@ Mapeleca: Ok, ich glaube jetzt verstehen wir uns besser. Tut mir leid wenn ich etwas schroff war. 
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Mit der Züchterin (katatjutas) habe ich mich schon getroffen und sie befragt. Sie bekommt ja Anfang Juni einen Wurf und da stehe ich seit kurzen auf der Warteliste. Bei einem kleinem Wurf muss ich leider noch warten. Ihre Hündinnen finde ich echt genial.
Oh, na dann bist du ja eigentlich schon in sehr guten Händen, da kannst du mit Sicherheit alle Fragen anbringen die du so hast.
Ich kenne Dr. Koller nicht persönlich, aber aus Foren und vom Hörensagen und hatte immer einen sehr guten Eindruck und auch nur positives gehört. Ich denke da kann man sich guten Gewissens einen Hund holen. Bist du eigentlich schon im Exracer-Forum? Ich mein mir wär da so als hätte ich vor einiger Zeit jemanden gelesen, der bei den Katatjutas auf Besuch war und einen Welpen reserviert hatte.
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Gibt es eig typische Windhundkrankheiten?
U was sollte man den Züchter alles fragen?
Was füttert ihr euren Greys?
Ich füttere selbstgemachtes, ganz klassische Fleisch (roh) einschließlich Innereien, Gemüse, Kohlenhydrate, dazu etwas Öl, ne Messerspitze Jodsalz, Knochen oder Knochenmehl, ab und an Ei, Milchprodukte und Fisch. Mein Senior verträgt nix anderes mehr und die anderen mögen es lieber und es bekommt ihnen gut.
Aber es spricht auch nix gegen ein vernüftiges Fertigfutter. Tendenziell vertragen viele Greys scheinbar (wie viele andere große Hunde) Dose etwas schlechter als Trockenfutter, das gibt oft weichen Kot und ekelige Pupse. Aber auch nicht alle. Einfach ausprobieren.
Irgendwas spezielles muss man höchstens beachten, wenn der Hund sportliche Höchstleistungen bringen soll, ansonsten unterscheidet sich die Fütterung nicht von anderen Hunden.
Was man den Züchter alles fragen soll... alles was dir einfällt.
Ich mein, so viele Greyhoundzüchter gibts ja nicht, da ist es ja jeweils nicht schwer rauszufinden ob und wenn ja in welchem Verband sie züchten, also ob es ein seriöser Züchter ist. Da hat man jetzt nicht so die Probleme wie bei populären Rassen, dass man die Vermehrer raussieben muss.
Und ein guter Züchter wird sich über ein langes Gespräch mit ernsthaften Interessenten immer freuen. Der Rest ergibt sich dann schon, da würde ich jetzt keine Liste abarbeiten wollen.
Krankheiten...
An sich sind Greyhounds relativ gesund. Relativ.
Erbliche Krankheiten sind trotzdem eine ganze Menge bekannt, einfach auch durch die hohe Zahl an Hunden (im Profisport) und durch die dort auch relativ engmaschige tierärztliche Betreuung. Nicht alle davon sind auch häufig. Bei vielen existieren leider keine verlässlichen Daten wie oft sie wirklich vorkommen - im Profi-Rennsport werden zu viele Hunde jung aussortiert, in der Hobbyzucht z.B. in Deutschland bricht oft der Kontakt zu den Welpenkäufern ab und so weiter.
Es gibt eine Reihe von Autoimmunkrankheiten. Zum Beispiel Pannus (Augenkrankheit bei der es zu einer durch Sonnenlicht ausgelösten Hornhautentzündung kommt), SLO (Symmetrische Lupoide Onychodystrophie, Entzündung der Krallenlederhaut mit Krallenverlust) und auch bei der relativ häufigen Schilddrüsenunterfunktion vermutet man ursächlich oft ein autoimmunes Geschehen. Zwar haben Greyhounds (und andere Windhunde) tatsächlich oft physiologisch niedrige Schulddrüsenwerte, aber echte Hypothyreose kommt eben auch öfter mal vor.
Das sogenannte Bald Thigh Syndrome ist nicht weiter gefährlich, sieht aber hässlich aus: Dem Hund fallen an den Hinterschenkeln die Haare aus. Das ist sehr häufig, grade bei Rennhunden. Bei vielen wächst das Fell nach, wenn sie aus dem Training ausscheiden, man vermutet, dass das auch durch Stresshormone bedingt ist. Bei anderen kommt es nicht wieder und wieder andere haben das einfach, ohne jemals besonders Leistung gebracht zu haben.
Dann gibts die maligne Hyperthermie. Eher selten. Eine Störung des Muskelstoffwechsels die in einer lebensgefährlichen Erhöhung der Körpertemperatur resultiert, relevant wird sie eigentlich nur, wenn der Hund in (Inhalations)Narkose gelegt werden muss, weil durch diese Mittel die ensprechenden Störungen ausgelöst werden. Selten auch bei Stress und Überlastung.
Es gibt eine Reihe von Blutgerinnungsstörungen, z.B. von Willebrandt's Disease und einige andere. Ebenfalls nicht häufig, kommt aber wohl vor.
Es gab Fälle von PRA (Progressive Retinaatrophie, fortschreitende Netzhautdegeneration/-ablösung), wüsste jetzt aber nicht, dass das ein verbreitetes Problem wäre.
Bei Greyhounds aus Showlinien gibt es die Greyhound Neuropathie, eine fortschreitende und letztendlich immer tödliche Nervendegeneration, für die es aber zum Glück einen Gentest gibt, auf den ich bei Kauf aus einer entsprechenden Abstammung auch bestehen würde.
Greyhounds haben von allen Rassen wohl die höchste Rate an Osteosarkomen, eine sehr bösartige Form von Knochenkrebs. Generell leiden alle großen Rassen mit langen Röhrenknochen vermehrt unter dieser Tumorart, auch z.B. Doggen, Barsois, Irish Wolfhound, Dobermann, Rhodesian Ridgeback... aber Greyhounds halt am häufigsten von allen. Auftreten tut dieser Tumor meist im Alter zwischen 5 und 10 Jahren, die Behandlungsmöglichkeiten sind äußerst eingeschränkt und es ist sehr schmerzhaft.
Man vermutet, dass es neben der erblichen auch eine erworbene Komponente dabei gibt, durch Mikrotraumen der Knochen, die der Hund sich bei zu frühem/zu hartem Renneinsatz zuzieht.
Leider kann man darauf nicht testen und die einzige Möglichkeit das Risiko einzuschränken ist wohl, möglichst gründlich zu recherchieren wie häufig dieses Problem in der Verwandschaft aufgetreten ist.
Ein weiteres rassespezifisches Problem sind die sogenannten "Corns" oder Dornwarzen. Ob es sich dabei wirklich um Warzen handelt (also durch Viren verursacht), oder um Belastungsgeschwüre oder was auch immer ist wohl gar nicht genau geklärt. Jedenfalls hat der Hund dabei hoch schmerzhafte und manchmal gar nicht so leicht zu sehende Dornwarzen in/unter den Ballen, Zehen und Hauptballen können betroffen sein. Die Behandlung kann ziemlich langwierig und nervtötend sein.
Herzkrankheiten... bei einigen Linien ist wohl DCM (Dilatative Cardiomyopathie) aufgetreten. Greys haben generell ein riesiges Sportlerherz, größer als das von Hunden ähnlicher Größe (bis zu 1 1/2 mal so groß). Gut ist, wenn der Züchter seine Hunde zeitnah zum Deckeinsatz schallen lässt. Leider ist es keine Pflicht und es machen nicht alle.
Greys können bei Überlastung die oben schon erwähnte "Greyhoundsperre" kriegen, auch paralytische Myoglobinurie genannt. Im Prinzip wie ein gigantischer Muskelkater, im Muskel sammelt sich eine viel zu hohe Laktatkonzentration an, der Säure/Base-Puffer im Gewebe kann das nicht mehr abfangen, es kommt zum Absterben von Muskelzellen, dann zu Entzündungen und Nekrosen der Rücken- und Schenkelmuskulatur, das freigewordene Muskelprotein muss ausgeschieden werden und verstopft/schädigt die Nieren...
Als Kreuzverschlag gibt es ein ähnliches Phänomen bei Pferden.
Zu guter Letzt sind sie aufgrund der hohen Körpermasse, großen Geschwindigkeit und des feinen Fundaments relativ anfällig für Verletzungen des Bewegungsapperates. Speziell Kapsel- und Sehenrisse sowie Zehenbrüche sind nicht so selten und es gibt noch ne Reihe von typischen Sportverletzungen die Greyhounds öfter als andere Rassen haben, z.B. Abriss der Bizepssehne oder Fraktur des Fersenknochens.
Achja, und sie haben dünnes Fell, straffe, dünne Haut und null Fettpolster, das heißt sie zerschrammen sich gern mal im Gebüsch.
Ja. Aber eigentlich sind es sonst ziemlich gesunde Hunde!
Nee, ich sag mal so: Realistisch gesehen kann man schon mit ungefähr 12 Jahren rechnen, das ist ein ganz normales Alter für einen Grey und ich kenne nicht wenige, die 14 und älter sind/wurden, was ich für so eine große Rasse nicht schlecht finde.
Wenn du des Englischen mächtig bist und dich sowas in Detail interessiert, kannst du dir das Buch "Care of the racing and retired Greyhound" besorgen. Das ist so eine Art "Greyhoundbibel" in der ausführlich alle Aspekte der Greyhoundmedizin beleuchtet werden und außerdem auch Training, Fütterung und so weiter. Braucht man aber als normaler Besitzer nicht umbedingt. 