Viele Besitzerinnen konnten sich realistisch betrachtete noch nie ein Pferd leisten und müssen das nun schmerzlich selbst erkennen.
So nehme ich das auch wahr.
Die gleiche Diskussion wird hier seit der Änderung der GOT vor zwei Jahren auch alle paar Wochen oder Monate geführt. Meistens mehr oder weniger mit den gleichen Personen.
Die GOT hat sich verändert. Die Kosten für Tierhaltung sind in allen Bereichen gestiegen und jeder Tierhalter wird individuell prüfen müssen, was das für ihn persönlich bedeutet - jetzt und in Zukunft.
Diejenigen, die immer schon die Tierhaltung auf Kante geplant hatten, haben jetzt leider wirklich ein Problem, egal, ob Hund, Ratten oder Pferd. Der einzige Unterschied liegt darin, dass die Lebensdauer von Heimtierratten überschaubar ist.
Und ansonsten gilt zu überlegen: Kann ich mir weiterhin 2 Hunde und evtl. weitere Heimtiere leisten? Wo habe ich Einsparpotential? Wie priorisiere ich? Bin ich bereit, in anderen Bereichen Abstriche zu machen? Wie sieht meine individuelle Absicherung aus?
Und ja, manchmal heißt das vielleicht, die persönliche Heimtierhaltung der Zukunft zu verändern, auch wenn es schmerzt. Dass das schmerzt, ist wohl ein Punkt, den die meisten Halter/-innen verstehen können.
Aber ich kann für mein eigenes Wohlbefinden eben nicht verlangen, dass andere mit hochverantwortlicher Arbeit zu oft sehr unattraktiven und oft auch nicht planbaren Zeiten mit im Verhältnis zur Belastung sehr wenig Geld nach Hause gehen. Warum es vielerorts ein Kliniksterben gab, hat doch genau den Grund, dass viele in der Abwägung Geld vs. Arbeitsbelastung sich für andere Bereiche entschieden haben.
Ich zahle lieber mehr für die Leistung als keine Versorgung mehr zu haben.... gerade im Notfall. Ich habe im Urlaub 2020 einen Vorgeschmack darauf bekommen, was es heißt, mit einem akut schwer kranken Hund drei Stellen abzutelefonieren, ehe die Notfallversorgung von Ebby gesichert war. Bis wir dann in Posthausen ankamen, war sie nicht mehr stehfähig, konnte zum Glück aber stationär stabilisiert werden. Was, wenn Posthausen auch keinen Notdienst mehr gehabt hätte (Bremen hatte zwei Tage zu, also auch da kein Notdienst)? Was, wenn es z.B. eine Magendrehung gewesen wäre?