Ich war früher sehr streng und ehrgeizig. War mit den Leistungen nicht zufrieden und habe immer 100% Leistung eingefordert.
Aus einem Hund der super gesucht hat, wurde ein Hund der relativ unsicher war (hat sich immer vergewissert, dass das was er tut auch wirklich richtig ist) und wollte sich nicht mehr von mir lösen.
Er ist zur VP hin, hat diese beschnuppert und zeigte nicht wirklich Interesse. (Hat die VP's teils auch gemieden)
Ich habe dann sehr viel an mir gearbeitet und mit der Zeit taute er auch weiter auf. Mittlerweile ist das auch wieder besser geworden und er zeigt auch mehr Interesse an der Suche.
Allerdings ist der Trieb noch nicht auf dem Level wie ihn sich die Ausbilder und ich wünschen würden.
Und genau hier liegt der Hase begraben.
Jegliche Fehler, die im Basisaufbau gemacht werden, schleppt mann mit.
Man kann sie zwar wieder korrigieren, aber sie sickern immer wieder durch.
Jedes Mal, wenn der Hund etwas neues lernt, einen Entwicklungsschritt macht oder aus irgend einem Grund stressige Zeiten im Training sind, kommen die alten Fehler wieder durch.
Sie holen einen immer wieder ein. Damit muss man leben und damit kann man umgehen.
Wenn man sich das bewusst ist, sind diese damaligen Fehler nicht tragisch. Wenn man sie akzeptiert.
Man weiss dann wenn sie wieder auftauchen, aha ich muss aufpassen, da ist was am tun.
Geh nicht davon aus, dass dein Hund genau so wieder sein wird in der Arbeit wie du es zu Beginn gesehen hast.
Er hat seither viel gelernt, sich entwickelt, wurde geprägt.
Wie du und ich ist er nicht mehr derselbe wie vor, sagen wir, 1 Jahr.
Daher ist es enorm wichtig, ihn sonzu nehmen wie er ist und nur das zu verlangen, was er fähig ist, zu geben.
Ich habe die letzten 10 Jahre als Mantrailer Hunde gesehen, die Granaten waren. Offensichtlich.
Und Hunde, die wir mit viel Geduld und viel Zeit und Fingerspitzengefühl sehr, sehr weit gebracht haben.
Die keine „offensichtlichen“ Granaten waren. Die eher die ruhigen, fleissigen, genauen Arbeiter waren.
Es ist an uns Hundeführern und Trainern mit dem zu arbeiten, was der Hund uns geben kann. Damit happy zu sein. Und zu akzeptieren, dass jeder Hund seine Stärke hat. Die muss man sehen und fördern und sich darüber freuen.
Was ich dir mitgebe: mach es zu deiner Freude. (Trotz Einsatzziel) Vergleiche bitte deinen Hund nicht mit anderen. Er ist so wie er ist einzigartig und gibt alles für dich.
Dann fällt auch die Erwartungshaltung ab. Das ist extrem wichtig.
Gerade wenn es so offensichtlich um Meideverhalten geht.
Und dann muss der Trainer fähig sein, den richtigen Trainingsweg für diesen Hund zu sehen und darauf zum Erfolg zu kommen. Für jeden Hund gibt es den richtigen Weg.
Kann sein dass es etwas steinig ist, dass man umdenken muss, unkonventionell denken muss, mehr Zeit lassen muss, what ever.
Aber ein guter Trainer holt ohne Stress und zu hohe Erwartungen das Beste aus dem jeweiligen Team raus.
Kann sein, dass dafür ein Unweg nötig ist. Ein Ausflug in andere Sportarten um den Knoten zu lösen. Ideen muss man haben.
Tönt vielleicht pathetisch - ist aber so
Prüfe ob dein Weg passt. Und sonst ändere die Richtung. Ob mit dem aktuellen oder zusätzlichem Trainer musst man anschauen.