Da sieht man auch mal wieder, das in den "Zeitungen" immer das steht, was sich grad verkauft, heute das und morgen was anderes.
Das ist ein Artikel der Huff vom 8.1.2014 der ein ganz anderes Lied singt:
http://www.huffingtonpost.co.uk/jody-thompson/…_b_4557368.html
Zitat
Zur Gesundheitsfrage: soweit ich die Untersuchungen überblicke, gibt es keinen signifikant nachweisbaren Unterschied zwischen Rassehunden und Mischlingen hinsichtlich der Gesundheit.
Grundsätzlich können Mixe natürlich alle Krankheiten kriegen, die Rassehunde auch kriegen können. Es gibt keine einzige Krankheit, vor der einen der Kauf eines Mixes bewahren könnte.
Bei Rassehunden kennt man in der Regel die größten Risiken und einige (wo es z.B. einen Gentest gibt) kann man auch sicher ausschließen. Bei Mischlingen hat man halt Lotterie.
Laut dieser Studie: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23683021
waren bestimmte Rassehunde z.B. bei 10 häufigen Krankheiten (Aortenstenose, DCM, Hypothyreose, Ellenbogendysplasie, IVDD (interverbral disc disease, Bandscheibenprobleme), Atopie & allergische Dermatitis, Magendrehung, Katarakte, Idiopathische Epilepsie und portosystemischer Shunt) häufiger betroffen als Mischlinge. Bei weiteren 13 Krankheiten fand man keinen Unterschied zwischen Rassehunden und Mixen:
Zitat
Of the 24 disorders assessed, 13 had no significant difference in the mean proportion of purebred and mixed-breed dogs with the disorder when matched for age, sex, and body weight. Disorders without a significant predisposition included all the neoplasms (hemangiosarcoma, lymphoma, mast cell tumor, and osteosarcoma), hypertrophic cardiomyopathy, mitral valve dysplasia, patent ductus arteriosus, and ventricular septal defect in the cardiac category; hip dysplasia and patellar luxation in the orthopedic category; hypoadrenocorticism and hyperadrenocorticism in the endocrine category; and lens luxation in the other category.
Lediglich bei den Kreuzbandrissen und Autounfällen liegen die Mischlinge in der Studie vorn. Da kann man nun rätseln warum das so ist - werden sie weniger gründlich beaufsichtigt und haben deswegen häufiger Unfälle? Werden Mixe häufiger kastriert (Kastration, besonders vor erreichen der Geschlechtsreife, begünstigt KBR und die Studie kommt aus den USA wo Frühkastras Usus sind)?
Verschiedene Studien zeigen außerdem, das Mischlinge im Schnitt (wenn man sie nach Größenkategorien einteilt, natürlich kann man einen 10 kg Hund nicht mit einem 50 kg Hund vergleichen, da kleine Hunde grundsätzlich schonmal eine höhere Lebenserwartung haben) etwas länger leben als reinrassige Hunde.
Z.B. die in dem Wuff-Artikel auch erwähnt von Patronek (die Orginalstudie hab ich auf die Schnelle nicht gefunden, interessant ist das z.B. in dem http://www.sofahund.at/hundelaufband-…kel_UH_2004.pdf Wuff-Artikel hier, neben dem Patronek-Ergebnis noch erwähnt wird, dass ein kanadischer Wissenschaftler rausgefunden hat, das Rassehunde mit geringem Inzuchtkoeffizienten genauso lange leben wie Mischlinge).
Oder auch diese hier aus England: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24206631
Der Heterosiseffekt wenn man zwei ingezüchtete Linien kreuzt, und das sind viele Rassehunde nunmal (ja, auch die, die in den ketzten Generationen keine direkte Inzucht hatten, denn viele Rassen stammen nunmal von kleinen bis winzigen Gründerpopulationen ab und sind somit von Haus aus ingezüchtet, egal was für Zwingernamen in den letzten 5-10 Generationen auftauchen, von gezielter Linienzucht mal ganz zu schweigen) ist ein Fakt. Davon hat man aber nur in der ersten Generation was.
Und wenn man zwei Rassen mit Disposition für das gleiche Problem, z.B. zwei HD-belastete oder zwei kurznasige Rassen kreuzt, hat man natürlich auch nix gewonnen.
Wo es in der ersten Generation was bringen kann ist bei Defektgenen, die nur in doppelter Ausführung zur Ausprägung eines Krankheitsbildes führen, z.B. bei manchen Formen der PRA die nur in einer Rasse vorkommen. Wenn man da mit einer anderen Rasse kreuzt, dann werden die Welpen zumindest an (dieser Form der) PRA nicht erkranken können, weil sie das entsprechende Gen nicht in doppelter Ausführung mitbekommen können.
Gefährlich wird's dann, wenn mit diesen Mixen planlos weitergezüchtet wird - ok, kreuzt man immer wieder Mixe mit Mixen mit Mixen aus Mixen, dann ist die Wahrscheinlichkeit eher klein, dass ausgerechnet dieses Defektgen mal wieder doppelt auftritt, aber sein kann das natürlich.
Kreuzt man dagegen seinen Mix wieder mit einem PRA-tragenden Tiere der einen Ausgangsrasse oder einem PRA-tragenden anderen Mix mit diese Ausgangsrasse, dann kann man auch schnell einen Griff ins Klo tun.
Insofern, F1-Kreuzungen können schon Sinn machen. Sie haben, stabile Ausgangsrassen vorausgesetzt, ziemlich gut voraussagbare Eigenschafte, man hat auf jedenfall den Hybrideffekt und man kann die Wahrscheinlichkeit des Auftretens MANCHER Erbkrankheiten stark verringern, wenn nicht eliminieren.
Das heißt allerdings nicht, dass diese Hunde keine anderen Krankheiten kriegen können oder nicht auch ungünstige Anlagen von den Eltern erben können. Kann einem bei reinrassigen Hunden aber ebenso passieren, insofern ist das weder ein pro noch ein contra.
Das Problem bei dieser ganzen Mischlingszucht ist also NICHT die Mischlingszucht, da ist an sich rein gar nix verkehrt dran.
Das Problem ist die SCHLECHTE Zucht um des Profits willen, genau wie bei planloser Vermehrung von Rassehunden auch.
Nicht untersuchte Eltern (weder allgemein noch auf rassetypische Probleme), keine Ahnung von vernünftiger Zucht, gruselige Aufzuchtbedingungen, so viele Welpen wie möglich in kurzer Zeit, rein um der Kohle willen, und zur besseren Vermarktung wird dann noch ein "Markenname" draufgeklatscht.
Das ist natürlich Scheiße, keine Frage. Da wird auch zu Recht vor gewarnt.
Aber man sollte sich mMn hüten, diese zwei Angelegenheiten (Mischlingszucht generell und schlechte Mischlingszucht) grundsätzlich in einen Topf zu werfen.
Was ich NIE verstehen werde ist, was für eine große Anziehungskraft "seltsame" Mischlinge wie z.B. Kombis aus großen Rassen mit kurzbeinigen Rassen, scheinbar haben. Oder auch Hunde mit rausstehenden Zähnen und raushängender Zunge.
Muss der gleiche Effekt sein wie bei möglichst bizarren Rassehunden: "Ohhhhh, ein Unikat! Nein, wie außergewöhnlich! Den nehmen wir!" 