Beiträge von Marula

    Die FCI ist eine Dachorganisation und hat kein System
    um Hunde zu registrieren, auch keine papierlosen und
    mit Zucht passiert da auch nichts.
    Die FCI registriert ihre Mitgliedsländer und die Zwinger-
    namen, die dann weltweit geschützt sind, da hat sie
    schon reichlich zu tun damit.


    Die FCI gibt ein internationales Zuchtreglement vor, an das sich ihre nationalen Mitgliedsverbände zu halten haben. Dieses Reglement sieht die Führung eines Registers vor und erlaubt grundsätzlich auch die Zucht mit Registerhunden, wobei die nationalen Mitgliedsverbände und die Rassezuchtvereine die Bedingungen für die Aufnahme ins Register und für die Zuchtverwendung von Registerhunden selber festlegen.

    Zitat daraus:

    Dukument findet man unter: http://www.fci.be/de/
    "Reglemente", "Zucht".


    Der zweite Unterpunkt hab ich mal mit kopiert, der ist ja für's eigentliche Thema relevant. Es wird ja immer gesagt, die übertypisierten Hunde die man bei manchen Rassen auf großen CACIBs in Deutschland bewundern kann, wären nicht aus deutscher Zucht und im Ausland wär halt alles anders, grade z.B. in Osteuropa - das wär zwar FCI, aber die nationalen Zuchtverbände dort wären nicht so streng wie in Deutschland.Abgesehen davon, dass auch in Deutschland bei manchen Rassen mMn nicht alles so sauber ist und ich das mit dem "die meisten übertypisierten Hunde kommen aus dem Ausland" nicht glaube, sieht man ja hier, dass es eigentlich auch dort laut FCI-Reglement nicht ok ist und das das dementsprechend auch andere nationale Verbände umsetzen sollten.

    Tja, Landleben macht asozial! :D

    Nee, natürlich nicht, aber als ich noch in der Stadt gewohnt hab, waren meine Hunde deutlich toleranter und "sozialer". Wir sind da ja tagtäglich zig Hunden begegnet und teilweise wirklich hunderten (belebter So-Nachmittag im Stadtwald) Menschen.

    Da hatten sie gar nicht so ihr Revier und ihre "eigenen" Spazierstrecken wie jetzt. Jetzt sehen sie alle Jubeljahre mal nen anderen Hund von weitem, haben kaum Kontakt zu anderen Hunden im Freilauf, wirklich nur ganz, ganz selten, und die Menschen, die wir auf dem Spaziergang treffen, kann man an einer Hand abzählen.
    Der Unterschied ist schon deutlich. Früher war es ja wirklich "sink or swim", wenn sie sich da nicht irgendwann mit den ganzen Reizen engagiert hätten, dann wären sie ja verrückt geworden. Heute sind sie, wenn denn mal was ist, deutlich dünnhäutiger.

    Ich find das ok so, aber daran sieht man auch mal, dass man als entweder nur Stadt- oder nur-Landmensch sich auch verschätzen kann, was die Hunde eigentlich (aushalten) können. Würde ich meine Hunde nur so kennen wie jetzt und hätte nie mit ihnen in der Stadt gelebt, würde ich vielleicht sogar sagen, die sind nicht für die Stadt geeignet.

    Ich hab's auch schon ein paar Mal gesehen, dass Welpen gleich nach der Geburt oder wenige Tage später im Facebook oder auf der Homepage des Züchters bereits als "vergeben" standen und hab mich dann auch oft gefragt, ob das wirklich so toll ist, sich das nur nach der Fellfarbe auszusuchen - und so ganz viel mehr kann man ja bei Welpen im Meerschwein-Stadium einfach noch nicht erkennen.
    Ich würd die nämlich eigentlich schon ganz gern kennenlernen, und am liebsten auch erst entscheiden, wenn der Abgabetermine schon möglichst nahe ist - Welpen verändern sich ja sowohl vom Aussehen als auch vom Verhalten her oft noch deutlich.


    OK, manchmal wird das alles, wie einige schon meinten, nicht so heiß gegessen wie es gekocht wird.
    Ich hab schon öfter im privaten Gespräch mit Züchtern dann doch gehört, dass, wenn starkes Interesse an Welpe A bestände, man auch nochmal mit den Interessenten sprechen könnte, die diesen schon reserviert hätten, ob sie sich auch Welpe B oder C vorstellen könnten.
    Oder es entscheiden sich Interessenten beim persönlichen Besuch dann doch wieder um und ein vom ersten Tag an reservierter Welpe wird frei.
    Oder der Züchter entscheidet eben, dass der reservierte Welpe nicht zu den Leuten passt und damit ist er wieder "auf dem Markt".


    Aus dem Wurf aus dem meine Hündin ist, waren eh bei Auswahl nur noch 2 von 9 frei. Optisch wäre sie so oder so meine erste Wahl gewesen. Aufgrund der großen Entferung (Ausland, Flugreise) war ich dann ja erst zum Abholtermin dort und beim persönlichen kennenlernen wäre es eher einer ihrer Brüder geworden.
    Der war von jemandem reserviert gewesen, wäre von der Optik her auf Platz zwei gewesen, und war grade wieder frei geworden... gefiel mir charakterlich noch besser, aber ging dann aus praktischen Gründen nicht und ich bin auch so mit meiner Entscheidung sehr zufrieden.

    Bei dem Wurf aus dem mein Rüde war, war er optisch vom ersten Tag an und dann durchgegehn auf allen Welpenfotos mein Favorit und dann hatte ich das Glück, dass sich alle anderen Interessenten anders entschieden haben und er mit 4 Monaten, als ich mir endlich nen Ruck geben hab, immer noch zu haben war.
    Ein Bruder war zu dem Zeitpunkt auch noch nicht vergeben, der gefiel mir aber vom Ausdruck her auf den Fotos nicht so und, ja, ich geb's zu, auch die Farbe ist nicht so mein Ding.

    Hab es mir aber noch offen gehalten bis zum Abhol-Besuch (auch wieder Ausland, Flugreise nötig).
    Also, wir hatten uns schon auf meinen geeinigt, aber mit dem Vorbehalt, dass wir, wenn es mit dem anderen wieder Erwarten total "klicken" sollte, irgendwas möglich machen und das, wenn es mit keinem von beiden passt, ich allein wieder heimfliege und es halt ein netter Besuch war.
    Zum Glück hat mein Eindruck vom Foto und die Beschreibung der Züchterin nicht getäuscht.


    Alles in allem... wenn der Züchter das umbedingt will bzw andere Interessenten sich eben auch schon so früh festlegen, dann würde ich wohl auch am ersten Tag nach Farbe aussuchen, sofern für mich sonst bei dem Wurf alles stimmt.
    Absagen kann ich immer noch wenn ich da hinkommen und feststelle, dass es mit diesem Hund absolut nix wird.

    Wenn ich die Wahl hab, dann beobachte ich gern ein paar Wochen wie sie sich machen. Ideal ist es natürlich, wenn man vorher hinfahren kann und sie aufsührlich persönlich kennenlernen kann, aber das ist halt manchmal aufgrund der Entfernung nicht drin.


    Generell ist mir die Farbe relativ unwichtig. Ich mein, ich hätte gern mal nen glatthaarigen Grizzel, aber wenn in nem sehnlichst erwarteten "Wunschwurf"m wo sonst alles stimmt, nur befederte Black & Tans fallen (meine persönliche Antifarbe...), dann würde ich wohl trotzdem einen nehmen.

    Zum Thema Outcrossverpaarungen zur Blutauffrischung hat mit Qualzucht ja nur am Rande zu tun...


    Ja, mir ist schon, klar, dass man im AKC relativ leicht betrügen kann, wenn man will, weil sie weniger Zuchtüberwachung machen. Mir ging es nur um die Aussage, dass man da ganz selbstverständlich und offen auf Phänotypbasis registrieren und dann mit den Registerhunden unbekannter Herkunft auch ganz normal züchten könnte und das das sozusagen gang und gebe wäre.

    Über Schummelei geht da einiges (in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts haben zum Beispiel dem Hörensagen nach einige Salukis aus Ursprungsländern ihren Weg in die US-Zucht gefunden, die in keinen offiziellen Pedigree auftauchen - DNA-Tests gab's noch nicht und als Eltern konnte der Züchter ja angeben wen er wollte), aber offiziell hat der AKC soweit ich weiß gar kein dem FCI-Register vergleichbares System, mit dem man ermöglichen könnte, papierlose Hunde einzutragen und in die Zucht zu nehmen.

    Ist Scheckung bei Hütehunden anders als bei anderen Rassen von der Vererbung her, haben die ein größeres Taubheitsrisiko als andere Rassen die gescheckt sein können?

    Ich mein, dass Extremschecken eine erhöhte Gefahr der Taubheit haben hatten wir ja schon.
    Aber in anderen Rassen sind ja auch Schecken und Solids gleichermaßen erlaubt und werden ohne Auflangen mal so und mal so verpaart und da fällt dann eben nur ein kleiner Teil Extremschecken, von denen ja wiederum längst nicht alle taub sind.

    Ich werfe mal was anderes in den Raum: Ab wann hat ein Hund zu viel Fell und ist eine Qualzucht? Wenn es die Bewegung einschränkt?
    Welche Rassen sind davon betroffen?

    Ich finde, die Stellem an die einfach keine Haare hingehören, ist vor allem IN den Ohren.

    Da sollte man meiner Meinung nach bei "wollig" behaarten Hunden sehr drauf achten, denn das ist schon ziemlich prädisponierend für Ohrentzündungen (klar, Sekret kann nicht richtig ablaufen und Luft kommt schlecht rein).
    Bei manchen Hunden und wenn man als Besitzer fit ist, kriegt man das durch zupfen und reinigen in den Griff, auch etwas abhängig von der Form des Ohres und des Gehörgangs. Aber für den Hund ist es nicht so angenehm, die Ohrhaare gezupft zu bekommen und es ist halt ne lebenslang notwendige Pflgemaßnahme. UND es funktioniert nicht bei jedem, bei manchen wachsen die Haare von so tief unten hoch, dass man sie nicht gezupft kriegt.

    Es gibt da durchaus Unterschiede, auch bei Rassen, bei denen Behaarung im Gehörgang typisch ist, findet man Exemplare, bei denen das sehr moderat ist und welche, wo es wuchert wie Unkraut. Da könnte man sicher selektieren, wenn man wollte.

    Manche werden das sicher ein lachhaftes Problem finden, aber Ohrentzündungen sind hochschmerzhaft und für den Hund daher ne echte Einschränkung der Lebensqualität. Die Behandlung ist ebenfalls doof, für den Hund und für den Besitzer, und kostet über's Leben gesehen oft ne Menge Geld. Und trotz aller Mühe werden Ohrentzündungen gar nicht so selten chronisch und am Ende hilft nur ne Total-OP: Gehörgang rausnehmen.

    Passiert natülich auch alles ebenfalls bei Rassen mit nackigen Gehörgängen, aber Wolle im Gehörgang ist eben prädsipositionierend.


    Ansonsten ist Langhaar für mich vor allem ne Frage der Pflege. Da finde ich bei machen Rassen die geforderte Ausstellungskondition einer hundefreundlichen Haltung nicht förderlich, aber das kann man ja privat anders handhaben. Manche Rassen kann man abscheren, andere wenigstens stark ausdünnen, es zwingt einen ja keiner, seinen Afghanen oder Pekinesen oder Komondor in Show-Kondition zu halten.

    Aber in Amerika ist vieles anders was die Zucht angeht. Ich wage auch zu bzweifeln, dass Registerpapiere basierend auf aeusserlicher Zugehoerigkeit so eine gute Idee sind- wie sehr Vetreter innerhalb einer Rasse dort divergieren koennen ist ja nicht mehr feierlich.

    Ich find äußerliches divergieren innerhalb einer Rasse gar nicht schlimm. Soll doch jeder haben und züchten können, was ihm gefällt, solange es eben nicht in Richtung Qualzucht geht.

    Es wurde hier im Thread angesprochen, dass es in den USA im AKC gang und gäbe wäre, mit Registerhunden zu züchten - habt ihr da mal Beispiel für und das entsprechende Regelwerk?

    Soweit ich weiß, hatte nämlich der AKC ewig lange kein dem Register in der FCI vergleichbares System, es war nie vorgesehen, nach Schließung der Zuchtbücher Hunde von außen in die Zucht nehmen zu können.
    Als das bei den Salukis anstand, wurde die SPDBS (Society for the Perpetuation of the desertbred Saluki) gegründet, ein vom AKC unabhängiger Verein, der selbstsändig ein nach dem Vorbild des FCI-Registers augebautes Zuchtbuch führt. Dieses wurde nach Jahrzehnten der Dokumentation und Vorarbeit vom AKC anerkannt (ist allerdings nach wie vor eine unabhängige Organisation), und es werden jetzt Generation-4-Hunde (3 Generationen volles Pedigree) beim AKC eingetragen. Aber so wie mir das die dortigen Salukileute erzählt haben, war das eine absolute Pionieraktion und wird bei anderen Rasseclub dort nicht praktiziert.

    Es ist wohl wahr, dass dort weniger Zuchtkontrolle betrieben wird und daher Betrug leichter ist, aber dass das System dort die Zucht mit Registerhunden auf Phänotyp-Basis regulär und ganz einfach erlaubt hab ich so noch nicht mitbekommen?

    Wenn AKC und KC in England nur Registerstellen sind, gibt es dort wohl auch keine verpflichtenden Gesundheitsuntersuchungen bevor ein Hund angekört wird?

    Das würden dort eher die Rassehundeclubs selber vorschreiben, nicht der KC/AKC/undsoweiter.
    Körung gibt's für die meisten Rassen im Ausland eh nicht, was Papier hat, darf auch ohne weitere Überprüfung selber in die Zucht und die Nachkommen kriegen auch wieder Papier. De facto ist unser System hier mit den Körungen weltweit gesehen die absolute Ausnahme, gibt nur ganz wenige Länder, die das praktizieren. Auch in den meisten anderen FCI-Ländern wird nicht gekört.

    Wenn man Hunde für Menschen züchtet die drei mal am Tag Straße rauf und runter laufen dann ja, sind das faule Menschen und deren Hunde müssen entsprechend dämlich sein um das ertragen zu können. Denn genau das ist es wonach viele schreien. Ein Hund der mit allem zufrieden ist auch mit so was Art fremden wir drei Schritte am Tag zu gehen.
    Davon ist niemand hier im Forum aber die sehe ich hier in der Nachbarschaft und ICH weigere mich für solche Leute Hunde zu züchten! Solche Leute brauchen keinen Hund sondern ein Stofftier. Aber genau in diese Extreme geht die Zucht wenn alle Nach Alltagstauglichkeit schreien, denn jeder interpretiert da was anderes rein, viele aber genau das was absolut Hunde unfreundlich ist.

    Und dann sind die Hunde auch dafür nicht mehr zu gebrauchen.

    Ich sehe einfach das Problem das man den Tieren wieder so weit etwas weg selektiert das es nicht mehr nur körperlich zu lasten geht sondern auch geistig.

    Ich nenn hier jetzt keine Rassen, weil sich dann jemand auf den Schlips getreten fühlt, aber es ist wirklich so, dass man bei einigen Rassen dieses Zuchtziel schon so gut wie erreicht hat: Körperlich im Vergleich zu normalen Hunden nur eingeschränkt belastbar und vom Kopf her nicht eigenwillig, nicht schwer zu motivieren (beides kenne ich und mag ich und würde solche Hunde nie dumm nennen), sondern schlicht doof wie drei Meter Feldweg mit ner Leitung so lang wie von hier nach Amerika.

    Wenn es denn nötig ist, dass es solche Hunde gibt, weil sich manche Leute, die meiner Meinung nach besser gar keinen Hund hätten, das dann doch nicht ausreden lassen - na gut, dann sei es so. Die müssen ja nicht unglücklich sein, wie ging der Spruch noch:
    "Doof sein ist wie tot sein: Schlimm ist es nur für die anderen, man selber merkt ja nix davon."
    Und besser solche Leute haben einen Hund, der unter solchen suboptimalen Bedingungen glücklich werden kann als einen, der ihnen den letzten Nerv raubt und der selber daran kaputt geht.

    Aber noch mehr Rassen in diese Richtung umzuzüchten, nee danke.

    Leute mit hellwachen, blitzgescheiten Gesellschafts- und Begleithunden, die im Alltag ne Menge mitmachen, brauchen sich nicht angesprochen fühlen, ich seh es nämlich auch so, dass "Begleithund" für einen modernen (urbanen Single-)Hund keine einfache Aufgabe ist und der Hund dafür gute Genetik und gute Erziehung haben muss.

    Ich mag meine "unangepassten, unpraktischen" Hunde genau so, wie sie sind, und bin bereit, so einigen Aufwand zu treiben, damit sie auch hier im engen Deutschland ein artgerechtes Leben führen können. Das geht für mich klar so bzw ich will es auch gar nicht anders.
    Hätte ich die passenden Umstände nicht, dann würde ich die Umstände ändern, damit ich die Hunde trotzdem haben kann und weder sie noch mich dabei verbiegen muss. Das ist für mich eine Lebenseinstellung und das erstreckt sich auch auf andere Bereiche, nicht nur auf Hunde.

    Wenn man Hunde nur so zum mitlaufen hat und einen Hund will, der sich nahtlos ins Leben einfügt, ohne dass man sein Leben dem Hund nennenswert anpassen muss, dann ist das auch ok! Aber es geht halt nicht mit jedem Hund, da sollte man ehrlich sein.