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In den allermeisten Bundesländern in Deutschland ist der Einsatz eines Hundes, der nicht den anerkannten Jagdgebrauchshunderassen angehört und keine Papiere der zugelassenen Verbände hat, nicht erlaubt. Nachdem die meisten Tierschutzhunde dies wohl eher nicht besitzen, fällt das schonmal eigentlich raus.
Auch in den wenigen Bundesländern, die auch Hunde ohne Papiere erlauben (ich glaube es ist sogar nur eins), muss der Hund meines Wissens zumindest optisch einer dieser Rassen angehören um die Prüfungen ablegen zu dürfen.
Damit sind die ganzen unkontrollierten Spanien und sonstwo her Importe dann auch raus.
Einmal das.
Und dann sind viele der Tierschutzhunde aus dem Ausland schon von ihrer Rasse und Zuchtrichting wenig für den Jagdeinsatz in Deutschland geeignet - was soll ich hier mit nem italienischen Mini-Setter oder nem Segugio? Die sind für den hiesigen Jagdalltag wenig brauchbar, von so Spezialisten wie Podencos ganz zu schweigen, die braucht hier auf der Jagd einfach niemand.
Und dann, wie viele Jäger WOLLEN denn überhaupt Jagdhunde aus dem Tierschutz? Der eine oder andere vielleicht. Aber generell können ja die meisten nicht zig Hunde halten, sonder nur einen, und brauchen einen, der dann bitte auch funktionieren soll.
Die Jäger die ich so kenne, die holen sich ihren zukünftigen Jagdgefährten aus ner jagdlichen Zucht und geprüften Eltern, die Welpen sind dann entsprechend geprägt und man weiß in ungefähr was für Anlagen sie mitbringen.
Wozu soll man Jahre in die Ausbildung eines Hundes investieren, der vielleicht gar nicht die passenden Anlagen mitbringt, der eine meist unbekannte Vorgeschichte hat die sich uU grade dann bemerkbar macht, wenn er funktionieren soll und der auch betreffend Gesundheit eine unsichere Vorgeschichte hat (Mittelmeerkrankheiten? Gelenke ok?... der Hund soll ja ein paar Jahre halten...)?
Die TS-Hunde sind ja auch aus einem Grund im TS gelandet. Richtung gute Jagdhunde haben auch in Spanien, Italien usw ihren Preis und Wert und werden nicht einfach ausgesetzt oder im Canile abgegeben. Entweder sie sind aus irgendeiner planlosen Massenzucht wo höchstens zufällig mal was brauchbares dabei ist, oder sie komman aus ner ganz gute Zucht, taugen aber einfach nix auf der Jagd (was sie nicht zu schlechteren Hunden macht, aber eben nicht zu guten Jagdhunden), oder sie sind nicht gesund oder sie sind alt...
Junge, kerngesunde, bestens veranlagte Hunde landen auch im Ausland nur selten im TS.
Letztendlich ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, das man in einen TS-Hund mehr Arbeit investieren muss und man hat dafür weniger Garantieren, dass das auch was wird, zumindest dann, wenn man wirklich was von dem Hund erwartet und nicht nur einen netten Gefährten will den man nimmt wie er ist.
Wenn nen Jäger gern nen ausländischen Jagdhund haben möchte, sollte man es von Fall zu Fall bewerten. Falls da tatsächlich jemand die Vorstellung hat, man könnte aus dem TS nen guten (tauglichen) Hund für billig kriegen, dann sollte man natürlich eher absehen, da ist Enttäuschung vorprogrammiert. Ist aber wohl eher unwahrscheinlich.
Wenn jemand einfach nen weichen Fleck für Nothunde hat, dann sollte man Jäger genauso bewerten wie alle anderen auch. Kenne schon ein paar "vom alten Schlag" denen ich keinen Hund geben würde (die interessieren sich aber auch nicht für irgendwelche Tierschutztölen...), aber auch andere, bei denen ich auch gern Hund wär.