Mit nem Herzhund gehöre ich wohl auch in die Fraktion.
Welche Krankheit hat der Hund?
Mitralklappeninsuffizienz - d.h. die Mitralklappe des Herzens schließt nicht richtig und lässt Blut aus der linken Herzkammer in den Herzvorhof zurück fließen.
Wie hat sich die Krankheit bemerkbar gemacht?
Wir waren beim Routinecheck und die Herzgeräusche wurden beim Abhören erkannt (allerdings haben 3 von 4 Tierärzten den Herzfehler überhört...).
Wie war die Diagnose für euch?
Mein Hund war lebensfroh und bewegungsfreudig - ich sah sein Leben schon an mir vorbeiziehen. Die erste Zeit war wirklich schwer, weil die Prognose so unklar ist... Inzwischen leben wir damit, wir machen weiter Zughundesport und es tut ihm gut!
Beim Herzultraschall wurde deutlich, dass die Krankheit im Anfangsstadium ist, d.h. aktuell benötigt er noch keine Medikamente und ist auch noch nicht eingeschränkt.
Was genau bedeutet die Diagnose für euer weiteres Zusammenleben?
Die Diagnose bedeutet für uns, dass wir zwar weiterhin ZHS betreiben, ich aber doppelt und dreifach darauf achte, dass es ihm nicht zu viel wird. Radtouren beschränke ich auf 60km, mehr möchte ich mit ihm nicht mehr machen.
Ansonsten ist es so, dass wir 1x im Jahr zu einer Kardiologin gehen und sein Herz checken lassen, damit wir, wenn es notwendig wird, sofort mit der Medikation beginnen können.
Welche Therapie verfolgt ihr?
Im Moment gibt es keine Therapie. Er wird salzfrei bzw. salzarm ernährt und ansonsten körperlich ausgelastet, aber eben nicht überfordert. Ich bin mir sicher, dass ihn das auch fit hält.
Sobald das Echokardiogramm ergibt, dass sich sein Zustand verschlechtert hat, benötigt er Medikamente.
Was sind Zukunftsaussichten/-wünsche für euch und den Hund?
Ich wünsche mir sehnlichst für ihn, dass er noch lange in hohen Geschwindigkeiten unterwegs sein kann, weil ihm das unglaublich viel Spaß macht - egal, ob im Freilauf oder im Zugtraining. Er ist immer auf Trab und (fast ;)) nie müde - ich hoffe, dass das noch lange so bleibt.
Ich glaube fest daran, dass er die Möglichkeit hat, noch viele Jahre zu leben (er wird dieses Jahr 7) und dass er, ein so flinker und selbstständiger Hund am Ende nicht ewig leiden muss... Letzteres ist mir besonders wichtig... lieber hat mein Hund ein Lebensjahr weniger und ich weiß, dass er jedes einzene Jahr bei mir genossen hat und er das hatte, was er brauchte. Ich glaube, wenn er nicht mehr in der Lage ist wild durch die Gegend zu pesen, ist das für ihn kein Leben mehr....
Ich wollte den Hund nie zurück geben (wäre in seinem Fall auch nicht möglich), aber natürlich bereitet mir seine Krankheit Kopfzerbrechen, denn Herzmedikamente können mitunter ganz schön teuer werden. Eine Freundin von mir bezahlt für ihren Hund knapp 200€ pro Monat - nur für Medikamente, hinzu kommen die Untersuchungen, die auch ganz ordentlich reinhauen... Aber ich liebe diesen Hund und ich werde alles dafür tun, damit die verrückte Nudel fit bleibt.