemacht? Nein, so bringt man Hunden den Mist erst bei.

    Also, dem Hund beibringen nicht zum Zaun zu rennen und ruhig beliben und das loben. Denn es ist mein Garten, es ist mein Haus, es ist mein Zaun, und ich kann durchaus auf alles aufpassen, das muss nicht mein Hund. Und das kann ich dem Hund signalisieren. Mein Hund darf mir melden, wenn was seltsam ist, und ich gucke, ob es ok ist oder nicht. Mehr aber auch nicht.

    Nein nicht daran gedacht. Irgendwo hört bei mir das geclickere dann auch auf. Ich bin Clickern durchaus positiv gegenüber eingestellt aber irgendwo hat das ganze auch Grenzen.

    Im Garten/am Zaun sage ich meinen Hund kurz und bündig, dass er den Scheiß zu lassen hat, macht er es nicht geht es ab nach drinnen. Ich muss nicht alles schönclickern und schönfüttern, dass Leben ist nicht immer schön und manchmal ist eine kurze, knackige Ansage fairer als monatelange rumgeclicker. Aber wie gesagt, ich will hier keine Ideologiediskussion. Wenn jemand Lust hast das zu erclickern ... bitte schön. Ich ziehe es vor meinen Jungs zu sagen, dass sie den Schei... lassen sollen und wenn jemand Rabatz am Zaun macht, dann allerhöchstens meine Wenigkeit ;).

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    Darf ich fragen, was du unter einer gesunden Grundstimmung verstehst? Meinst du damit, mehr auf sein Bauchgefühl zu hören?

    Genau :gut:

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    Bei Grewes "Hunde brauchen klare Grenzen" fehlt mir so ein bisschen das -wie setz ich wirklich klare Grenzen -..

    Das Buch habe ich auch, finde ich auch sehr gut, ist aber mit dem Buch von Baumann gar nicht zu vergleichen, da es ja ein eher kritischer Blick auf die heutige Umgehensweise mit Hunden ist, teils humoristisch, teils ironisch. Von Grewe ist ja auch bekannt, dass er die Meinung vertritt, dass nicht alles alte schlecht ist und nicht alles neue gut.
    Das Buch von Baumann ist schon eher ein klarer Leitfaden, wie man seinen Hund richtig behandelt, auslastet und erzieht.

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    Ich hab gehört, dass sein Buch "ich lauf schon mal vor" ziemlich gut sein soll.

    Das ist eines der wenigen Bücher - und ich habe viele aus allen Ecken und mit allen "Methoden" - wo ich sage, dass es excellent ist und jeden Cent wert. Statt das Kosmos Welpenbuch oder wie das heißt würde ich jedem Hundeanfänger dieses Buch empfehlen, damit er mit einer gesunden Grundstimmung in die Hundeerziehung geht, dann würden viele Fehler gar nicht erst gemacht.

    Bei uns sieht es aus, wie bei Amare und ich würde mich ehrlich gesagt bedanken, wenn ich nur mit der Bespaßung meiner Hund beschäftigt wäre. Hört sich an wie bei kleinen Kindern... Montag Ballett, Dienstag schwimmen, etc.

    Momentan sind wir alle krank, da ist die Aktion gen 0, dass könnten meine Hunde gar nicht leisten, hätten sie die Erwartungshaltung eines täglichen Spaßprogramms an mich. Da sie diese aber nicht haben sind sie absolut entspannt.

    Ich würde die Bespaßung massiv reduzieren. Was das nach draußen geht betrifft würde ich das so lange machen, wie du Spaß dran hast. Es schadet ihnen ja nicht raus zu gehen aber ich würde halt kein Gesetz draus machen ... an manchen Tagen sind meine den halben Tag draußen, an anderen nur mal kurz zum pischern und auch das ist alles für sie in Ordnung.

    Geht auch nicht bei jedem Hund, genauso wie stehenbleiben oder Richtungswechsel bei vielen Hunden aber nicht jedem Hund geht. Wir haben damals mit Max nach dem Ampelsystem Leinenführigkeit erarbeiten wollen und es hat kein Stück funktioniert. Aber das hast du ja auch geschrieben :D

    Aber schön das es bei dir hingehauen hat :gut: