Beiträge von Fantasmita

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    Was mich interessiert, ist die "So wie es Dobermänner brauchen"-Idee bezüglich einer Bezugsperson. Ist das so?

    Ich bin der Meinung, dass definitiv nicht auch wenn die Rasse definitiv eine Tendenz zum Ein-Mann-Hund hat. Wie ich schon schrieb, bei meinen beiden Jungs ist das nicht so und genau wie bei jedem anderen Hund kann man auch einem Dobermann nicht einfach eine Person vorsetzen und sagen "ich bin jetzt deine Bezugsperson, weil du das so brauchst". Der Dobermann sucht sich, wie auch jeder andere Hund, schon die Person/en aus, welche er als Bezugsperson sieht, dass ist dann unter Umständen gar nicht die Person, welche das gerne hätte.

    Ich würde mich eher gegen diese Ein-Mann-Hund Theorie verwehren und würde sagen, dass die Hunde eher 1-Familienhunde sind. D.h. je nachdem wie groß die Familie ist, wo sie hinkommen ist die halt "ihre". Keiner meiner Hunde ist ein "ich mag es das jeder mich begrabscht"-Hund (zum Glück hält sich das ja auch eher in Grenzen .. zumindest nachdem sie aus dem Welpenalter raus sind) und auch kein "ich liebe alle Menschen"-Hund. Es gibt noch andere Menschen außerhalb ihres Rudels und die werden hingenommen aber eben nicht, wie z.B. ein Labbi der alle liebt :D . Sie fassen bei erst nach längerer Zeit Vertrauen für eine Person und wenn sie dann jemanden mögen, dann aber auch voll und ganz.

    So sind eigentlich auch die anderen Dobermänner die mir so unterkommen.

    Und was sie noch sind, sie sind sehr anfällig für Überforderung und ich denke vieles was hier angesprochen wurde vom TE zeigt eine starke Überforderung. Das überfordern ansich kann dann dazu führen, dass keine Bindung aufgebaut werden kann usw. .. also ein Rattenschwanz, denn sensibel sind die Goldstücke alle mal.

    Außerdem habe ich den Eindruck, dass hier zuviel graue Theorie angelesen wurde, weshalb vom Hund klassische Klischees erwartet werden. Ich würde es als sinnvoll erachten, wenn sich der TE einen Trainer holt, der ihm ein paar Grundsätzlichkeiten im Leben mit Hunden und mit dem Dobermann im speziellen beibringt.

    Wir haben 2 Dobermänner.

    Bei unserem älteren Ersthund haben wir von Welpe an darauf geachtet, dass er nicht meldet. Er hat das im Laufe der Zeit so verinnerlicht, dass er praktisch gar nicht mehr reagiert hat. Er hat insgesamt in der Wohnung überhaupt nicht gebellt.

    Unser jüngerer Zweithund kam im Januar dazu und dieser ist auf jedes Geräusch abgegangen. Das war anfänglich schon ziemlich anstrengend, weil wir auch immer sofort Gewehr bei Fuß stehen mußten, damit er dann auch wieder aufhört. Wir haben dort dann noch bis Ende März gewohnt. Ende März ging es dann auch schon ganz gut, dann hat er nicht mehr jedes Geräusch gemeldet, sondern nur noch, wenn geklingelt wurde.

    Sei April wohnen wir jetzt in einem Haus und da ist melden auch durchaus erwünscht ;) ... das machen auch beide Hunde hier. Anfänglich noch sehr extrem. Mittlerweile haben wir es auch hier in normale Bahnen gelenkt, sprich sie dürfen melden, dann muss aber auch gut sein und dann ist es jetzt auch gut :) .

    Ich habe einen Dobermann-Mix und einen Dobermann, welcher aus sehr schwierigen Verhältnissen stammt. Letzterer kam Anfang Januar zu uns und hat vorher 9 Monate alleine im Wald gelebt. Ein sehr nervöser Geselle, mit allem überfordert.

    Ich bin ehrlich und das ist nicht bös gemeint ... ich empfand es schon als streßig deinen Beitrag zu lesen, denn die Hündin ist grade mal 2 Wochen bei euch.

    Du schreibst auch ihr habt entschieden, dass du ihre Bezugsperson bist. Was ist das für eine Entscheidung? Der Hund sucht sich seine Bezugsperson selber aus und keiner meiner Hunde ist nur auf eine Person fixiert. Wir sind 3 Erwachsene (ein erwachsenes Kind) und zu meinem Mann und mir haben unsere Hunde nahezu die selbe Bindung, da wir uns beide gleichermaßen um sie kümmern. Mein älterer Hund liebt meine Tochter abgöttisch, obwohl diese so gut wie nix mit ihm macht ... er hat sie sich einfach ausgesucht. Unser jüngerer - der zuletzt dazugekommene - hat ein sehr zwiespältiges Verhältnis zu ihr ... auch das hat er sich selber so ausgesucht. D.h. eure Hündin entscheidet selber, wen sie als Bezugsperson annimmt.

    Was eure Probleme betrifft. Ich kann dir nur zu sehr viel Geduld raten. Mr. Big stand früher auch mit steifen Beinen da und hat sich kein Stück ins Sitz oder was auch immer gewünscht war, bewegen. Dann ist das halt so ... später klappt es dann vielleicht. Ich würde das ganze komplett streßfrei angehen, der Hündin noch viel Zeit zum ankommen geben, wenig fordern, sie einfach ankommen lassen und sie das Familienleben was ihr lebt kennenlernen zu lassen. Sie wird sich da nach und nach einfügen und du wirst mit der Zeit immer stärker merken, dass du mehr und besser mit ihr arbeiten kannst. Bei Mr. Big war es z.B. so, dass wir so nach 6 Monaten schlagartig gemerkt haben, dass er angekommen ist. Sein gesamtes Verhalten hat sich verändert, er wirkte entspannter, glücklicher, wurde alberner usw.

    Das Aggressionsproblem hatten wir auch. Mr. Big läßt sich von anderen Hunden ungern was gefallen und unseren Ersthund hat er am Anfang ein paarmal rund gemacht. Bis zu einem bestimmten Punkt denke ich durchaus, dass Hunde Dinge zwischen sich selber ausmachen müssen aber man braucht ein feines Gespür wann man selber gefordert ist.
    Ich habe es damals für notwendig befunden einzugreifen. Wie sah das aus? Ich habe dafür gesorgt, dass Mr. Big seine Entscheidungen (andere Hunde rund zu machen) nicht selber trifft. Er durfte warnen (knurren), auch mal wegschnappen aber das war es dann auch. Dann habe ich dafür gesorgt, dass die Situation so aufgelöst wurde, dass er nicht mehr in der Notwendigkeit war es selber zu regeln. Bei unserem Ersthund hat das super geklappt ... er hat gelernt, dass er ihn verwarnen kann, dass er ihm auch ne Ansage machen kann aber das es dann auch gut sein muss.
    Bei Hunden im Freilauf sieht das so aus, dass wir Biggi beobachten und je nach Körpersprache rufen wir ihn zu uns und gehen weiter. Wir wissen mittlerweile womit er überfordert ist und was er nicht abkann und daran orientiert beobachten wir sein Verhalten. Er hat viele mit denen er gut klarkommt, er ist für viele auch eine Respekts"person" und hat nur vereinzelt Hunde, wo es richtig scheppern könnte. Mittlerweile hat er sich angewöhnt zu uns zu laufen, wenn es ihm zuviel wird, dann gehen wir weiter und sorgen dafür, dass der andere Hund ihn nicht weiter auf die Nerven gehen kann.

    Mit anderen Worten laßt die Hündin ankommen, habt Geduld und bietet eine ernsthafte Führung an.

    Insgesamt habe ich aber den Eindruck, wie cazcarra, dass es sehr sinnvoll wäre, dass ihr euch einen Trainer ins Haus holt und den mal draufschauen laßt und euch ein bissel unterstützt, was die Startschwierigkeiten betrifft.

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    wollt ihr das nicht verstehen oder überlest ihr das?

    Natürlich verstehen wir das und wir lesen es auch. Das aber aus einem Hund der nach seinem Herrchen schnappt über Nacht ein lammfrommes Entchen werden soll ist halt, aus diversen Erfahrungswerten die man so hat, unglaubwürdig.

    Wenn dem so ist, dann ist ja alles toll und es sei dir auch wirklich gegönnt.

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    Wie gesagt, wir treffen hier fast nie Hunde, von daher ziehe ich meinem Hund (vor allem bei dieser Hitze) nicht den ganzen Spaziergang lang den Maulkorb an,

    Wenn ihr einen gescheiten Drahltmaulkorb habt, dann ist hecheln usw. kein Problem... auch nicht für den Hund.... das Problem ist eher im Kopf des Menschen.

    Es geht hier schließlich um Schutz anderer und der eigenen Person, solange der Hund eben kein Schäfchen ist ;) das ist nix schlimmes.

    Keine Ahnung was für dich "großer Zwang" ist. Für den Hund ist es ja auch schon "Zwang", wenn er an einem Platz bleiben muß.

    Wenn meine Hunde das Kommando auflösen würden, ohne das es meinerseits eine Freigabe gab, ich vorher das ganze jedoch einwandfrei aufgebaut habe und die Hunde eigentlich wissen worum es geht (sprich meine Hunde kennen ein Platz-Bleib), dann nehme ich sie lediglich kommentarlos und führe sie zurück auf ihren Platz. Das ist alles.

    Wenn ich z.B. sage "unten bleiben", dann dürfen sie nicht in den ersten Stock des Hauses ... natürlich schaut dann mal eine Schlaunase ganz langsam und unauffällig um die Ecke ... sprich sie wissen ganz genau, dass es verboten ist aber ein Versuch kostet ja nix und das ist ja auch irgendwie charmant :D dann gehe ich hin und mache lediglich einen Fingerzeig nach unten und sie verpieseln sich wieder.

    Ist alles auf eine gewisse Art auch Zwang aber das sehe ich schmerzbefreit ;) .

    Du kannst mir ja gerne widersprechen :) es spiegelt ja nur meine persönliche Meinung wieder. Ob dem so sein wird oder nicht, da können wir uns in ein paar Jahren drüber unterhalten, dann wissen wir wer Recht hatte :D .